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Soziales & Bürokratie Text:

Staatsbürgerschaft

Die österreichische Staatsbürgerschaft ist für viele ein Traum, oft ist es aber ein langer bürokratischer Weg dorthin. Welche Anforderungen der Staat Österreich stellt, um eingebürgert zu werden, wie lange man dafür bereits in Österreich gelebt haben muss und was das kostet erfahren Sie hier.

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© Dollarphotoclub | Wie kommt man zur Staatsbürgerschaft?
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Die österreichische Staatsbürgerschaft kann auf verschiedene Art und Weise erworben werden, die in den folgenden Absätzen vorgestellt werden. In den meisten Fällen erwirbt ein Kind die Staatsbürgerschaft durch Abstammung – automatisch und ohne Antrag. Daneben gibt es aber auch den Erwerb durch Verleihung, wo es verschiedenste Kriterien aber auch verschiedene Wege zu Staatsbürgerschaft gibt. Wir wollen ihnen in den nächsten Absätzen einen kleinen Einblick geben.

Erwerb durch Abstammung

Die gängigste Form des Erwerbs der Staatsbürgerschaft ist durch Abstammung: Ein Kind wird automatisch zum österreichischen Staatsbürger, wenn es in Österreich geboren wird und zumindest die Mutter österreichische Staatsbürgerin ist.

Auch wenn nur der Vater österreichischer Staatsbürger ist, ist dies möglich: Wenn die Eltern verheiratet sind gilt ebenso der automatische Erwerb. Sind sie nicht verheiratet, gibt es aber auch einen Weg: Hat ein Kind unverheiratete Eltern und nur der Vater ist österreichischer Staatsbürger, kann es trotzdem die österreichische Staatsbürgerschaft erwerben, wenn der österreichische Vater innerhalb von acht Wochen nach der Geburt entweder die Vaterschaft anerkennt oder seine Vaterschaft gerichtlich festgestellt wurde.

Allgemeinen Einbürgerungsvorrausetzungen

Ohne die oben genannte Verwandtschaftsverhältnisse ist der Erwerb der Staatsbürgerschaft durch Verleihung möglich. Dabei gibt es unterschiedliche Arten, die allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen müssen aber in jedem Fall erfüllt sein. Da diese relativ umfangreich sind, haben wir hier nur die wichtigsten Kriterien in aller Kürze zusammengefasst:

  • Mindestens zehnjähriger rechtmäßiger und ununterbrochener Aufenthalt in Österreich, davon mindestens fünfjährige Niederlassungsbewilligung; es gibt Abweichungen von dieser Voraussetzung – siehe Absatz „Verleihung der Staatsbürgerschaft aufgrund eines Rechtsanspruches“.
  • Keine gerichtlichen Verurteilungen.
  • Kein anhängiges Strafverfahren (sowohl im In- als auch im Ausland).
  • Hinreichend gesicherter Lebensunterhalt.
  • Nachweis fester und regelmäßiger eigener Einkünfte aus Erwerb, Einkommen, gesetzlichen Unterhaltsansprüchen oder Versicherungsleistungen im Durchschnitt von 36 Monaten aus den letzten 6 Jahren vor dem Antragszeitpunkt, wobei jedenfalls die letzten geltend gemachten sechs Monate unmittelbar vor dem Antragszeitpunkt liegen müssen.
  • Deutschkenntnisse und Grundkenntnisse der demokratischen Ordnung und der daraus ableitbaren Grundprinzipien sowie der Geschichte Österreichs und des jeweiligen Bundeslandes.
  • Keine Rückkehrentscheidung
  • Kein Naheverhältnis zu einer extremistischen oder terroristischen Gruppierung

Die vollständigen Anforderungen können sie auf der Seite der österreichischen Bundesregierung einsehen

In vielen Fällen muss auch ein Nachweis durch schriftliche Prüfung erfolgen. Wenn aber beispielsweise Deutsch die Muttersprache ist, die jeweilige Person Minderjährig ist oder auch wenn der Unterrichtsgegenstand "Deutsch" positiv beurteilt wurde, ist dies nicht notwendig.

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Staatsbürgerschaft durch Verleihung

Neben den allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen müssen zusätzlich dazu auch weitere Kriterien erfüllt werden: Der Erwerb durch Verleihung kann nämlich aufgrund eines Rechtsanspruches oder aufgrund Ermessens erfolgen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung im Ermessen der Behörde ist das Gesamtverhalten der Antragstellerin/des Antragstellers im Hinblick auf das allgemeine Wohl, die öffentlichen Interessen und das Ausmaß der Integration.

An die Verleihung aufgrund eines Rechtsanspruches hingegen sind spezifische Kriterien gebunden: Je nach persönlichen Voraussetzungen sind sechs, 15 oder sogar 30 Jahre ununterbrochener Aufenthalt bzw. Hauptwohnsitz in Österreich gefordert. Gewisse Voraussetzungen ermöglichen den Erwerb der Staatsbürgerschaft schon nach sechs Jahren. Hat der Antragssteller/ die Antragstellerin beispielsweise eine mindestens fünfjährige Ehe mit einer/m österreichischen Staatsbürger/in und gemeinsamer Haushalt gilt der Aufenthaltszeitraum von sechs Jahren.

