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Naschmarkt: Restaurants und Lokale mit Bazar-Feeling

Der Wiener Naschmarkt ist nach wie vor beliebter Anziehungspunkt zum Einkauf von Lebensmittel aller Art. Samstags laden auch die Bauernstände und der zusätzliche Flohmarkt an der Kettenbrückengasse zum Bummel ein. Aber neben Marktwaren gibt es auch Restaurants und zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Bild von Gemüse- und Obstständen am Naschmarkt in Wien
© Boehringer Friedrich | Vielfalt an regionalen und exotischen Waren

Für beinah jeden Wien-Besucher ist der Naschmarkt bereits Fixpunkt auf der Agenda. Doch hier scheiden sich die Geister: was die einen zelebrieren, können die anderen nurmehr spöttisch belächeln. Hier ein paar Tipps, was es zu probieren – und was es zu vermeiden gilt.

Marktstände mit Bazar-Feeling

Der Naschmarkt erstreckt sich mit über 170 Verkaufsständen, Geschäften und Restaurants von der Kettenbrückengasse bis zum Getreidemarkt. Er liegt zwischen der Linken und der Rechten Wienzeile, darunter verläuft der Wienfluss – aber auch an der Oberfläche scheinen die Menschenmassen regelrecht durch die Marktreihen zu fließen.

Schon wegen diesem unverkennbaren Bazar-Feeling muss man den Naschmarkt einfach mal gesehen haben. Denn hier verschwimmen auch Gesellschaftsschichten, die sonst viel mehr beachtete Etikette spielt keine Rolle mehr: Geschäftsleute im maßgeschneiderten Anzug genießen den besonderen Flair des Naschmarkt genauso wie emsige Hausfrauen oder verschlafene Studenten. Der Naschmarkt lebt, verändert sich und entwickelt sich weiter als pulsierender Stadtteil Wiens.

Öffnungszeiten:

Handel: Montag bis Freitag 6:00 - 21:00 Uhr, Samstag 6:00 - 18:00 Uhr
Gastronomie: Montag bis Samstag 6:00 - 23:00 Uhr
Flohmarkt und Bio-Eck: nur samstags

Anfahrt:
U1, U2, U4 Karlsplatz
U4 Kettenbrückengasse
Bus 59A Kettenbrückengasse

Aber neben diesem immer größer werdenden touristischen Andrang beklagen "Urwiener" auch den Rückgang einheimischer Spezialitäten. Ein paar Stände bieten zwar noch immer feinste, regionale Ware an – doch oft zu unerhörten Preisen. Daher bevorzugen viele Einheimische eher den Brunnenmarkt oder den Kutschkermarkt zum Einkaufen.

Und trotzdem ist der Naschmarkt noch immer einen Besuch wert. Denn wer weiß wo, kann im Vorbeigehen die besten Schnäppchen machen, ausgezeichnete Kulinarik in einem der Szenelokale genießen oder die Sehenswürdigkeiten im Umkreis erkunden.

Am Naschmarkt mischen sich die Gesellschaftsschichten, die sonst viel mehr beachtete Etikette spielt keine Rolle: Geschäftsleute im maßgeschneiderten Anzug genießen den besonderen Flair des Naschmarkt genauso wie ihre Begleitung im eleganten Kostüm auf high heels, emsige Hausfrauen oder verschlafene Studenten, die in der Nacht zu viel gefeiert oder zu viel gelernt haben. Der Naschmarkt lebt, verändert sich und wird sich weiter entwickeln, ist ein pulsierender Stadtteil von Wien – und deswegen geliebt.

Tipps zum internationalen Angebot

Auf ein paar Metern zu Fuß kann man sich am Wiener Naschmarkt durch Köstlichkeiten aus aller Welt probieren:

  • Italienisch
  • Spanisch
  • Griechisch
  • Türkisch
  • Indisch
  • Chinesisch
  • Japanisch

Insbesondere die knusprigen Falafel von Dr-Falafel sind hier mit Mengenrabatt günstiger und besser als bei jedem herkömmlichen Straßenimbiss. Dazu gibt es am Naschmarkt Variationen an Humus, denen kein Supermarkt das Wasser reichen kann.

Österreichische Qualität ist nur eine unter vielen anderen, dafür gibt es stets neuartige Ware, seltene, kaum zuvor gesehene Früchte zu entdecken und andersartige Geschmäcke und Gerichte zu probieren.

