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Bühne Text: Julia Hauer

Burgtheater - Die Burg am Ring

Das Burgtheater gilt als wichtigste Schauspielbühne Österreichs und ist das größte Sprechtheater im deutschsprachigen Raum. Außerdem gilt die Burg als prominentester Schauplatz des Landes für dramaturgische Inszenierungen klassischer wie moderner Art. Hier finden Sie wissenswerte Informationen zum Haus und seiner Geschichte und zu so manchen Eigenheiten dieser prominenten Theaterbühne. Rechts unterhalb der Map finden Sie alle wichtigen Infos zum Kartenverkauf, Anreise und Parkmöglichkeiten.

Vogelperspektive des Burgtheaters Wien mit Ringstraße
© Georg Soulek/ Burgtheater | Das Wiener Burgtheater

Aktueller Spielplan im Wiener Burgtheater

Das Wiener Burgtheater befindet sich direkt gegenüber vom Rathaus mit dem Rathausplatz und ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Ringstraße. Unweit davon befindet sich auch die Universität Wien. Folgt man der Ringstraße in die andere Richtung gelangt man binnen weniger Minuten auch zur berühmten Staatsoper, alljährlicher Schauplatz des glamourösen Wiener Opernballs

Eine spannende Geschichte rund um die Burg

Nach der Schließung des alten Burgtheaters „nächst der Burg“ am Michaelerplatz am 12. Oktober 1888, wird das neue k. u. k. Hofburgtheater am Ring nur zwei Tage später mit Franz Grillparzers Stück Esther und Schillers Wallensteins Lager eröffnet. Bemerkenswert ist hierbei, dass der Bau des Theaters ganze 14 Jahre dauerte, was an einem Streit des Architektenduos Gottfried Semper und Karl Freiherr von Hasenauer gelegen haben dürfte. Die prunkvollen Gemälde, wie etwa das Deckengemälde in den Stiegenhäusern oder auch die Gemälde auf der Feststiege in Richtung des Café Landtmann sind den Brüdern Gustav und Ernst Klimt sowie Franz Matsch zuzuschreiben. Seit 1919 trägt es den Namen Burgtheater, obgleich die alte Inschrift K. u. K. Hofburgtheater über dem Haupteingang unberührt blieb. Im Laufe der Zeit etablierte sich das Burgtheater zum gesellschaftlichen Treffpunkt.

Das Feuer 1945 und der Wiederaufbau

Nachdem das Innere des Burgtheaters am 12. April 1945 einem Feuer komplett zum Opfer fiel, wurde bereits am 23. April im Rahmen einer Sitzung aller Wiener Kulturschaffenden die Wiederinbetriebnahme von insgesamt 8 Kinos und 4 Theatern – wozu auch das Burgtheater gehörte – beschlossen. Die erste Vorstellung fand bereits am 30. April 1945 statt. 1948 wurde ein Wettbewerb zum Wiederaufbau ausgeschrieben. Realisiert wurden dann die Pläne Michael Engelhardts, die ein konservatives aber auch preiswertes Modell beinhalteten.

Am 14. Oktober 1955 kam es dann schließlich zur Neueröffnung unter dem Direktor Adolf Rott. Zwischen 1986 und 1999 zeichnete sich Claus Peymann als Direktor des Burgtheaters verantwortlich. Er ging neue Wege und erlaubte sich, das Burgtheater durch die Einführung modernerer Spielpläne und Veränderung der Inszenierungen einem Wandel zu unterziehen. Unvergessen bleibt der Skandal um die Uraufführung von Thomas Bernhards lautstark kritisiertem Stück Wien Heldenplatz, das sich mit der Vergangenheitsbewältigung Österreichs beschäftigt und auch die damalige Gegenwart behandelte.

In jüngerer Vergangenheit

Im Oktober 2005 feierte man im Burgtheater das 50-jährige Jubiläum zur Wiedereröffnung mit Franz Grillparzers König Ottokars Glück und Ende. Im Mozartjahr 2006 gelang eine Neuinszenierung der im Burgtheater uraufgeführten Oper Entführung aus dem Serail.

Dank Patentlösung auch architektonisch ein Schmuckstück

Eine architektonische Besonderheit im Burgtheater ist die patentierte Luftschleuse, die als Belüftungssystem des Theaters fungiert. Unter dem runden Dach der Luftansaughütte befindlich, wurde die Anlage vom Architekturbüro Ignaz Gridl konstruiert. Die Funktionalität besteht darin, dass Luft durch Filter geblasen, gereinigt und temperiert wird. Durch das Messinggitter des Kristalllusterkranzes mittig der Saaldecke wird die Luft aus dem Zuschauerraum ins Freie abgezogen. Den dafür nötigen Zug erzeugt eine grüne Engelsfigur mit einem Blasinstrument.

Das Burgtheaterdeutsch

Das so genannte Burgtheaterdeutsch gilt als eigener Sprachbegriff für eine besonders schön und melodiös gesprochene Variante, die zudem auch für das Publikum im gesamten Zuschauerraum bestens verständlich ist. Als Paradebeispiel für die Kunst des Burgtheaterdeutsch wird bis heute die legendäre Burgschauspielerin Paula Wessely genannt.

Zum Finanz-Skandal rund um das Burgtheater:

News: Das Gutachten zur Burgtheater Finanzaffäre

Zeit Online: Finanzskandal Hartmann

Das Burgtheater in internationalen Medien:

Süddeutsche: "Theater heute" kürt Burgtheater zum "Theater des Jahres"

The Guardian: Kein Kunstblut! Burgtheater-Schauspieler schneidet sich auf der Bühne in den Hals.

The Burgtheater and Austrian Identity: Theatre and Cultural Politics in Vienna, 1918-38 von Robert Pyrah

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