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Wiener Prater

Ihr Guide für Freizeit und Vergnügen

Das ca. 6 km² große, im Herzen Wiens gelegene Naturparkareal beheimatet nicht nur den berühmten Wurstelprater Vergnügungspark, mit dem Riesenrad, Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett oder dem mittlerweile berühmtesten Biergarten im Kolariks Schweizerhaus, sondern auch ein weitläufiges Erholungsgebiet, Club-Locations wie die Pratersauna, der Praterdom, oder die Lokale am neuen WU Campus.

Auch die Messe Wien, das größte Stadion Österreichs, das Ernst-Happel-Stadion sowie die Trabrennbahn Krieau finden sich im Prater.

Der Bahnhof Praterstern bildet sozusagen das Tor von der Innenstadt in das weitläufige Pratergelände. Hier findet sich auch der Beginn der 4,4 km langen, asphaltierten von Kastanienbäumen begrenzten Praterhauptallee, die bis zum Lusthaus führt. Vorbei an Freizeit- und Sporteinrichtungen, Lokalen und zahlreichen befestigten und unbefestigten Wegabzweigungen in die unter Naturschutz stehenden Wald- und Auabschnitte, sowie zu großen Wiesenflächen, wo Verweilen, Picknicken und Entspannen erlaubt ist.

Wurstelprater Attraktionen

Lokaltipps

Freizeit im Prater

250 Jahre Prater

250 Jahre Prater sind ein guter Anlass, die „grüne Lunge Wiens“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Seit Kaiser Joseph II. das ehemalige kaiserliche Jagdgebiet am 7. April 1766 zur allgemeinen Benutzung freigab, werden dort zwar keine Schnepfen, Dachse, Füchse, Wölfe, Wildschweine, Braunbären und Hirsche mehr gejagt, dafür aber so manche Stelze, Krügerln und das Glück aufregender Momente im Spiel.

Vom kaiserlichen Jagdgebiet zum Volksvernügen

Der ehemalige „Bratter“ hat ca. sechs Quadratkilometer und ist heute besonders als Volksvergnügungsstätte bekannt, denn die Aulandschaft ist das beliebteste Naherholungsgebiet der Wienerinnen und Wiener. Auch wenn das ehemalige Augebiet eigentlich sehr flach ist, lädt besonders die Prater Hauptallee (mit 4500 Meter Länge), die den Praterstern mit der Krieau verbindet, Jogger, Radfahrer und Spaziersüchtige zum Verweilen ein. Die Prater Hauptallee wurde im 19. /20. Jahrhundert auch gerne für politische Manifestationen der Arbeiterschaft benutzt, defilierte entlang seiner Kastanienalleen doch auch die Herrschaft in ihren Kutschen und Fiakern. Heute sind man neben Skateboardern, auch viele Radfahrer und Kastanienblüten-Bewunderer, denn die gehört im Frühjahr zu einer der schönsten Attraktionen des Praters und Wiens, im Prater (eigentlich lateinisch für: Wiese) unterwegs.

Vergnügungen auf sechs Quadratkilometern

1895 wurde direkt im Prater auch das Vergnügungsareal „Venedig in Wien“ errichtet, das auf über 1,5 Kilometern auch Gondelfahrten anbot, so groß war das Gelände damals. 1897 entstand in dessen Mitte dann auch das Wiener Riesenrad, das heute noch als das größte und bekannteste Wahrzeichen Wiens gilt. Der Prater hat aber vielmehr noch als nur landschaftliche Attraktionen und Wahrzeichen. Bei der Öffnung des Praters für die Öffentlichkeit zu Kaiser Josephs II. Zeiten hieß es zwar damals schon warnend, dass es zwar „erlaubet“ sei,

„sich daselbst mit Ballonschlagen, Keglscheibn, und andern erlaubten Unterhaltungen eigenen Gefallens zu divertieren“,

jedoch dabei

„man aber versiehet, daß niemand bey solcher zu mehrerer Ergötzlichkeit des Publici allergnädigst verstattenden Freyheit sich gelüsten lassen werde, einige Unfüglichkeit, oder sonstig unerlaubte Ausschweifungen zu unternehmen, und anmit zu einem allerhöchsten Mißfallen Anlaß zu geben.“ (Zitat im Original)

Aber daran hielten sich dann doch nicht immer alle.

Horizontaler und vertikaler Gewerbepark

Nachdem nämlich alsbald auch die Ansiedlung von Kaffeesiedern und Wirten genehmigt wurde - und damit der Grundstein zur Entstehung des Vergnügungsparks (auch Wurstlprater genannt) gelegt wurde - ließ die Ansiedlung des horizontalen Gewerbes nicht mehr lange auf sich warten. Das Stuwerviertel, das sich heute außerhalb des Praters befindet, gibt davon noch heute Zeugnis, dabei geht der Name eigentlich auf die Ausübung eines völlig – im wahrsten Sinne des Worters - vertikalen Gewerbes zurück: die Feuerwerkskunst, auch Pyrotechnik genannt. Bis zu 10.000 Menschen nahmen damals an solchen Veranstaltungen teil, bei denen z. B. der Italiener Peter Paul Girandolini und der Deutsche Johann Georg Stuwer in Konkurrenz um die schönsten Feuerwerksblumen traten.

Prater: Alles für das leibliche Wohl!

Im Prater befindet sich übrigens auch ein Lusthaus, das bis heute mit kulinarischen und somit auch anderen leiblichen Genüssen verbunden ist. Der Barockpavillon geht auf den illustren französischen Architekten Isidore Canevale zurück, der auch die Inneneinrichtung des Schlosses Schönbrunn gestaltet hatte. Das Lusthaus diente als Treffpunkt und Bühne der eleganten Gesellschaft Wiens und wurde auch vom Kaiser gerne besucht, heute kann es von Hochzeitsgesellschaften auch gemietet werden. Auch das Schweizerhaus blickt auf eine längjährige – sogar jahrhundertealte - kulinarische Tradition zurück. Anfangs als Kaffeehaus eingerichtet bot es Aufführungen von klassischer Musik; Beethoven spielte hier 1814, Joseph Lanner 1824, später auch die Strauß-Dynastie. Nach einem Brand 1945 wurde es als Restaurant wiedereröffnet und serviert seither gezapftes Budweiser vom Fass und Stelzen im Ausmaß von Armeerationen – und das täglich.

Weitere Attraktionen im Prater

Trabrennbahn Krieau,  Ernst-Happel-Stadion, Wirtschaftsuniversität Wien, die Wiener Messe, Stadionbad, Planetarium, die Kirche Maria Grün, die Liliputbahn. Mit der Verlängerung der U-Bahn Linie U2 ist der Prater nun auch über den Praterstern (S-Bahn-Bahnhof) oder Messe Prater sowie Krieau und Stadion verkehrsgünstig erreichbar. Ab 10. März bis 21. August zeigt das Wien Museum eine Ausstellung mit dem Titel "In den Prater", die ganz dem Wiener Vergnügungspark gewidmet ist.