Auch die breite Auswahl an Gewürzen oder Hülsenfrüchten eignet sich, um den eigenen Vorrat aufzustocken. Allerdings wiederholt sich das Sortiment schon nach etwa der Hälfte des Marktes.

Richtung Kettenbrückengasse gilt der Naschmarkt als etwas günstiger – es lohnt sich also, gleich zuzuschlagen. Dort begutachten auch Ortsansässige gern den Krimskrams, den es samstags beim Flohmarkt am Naschmarkt zu durchstöbern gibt. Vom Sammlerstück bis hin zu Krims Krams kann man dort alles finden.

Bankomat: Wer zu wenig Bargeld zum Feilschen bei sich hat, kann beim Alten Marktamt nochmal Geld abheben.

An Samstagen werden im sogenannten Bio-Eck auch heimische Produkte verstärkt angeboten. Die Produkte der regionalen Bauern sind auf dem ganzen Markt an entsprechenden Tischfahnen erkennbar und bieten ein Bio-Sortimente an Honig, Fleisch, Fisch und Gemüse an.

Essen gehen am Naschmarkt: Restaurants und Cafés

Der Naschmarkt - Vogelperspektive
© Googel Maps | Karte der beliebtesten Märkte - zum Aufmachen noch einmal in der Bildergalerie!

Manchmal muss man Glück haben, um noch einen Platz in einem der beliebten Lokale am Naschmarkt zu ergattern – doch es zahlt sich aus! Denn das Zusammenspiel aus dem orientalischen Flair des Marktes und den Düften der internationalen Küche machen das Ganze zu einem einzigartigen Erlebnis – ob für ein ungezwungenes Essen oder einen Sommerspritzer unter freiem Himmel.

Wer sich nicht für ein Lokal entscheiden kann, bekommt hier ein paar Tipps aus der Redaktion.

Achtung: Sonntags hat der ganze Markt inkl. Gastronomie geschlossen!

Deli

Küche: türkisch, amerikanisch
Szenetreff mit DJs aus der Umgebung und internationalen Gast-DJs: Hier kann man nach einem Markteinkauf bei italienischem Espresso zwischen Break Beats und Easy Listening ausspannen!

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7:00 - 00:00 Uhr
DJ-Line-up: Montag bis Freitag ab 17:00 Uhr, Samstag 9:30 und 17:30 Uhr
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Neni

Küche: israelisch, orientalisch, amerikanisch, karibisch
Das einzige Lokal am Naschmarkt mit Obergeschoß - und dementsprechend gutem Überblick über das bunte Treiben. Besonderheiten: Holzofen zum Brotbacken und Wintergarten (nicht direkt ans Lokal angeschlossen). Außerdem besteht die Möglichkeit das Neni für Feiern zu mieten!

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8:00 - 23:00 Uhr
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Umar

Küche: Fisch und Meeresfrüchte
Das Fischrestaurant bietet mittags Menüs an, abends können sich die Gäste den Fisch "ihrer Wahl" zubereiten lassen. Der Fisch wird täglich frisch geliefert, u.a. aus Griechenland, Dubai, dem Oman oder sogar Neuseeland! Im anliegenden Fischgeschäft werden auch Kundenbestellungen aufgenommen. Übrigens: Das Familienunternehmen achtet darauf, dass die Fischereimethoden und ihre Anwendungsweisen bestandserhaltend sind.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11:00 - 23:00 Uhr, Samstag 8:00 - 23:00 Uhr
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Orient & Occident

Küche: international
Die Speisekarte als Brückenschlag zwischen den Kulturen: "ob aus dem Orient oder Occident- im 'Orient Occident' ist jeder willkommen, der verstehen, teilen, und genießen will…", ist auf der Homepage des Lokals zu lesen. Dieser Einladung zu folgen zahlt sich auf jeden Fall aus!

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7:00 bis 24:00 Uhr, Frühstück bis 14:00 Uhr
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Übrigens: Unter "Orient" versteht man bekannterweise die östliche Welt. Dieser steht der weniger geläufige Begriff des "Occident" für den Westen gegenüber – beides wird in diesem Lokal vereint.

