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Bühne

Geschichte des Burgtheaters

Die Geschichte des Burgtheaters begann im Jahre 1874 mit dem Bau der heutigen Burg im historistischen Stil des Neobarock nach den Entwürfen der beiden Architekten, die schon das Kaiserforum in Wien geplant und zum Teil realisiert hatten: Gottfried Semper zeichnete den Grundriss des neuen Theaters und Karl Freiherr von Hasenauer ist für die Fassade verantwortlich. Das Theater birgt so manchen künstlerischen Schatz, wie Gustav Klimts Deckengemälde in der Feststiege.

Foto vom Angelika Prokopp Foyer im Wiener Burgtheater
© Georg Soulek/Burgtheater | KLIMTRAUM - Angelika Prokopp Foyer

Gut Ding braucht Weile

Die Fertigstellung des Theaters gegenüber des Wiener Rathauses geschah dann nach 14-jähriger Bauzeit 1888 unter der alleinigen Feder von Hasenauer, der vor allem einen prunkvollen Stil favorisierte. Vorbild war die Dresdner Semperoper, die Struktur der Architektur ist symmetrisch gegliedert, mit einer Loggia über dem Mitteltrakt, eingerahmt von den beiden Seitenflügeln, das Bühnenhaus ist mit eine Giebeldach und das Zuschauerhaus mit einem Zeltdach überdeckt. Die Fassade ist mit zahlreichen Skulpturen mythologischer und literarischer Bedeutung geschmückt, Apollo, Musen, Bacchus und Ariadne, Allegorien und Portraitbüsten verschiedener Dichter.

Gustav Klimt und das Burgtheater

Im Inneren des Theaters wurde Gustav Klimt mit seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsche für die Ausschmückung der Stiegenhäuser mit Deckengemälden beauftragt. Es entstanden große Gemälde mit antikem Inhalt, Darstellungen von Künstlern des antiken Theaters, Szenen aus Stücken von Shakespeare und Molière, in welchem sich der Künstler auch selbst wiedergegeben hat, gemeinsam mit seinen beiden Malerkollegen im Hintergrund. Für diese Deckengemälde wurde Klimt und seinen Kollegen von Kaiser Franz Joseph das Goldene Verdienstkreuz verliehen.
Im Angelika Prokopp Foyer werden seit Juni 2009 Kartons von Gustav Klimt gezeigt.

1945 wurde auch das neue Theater, wie andere Bauwerke der Ringstraße (darunter auch die Staatsoper), durch einen Bombenangriff stark beschädigt und brannte vollständig aus. 1955 konnte das wieder hergestellte Theaterhaus neu eröffnet werden, bis dahin musste das Ronacher als Ausweichquartier genutzt werden.

Claus Peymann und der Wandel des Burgtheaters

Seit 2009 ist Matthias Hartmann der Direktor des Hauses, davor war es Klaus Bachler. Bachlers Vorgänger Claus Peymann ist eine Modernisierung des bis dahin sehr konservativen Spielplans und Inszenierungsstils zu verdanken. Peymanns systemkritische Haltung und Wortmeldungen, vor allem aber die auch politisch umstrittene Uraufführung von Thomas Bernhards Heldenplatz erregte allgemeines Aufsehen. Seit Peymanns Betreiben 1999, zehn Jahre nach dem Todestag des großen österreichischen Schriftstellers, stehen die Dramen von Thomas Bernhard konstant am Spielplan. Klaus Bachler, der Peymann 1999 als Direktor folgte, kultivierte den Besuch in der "Burg" als gesellschaftliches Event und zog dazu Regisseure wie Peter Zadek, Andrea Breth und Luc Bondy nach Wien. Unter anderem realisierte unter Bachlers Direktion 2005 Hermann Nitsch im Haus am Ring ein Orgien-Mysterien-Theater, John Irving las 2006 aus seinem Buch Bis ich dich finde, Christoph Schlingensief veranstaltete Die 431. animatorgraphische Expedition.

Skandale und Skandälchen im Laufe der Zeit

Neben der berühmt berüchtigten Aufführung des Dramas Heldenplatz von Thomas Bernhard, gab es noch weitere Events, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen:

  • 2005: Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater mit der Perfomance 122. Aktion
  • 2005: MTV-Unplugged Konzert der Toten Hosen unter dem Titel "Nur zu Besuch"
  • 2006: John Irvings Lesung aus seinem Buch Bis ich dich finde
  • 2006: Die 431. animatographische Expedition von Christoph Schlingensief sowie die Veranstaltung von ihm unter dem Titel Area 7Sadochrist Matthäus – Eine Expedition von Christoph Schlingensief

Heute hat das Theaterhaus am Ring, anders als die meisten Schauspielhäuser, eine ungebrochen gute Auslastung. Es bleibt eine Lust der Wiener „in die Burg“ zu gehen. Dazu tragen namhafte Schauspieler bei, die zu Publikumslieblingen wurden, qualitativ hochwertige Inszenierungen und nicht zuletzt auch Gerüchte und Skandale, die das Theater immer wieder in die Schlagzeilen bringen. Die Ernennung des nächsten Intendanten ist stetes Gesprächsthema der Wiener Gesellschaft.

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