Schwimmen in Wien 2022 doppelt so teuer

Preiserhöhung städtische Schwimmbäder: Symbolbild, Zehn-Euro-Schein und Euromünzen schwimmen im Wasser
© Pixabay | Wer in Wien baden geht, muss dafür künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen

Für die aktuelle Bädersaison, die am 2. Mai startete, gelten neue Tarife. Die Eintrittspreise der städtischen Schwimmbäder haben sich im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt und sorgen damit für scharfe Kritik. Überraschend kommt die neue Tarifgestaltung aber nicht.

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VP-Gerstl: "Badesaison frühzeitig für beendet erklärt"

Die Eröffnung der Schwimmbäder in Wien am 2. Mai ging mit scharfer Kritik vor allem seitens der ÖVP einher. Der Grund: Die Eintrittspreise der städtischen Bäder sind im Vergleich zum Vorjahr ab sofort mehr als doppelt so teuer. Ein Ticket für eine erwachsene Person kostet ab der diesjährigen Saison ganze EUR 6,20 anstatt EUR 3,00, das Monatsticket wurde vollständig abgeschafft. 

Wolfgang Gerstl (ÖVP) bezeichnet die neue Preisgestaltung in einer Presseaussendung als "unverfroren". Demnach habe die Stadt mit den Erhöhungen "aus Sicht jener, die die Teuerung besonders hart trifft, die heurige Badesaison frühzeitig für beendet erklärt", so der Nationalratsabgeordnete.

Preiserhöhungen bereits vor Corona angekündigt

Überraschend allerdings kommen die neuen Ticketkosten in den Wiener Bädern nicht wirklich: Die Preise hätten eigentlich bereits im Jahr 2020 deutlich angehoben werden sollen. Diese Pläne wurden allerdings von der Pandemie durchkreuzt und die Eintritte stattdessen sogar zeitweise gesenkt.

Was in der Tarifgestaltung dann bereits im vergangenen Jahr nachgeholt werden sollte und wiederum coronabedingt aufgeschoben wurde, findet nun in der aktuellen Badesaison endgültig Umsetzung.

Eine weitere Neuerung im Tarifplan der Wiener Bäder ist übrigens das Aus für die Monatskarten. Sie wurden durch die Sechs-Monats-Karte sowie das Angebot einer Bonuskarte ersetzt.

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Stadt plant Ausbau bestehender Bäder sowie neue Attraktionen

Gründe für die recht drastischen Erhöhungen der Ticketpreise dürften – neben den im Zuge der letzten beiden Badesaisonen coronabedingt gesunkenen Umsatzzahlen – vor allem in den seitens der Stadt geplanten Neu- und Ausbauten des Bäderangebots liegen.

Insgesamt 33 öffentliche Bäder sind es, darunter alle Hallenbäder und Freibäder sowie die Kombibäder und die Familienbäder in den Wiener Parks, die der Verwaltung der Stadt Wien unterliegen. Angesichts der stetig steigenden Bevölkerungszahlen soll die Infrastruktur der Bäder bis 2030 sukzessive ausgebaut und erweitert werden.

Geplant bzw. bereits gestartet sind unter anderem:

Übrigens: Neu in diesem Jahr ist auch das Sonderangebot an Schulschwimmkursen der Stadt. "Wien schwimmt!" richtet sich an Volksschulkinder, deren reguläre Schwimmkurse aufgrund der Pandemie in den letzten Jahren ausgefallen sind.

Schwimmen in der Seestadt: Auch 1220 kriegt neues Bad

2027 oder 2028 soll außerdem das weitaus größte Projekt der "Bäderstrategie 2030" starten: Die Wiener Seestadt im 22. Bezirk erhält dann ein eigenes, komplett neu gebautes Schwimmbad.

Insgesamt hat die Stadt Wien für die weitreichenden Sanierungs- und Ausbauarbeiten aller Bäder eine Summe von 100 Millionen Euro an Investitionen veranschlagt. 

 

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