Li's Cooking

Küche: Mix aus Chinesisch, Thailändisch, Vietnamesisch und Japanisch
Zugegebenermaßen ist es hier etwas teurer, doch die hervorragende Qualität der asiatischen Speisen ist es allemal wert.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11:30 bis 23:30 Uhr
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tewa

Küche: international, orientalisch-mediterran, bio
Hier kommen (fast) nur biologische Lebensmittel und Getränke auf den Tisch. Beim tewa wird viel Wert auf Frische, Regionalität und fairen Handel der Produkte gelegt – und das schmeckt man auch! Tewa gibts übrigens auch zum Mitnehmen.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7:00 - 00:00 Uhr, Frühstück bis 16:00 Uhr
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Zur Eisernen Zeit

Küche: traditionelle Wiener Küche
Wer es doch lieber traditionell mag, ist im ältesten Restaurant am Naschmarkt gut aufgehoben: Die Eiserne Zeit serviert alt Wiener Hausmannskost und frisch gezapftes Bier.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8:00 bis 23:00 Uhr
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Der Naschmarkt als Sehenswürdigkeit

Wer genug vom Markt-Gedränge hat, kann dem Besuch am Naschmarkt noch immer einiges abgewinnen: Denn schon beim Ausstieg an der U4 Station Kettenbrückengasse genießt man den direkten Blick auf die kunstvoll verzierten Fassaden der Otto-Wagner-Häuser der Linken Wienzeile. Und auch die U-Bahn-Station selbst gehört zu den wenigen erhaltenen Stationen im Jugendstil-Design von Otto Wagner.

Biegt man vor dem Alten Marktamt in die Kettenbrückengasse ab, steht man bald vor dem Sterbehaus von Franz Schubert (Nr. 6). Ganz in der Nähe liegt die Heumühle (Grüngasse 1), welche als das älteste Haus Wiens gilt.

Wien Museum Schubert Sterbewohnung
Kettenbrückengasse 6, 1040 Wien
Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:00 Uhr

Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe

Der Naschmarkt stellt aber nicht nur selbst einen sehenswerten Hotspot dar, sondern bietet sich auch als idealer Zwischenstopp beim Rundgang zu Fuß an. Wer also gleich eine ganze Sightseeing-Runde machen will, startet stattdessen lieber beim zentralen Knotenpunkt am Karlsplatz. Denn schon auf dem Weg Richtung Wienzeile liegen einige Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen darf:

Geheimtipp: Treppenaufgang Raimundhof

Der Marktbummel lässt sich auch mit einem Shoppingtrip auf der Mariahilfer Straße verbinden. Denn ein absolutes Highlight versteckt sich im Treppenaufgang zwischen Naschmarkt und Einkaufsstraße.

Wer die Linke Wienzeile auf Höhe der U4 Station Kettenbrückengasse überquert, entdeckt in der Stiegengasse die romantische Passage "Raimundhof" mit Secret Garden Café und Vintage Shop. Quer über den gepflasterten Innenhof, vorbei an Rastbänken und Sonnenstühlen, landet man plötzlich wieder mitten im Geschehen der allseits bekannten Wiener Shoppingstraße, der "Mahü".

Parken am Naschmarkt

Autofahrer parken am besten in der Kurzparkzone entlang des Naschmarktes in der Rechten Wienzeile. Dort können Anrainer mit Parkpickerl für den 4. Bezirk 1,5 Stunden parken, für einen Parkschein bezahlt man € 1,10 pro halbe Stunde. In den umliegenden Parkhäusern (Wipark) kostet eine Parkstunde € 4,10.

Gebührenpflichtige Kurzparkzone:

Montag bis Samstag: 8:00 bis 18:00 Uhr
Max. Parkdauer: 1,5 Stunden
Preis: ab € 1,10 pro Halbestunde

» Verkaufsstellen für Parkscheine

Video

Woher kommt der Name "Naschmarkt"?

Woher der Naschmarkt seinen Namen hat, ist nicht ganz geklärt. Zum einen könnte er von der Bezeichnung als Aschenmarkt herrühren, da sich zuvor an dieser Stelle vor dem Fürstlich Starhembergischen Freyhaus eine Aschen- und Müllablagerungsstätte befunden hatte und später ein kleiner Milchmarkt. Als Asch wurden traditioneller Weise auch die aus Eschenholz hergestellten Milcheimer bezeichnet. In der Folge mögen die am Markt vertriebenen Naschereien das ihre zum heutigen Namen des Naschmarkt beigetragen haben.

