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Kino Text: Melanie Gerges

Gemini Man: Will Smith kämpft gegen sich selbst

Mit atemberaubender Bildschärfe und neuester Technik besticht der Action-Blockbuster Gemini Man. Aber kann der Inhalt bei all den spannungsgeladenen Kampfszenen mithalten?

Will Smith im Film Gemini Man
© Constantin Film | Will sieht doppelt

Mit 51 Jahren beschließt der Scharfschütze Henry Brogan (Will Smith), sich zur Ruhe zu setzen. Nach 72 Auftragsmorden und mit dem Ruf als bester Scharfschütze der Branche möchte er sich endlich auch den schönen Dingen des Lebens widmen – denn die Arbeit hat vor allem an seinem Gewissen Spuren hinterlassen. Dass der Ausstieg aus der Geheimorganisation DIA gar nicht so einfach ist, muss Brogan schon kurze Zeit später erfahren, als plötzlich er selbst zur Zielscheibe wird. Sein Gegenspieler: Ein jüngerer Klon des Auftragsmörders. Wie das überhaupt möglich ist und warum Brogan statt Pensionisten-Bingo Verfolgungsjagden erleben muss, gilt es für ihn herauszufinden.

Gemini Man Kritik

Gemini Man besticht vor allem durch seine Technik. Die Aufnahmen in 3D sind herausragend und vermitteln so eine Dynamik, die den Zuschauer mitten ins Geschehen wirft. Regisseur Ang Lee (Hulk, Life of Pi) ließ viele der Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Zum Vergleich: Die meisten Filme arbeiten mit 24 Bildern. Diese hohe Bildrate (HFR) sorgt für gestochen scharfe Bilder, die vor allem in den Actionszenen ein richtiger Hingucker sind.  Auch die CGI-Technik hinter dem jüngeren Will Smith ist beeindruckend, wenn auch in einigen Szenen sehr offensichtlich.

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Aber genau hier liegt das Problem von Gemini Man: Der Film ruht sich auf seiner Technik aus, vergisst dabei aber, wie wichtig ein gutes Drehbuch, packende Dialoge und eine natürliche Entwicklung der Charaktere ist. Denn außer Verfolgungsjagden und großen Explosionen hat der Film kaum Höhepunkte. Die Dialoge wirken oftmals gezwungen, die Beziehungen und Verstrickungen der Charaktere bekommen kaum Raum und der Zuschauer kann sich so nicht wirklich in die Situation hineinversetzen.

Viel Lärm um nichts

Auch das Grundthema des Films – Klonen – erhält neben all der Action kaum Raum. Das Thema wird nur oberflächlich behandelt, der Schock darüber, einen tatsächlich identischen Doppelgänger zu haben und die Konsequenzen davon werden nicht wirklich tiefergehend behandelt, sondern lediglich in den Raum gestellt. Auch die Frage nach einer militärischen Armee bestehend aus Klonen geht bei all den actiongeladenen Kampfszenen, Explosionen und Schüssen unter. Sehr schade, könnte der Film mit dieser Thematik doch viel mehr sein, als einer unter vielen Actionfilmen.

So bleibt Gemini Man ein Film, der von der technischen Seite definitiv einen Kinobesuch wert ist. Actionfans, die auf große Explosionen und spannungsgeladene Verfolgungsjagden hoffen, werden vor allem durch die Aufnahmen begeistert sein. Wer allerdings überraschende Wendungen oder eine tiefere ethische Auseinandersetzung mit dem Thema Klonen erwartet, wird hier eher enttäuscht.

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