Dasselbe gilt, wenn die Person eine EU-/EWR-Staatsangehörigkeit besitzt oder auch in Österreich geboren wurde. Auch durch den Nachweis von persönlicher Integration kann der Antrag nach sechs Jahren gestellt werden, dabei gibt es verschiedene Formen, wie eine „erfolgreiche Integration“ festgelegt wird.

Nun wissen sie also, wann eine Staatsbürgerschaft beantragt werden muss bzw. kann. Doch wie funktioniert das eigentlich und was kostet das?

Staatsbürgerschaft beantragen

Wenn die allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt sind, können Sie einen Antrag stellen -formlos oder mithilfe eines Antragsformulars, welches Sie bei der zuständigen Stelle erhalten – diese richtet sich nach dem Wohnsitz des Staatsbürgerschaftswerbers und stellt meist die Staatsbürgerschaftsabteilung der jeweiligen Landesregierung dar. Die Antragstellung hat persönlich zu erfolgen.

Erkundigen Sie sich im Vorhinein welche Unterlagen erforderlich sind, dies kann von Person zu Person variieren. Fremdsprachige Dokumente müssen sie übersetzen und beglaubigen lassen, und können dann gemeinsam mit der Übersetzung vorgelegt werden. Nach dem Antrag ist ein Ablegen einer Prüfung erforderlich.

Der österreichische Einbürgerungstest

Im Zuge des Erwerbs der Staatsbürgerschaft muss erfolgreich ein Einbürgerungstest absolviert werden. Dabei sind sechs Fragen zur demokratischen Ordnung, sechs Fragen zur Geschichte Österreichs und sechs Fragen zur Geschichte des jeweiligen Bundeslandes, in dem der jeweilige Wohnort ist, beantwortet werden.  Fragen, die dort gestellt werden könnten, sind beispielsweise:

  • Was ist die offizielle Währung der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten?
  • In welchen Abständen sind die Wahlen zum Europäischen Parlament gesetzlich vorgeschrieben?
  • Zu welchem großen Reich gehörte Österreich ab dem Jahre Null fast 500 Jahre lang?

Kleiner Lerntipp: Das Innenministerium stellt ein PDF zum Download als Lernunterlage bereit! Dieses soll bei der Vorbereitung auf den Test helfen.

Auch ein Übungstest wird dafür online angeboten.

Was kostet der Antrag und die Verleihung der Staatsbürgerschaft?

Die Staatsbürgerschaft durch Verleihung ist auch mit Kosten verbunden. Die Kosten belaufen sich etwa bei 247,90 bis 867,40 Euro Bundesgebühren plus Landesgebühren. Zusätzlich zu den Bundesgebühren werden noch Landesabgaben eingehoben, die je nach Bundesland variieren können.

Staatsbürgerschaftsnachweis

Ein Staatsbürgerschaftsnachweis ist die Bestätigung, dass eine Person die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Jedes Standesamt in Gemeinden und in Wien sowie jedes Magistrat stellen den Staatsbürgerschaftsnachweis aus.

Personen, die ihren Hauptwohnsitz nicht in Österreich haben, erhalten den Staatsbürgerschaftsnachweis von der jeweiligen österreichischen Vertretungsbehörde.

Nicht vergessen: Mit der neuen Staatsbürgerschaft gibt es auch einen neuen Reisepass. Mehr Infos zur Beantragung, Kosten und Gültigkeit erfahren Sie hier.

Doppelstaatsbürgerschaft in Österreich

Ein letzter wichtiger Punkt ist auch das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft: Im Normalfall muss eine Person bei Einbürgerung in Österreich auf die ursprüngliche Staatsbürgerschaft verzichten, nur unter besonderen Umständen darf Sie beide behalten. Ein Grund wäre etwa, eine erhebliche berufliche Beeinträchtigung (Voraussetzung hierbei wäre, dass der Betroffene die österreichische Staatsbürgerschaft mit der Geburt erworben hat).

Anders ist das bei Kindern: Hier sind die Regelungen etwas komplexer, grundsätzlich können diese aber beide (unterschiedliche) Staatsbürgerschaften der Eltern annehmen und müssen sich mit 18 nicht für eine entscheiden. Die jeweiligen Bewilligungen und Sonderregelungen finden durch das jeweilige Amt der Landesregierung statt.

Ausnahmeregelungen und alle Details zur Staatsbürgerschaft finden Sie auch auf der Seite der österreichischen Bundesregierung.

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weitere Meinungen

Warum werden keine Gesamtkosten für den Erwerb einer Staatsbürgerschaft in Wien, und das ist eine Wiener Seite, angeführt?
Im Volksmund nennt man das Verars......
oder ist dies ein neus Spiel? Nennt sich wohl such Bürger such, such, such

, 22.04.2021 um 15:28
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