Im Mittelalter lag das Gelände am unregulierten Strom des Wienflusses inmitten von Weinbergen und beherbergte die beiden meist frequentierten Wiener Bordelle, das vordere und das hintere Frauenhaus, mit ihren ungefähren Standorten des heutigen Theater an der Wien und des Burgtors – schon damals war der Naschmarkt also der Lust und Lustbarkeit verschrieben.

Bis 1774 waren die landwirtschaftlichen Produkte, die auf Wägen in die Stadt Wien gelangten, auf der Freyung Feil geboten worden. Nachdem das dort ansässige Schottenkloster sich (wohl wegen der sogenannten Stubenmädchen, die hier ihrer geschäftlichen Tätigkeit nachgingen) durchgesetzt hatte, wurde der Markt vor die Tore Wiens, vor das Fürstlich Starhembergische Freyhaus verlegt, wo er sich schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Naschmarkt etablierte.

Er wuchs rasch an, 1905 erstreckten sich 900 Stände bis zum Resslpark, Knödelhütten und Bratlbrater schlugen ihre Zelte auf. Nach dem Vorschlag von Otto Wagner, den Naschmarkt zu verlegen, wurde das Freyhaus umgebaut, die Wien mit einem Gewölbe überdacht und die Stadtbahn (heutige U-bahn) überdeckt.

Während des ersten Weltkrieges wurden die Pläne geändert und nach Entwurf von Friedrich Jäckel die heute noch bestehenden und so charakteristischen Standbauten des Naschmarkt errichtet. Der sich außerhalb der Kettenbrücke befindliche zentrale Großmarkt wurde 1972 nach Inzersdorf verlegt und der neue freie Raum 1977 durch die Übersiedlung des Flohmarkts aus dem 1. Bezirk „Am Hof“ neu genutzt.

1993 bis 1998 bedurfte der inzwischen ziemlich herunter gekommene Naschmarkt einer Generalsanierung, bei welcher sämtliche Stützen neu fundamentiert wurden, die verzinkten Blechdächer erneuert, Wasserleitungen und elektrische Heizungen installiert wurden.

Das originale Erscheinungsbild des Naschmarkt aus der Jahrhundertwende blieb dabei in seiner ganzen, allen Wienern ans Herz gewachsenen, Charakteristik erhalten.

Seit seiner Entstehung lebt und verändert sich der Naschmarkt, an die ursprünglichen Standbauten reihen sich immer mehr moderne Lokalitäten, viele der Obst- und Gemüsehändler sind schicken Läden gewichen, die ihre ausgefallenen Spezialitäten in höheren Preisklassen anbieten.

So mancher alteingesessener Wiener klagt über den Wandel des traditionellen Naschmarkts, der eine ausgezeichnete und preiswerte Quelle für heimische Obst- und Gemüsesorten, wie anderen landwirtschaftlichen Produkte und Lebensmittel aus östlichen Ländern, wie Griechenland oder der Türkei gewesen war.

Zunehmend macht sich der gastronomische Betrieb am Naschmarkt breit. Kurzfristig, im Jahr 2005 sollte diese Entwicklung durch ein Verbot der Umwandlung von Geschäften in Gaststätten gestoppt werden, doch 2006 wurde dieses Gesetz wieder aufgehoben und den Betreibern der Lokale das Offenhalten bis Mitternacht gestattet. Von maffiöser Geschäftemacherei wird wohl gemunkelt – doch laut ausgesprochen kaum.

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weitere Meinungen

Warum wird das Spitzenrestaurant Nautilus nicht genannt?

, 18.10.2019 um 15:05

Wer hat den Schnitt vom Naschmarktvideo verbrochen? Da wird mir ja schlecht....

, 12.01.2017 um 14:46

Wir waren gestern dort zum essen . In diesem Restersaunte wurde mit einer Tafel für diese Speribs geworben . Es waren meine äckligsten Speribs meines ganzen leben!!. Nur gekocht und abschließend mit einer grausigen Soße bestrichen.Wenn dort soetwas einem Touristen vorgesetzt wird , ist es zum FREMDSCHÄMEN!!

, 14.09.2016 um 10:05

Alles gut und schön, ich vermisse aber einen Plan, wo die einzelnen Lokale zu finden sind. Der Naschmarkt ist groß und wenn man nicht so gut zu Fuß ist, wird aus der Suche ein Problem.

, 18.08.2016 um 06:38
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