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Wienweites Parkpickerl: Gratis Parken für Wiener, Pendler zahlen drauf

Der Bezirksvorsteher der Donaustadt, Ernst Nevrivy, möchte ein wienweites Parkpickerl diskutiert und umgesetzt sehen. Dabei soll das Parken für die Wiener umsonst und für die Pendler aus dem Umland teurer werden. Grund für Nevrivys Vorstoß ist die anhaltende Verdrängung von Pendlern von einem Bezirk in den Nächsten, denn nur noch Hietzing, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing haben noch kein Parkgebührsystem.

Parkende Autos
© pixabay | Bald schon Parkpickerl für ganz Wien?

Wienweites Parkpickerl: Einheitliche Lösung für Wien

Es scheint so, als wären sich ausnahmsweise auch in Wien SPÖ, ÖVP und FPÖ einig. Allen ist eine einheitliche Lösung für ganz Wien lieber, als das derzeitige Konzept der „Insellösungen“ durch die einzelnen Bezirke. Verkehrsstadträtin Birgit Hebein hat bereits angekündigt, sich mit Nevrivy zusammenzusetzen, um neue Vorschläge zu Diskutieren. Ziel Nevrivys ist es unter anderem, eine Parkraumbewirtschaftung in der Donaustadt zu vermeiden.

Allerdings sieht Hebein ein Gratisparken für Wiener*Innen als zusätzliche Belastung für den Haushalt: „Wenn man das Gratisparken für Wiener*Innen einführt, dann entgehen der Stadt über hundert Millionen Euro aus den Einnahmen der Parkometerabgabe. Auch das muss man bedenken. Mir geht es darum, gemeinsam mit den Bezirken die für einen wirksamen Klimaschutz notwendigen Maßnahmen zu vereinbaren“, so Hebein gegenüber „Wien heute“.

Der Ausbau der Parkraumbewirtschaftung in Wien hat der Stadt im Vorjahr einen Einnahmerekord beschert. 120,2 Millionen Euro nahm die Stadt allein durch Parkgebühren ein. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2010 nur 66,7 Millionen Euro. Mit Döbling als neue Zone dürfte dieser Rekord allerdings nicht lange halten. Diese gilt seit Anfang Juli und ist damit der 19te Bezirk mit einer fast flächendeckenden Kurzparkzone.

Umweltfreundliche Lösungen gefordert

Der Bezirksvorsteher hofft dabei vor allem auf umweltfreundliche Lösungen. In seiner idealen Vorstellung kommen Pendler von Außerhalb erst gar nicht mit dem Auto in die Stadt, sondern haben die Möglichkeit, Park & Ride Optionen zu nutzen. Dazu müssten jedoch Gespräche mit dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) forciert werden. Für die Wiener gilt freies Parken, außer in jenen Bezirken, die mit Parkplatzproblemen zu kämpfen haben.

Wer dennoch aus dem Umland mit dem Auto in die Stadt möchte, soll kräftig zur Kasse gebeten werden. Für diese Pendler sollen dann nur mehr kostenintensive Angebote wie Parkgaragen und Parkhäuser vorzufinden sein. Der ÖAMTC befürwortet auch ein Gesamtmodell, sieht aber ein Parkpickerl für alle Wiener aus rechtlichen Gründen als nicht durchsetzbar. Hier ist man der Meinung, dass ein vom Zentrum ausgehendes, absteigendes Preismodell die Lösung der Probleme herbeiführen könnte. Dieses müsste dann mit einem hochrangigen Straßennetz und günstigen Park & Ride-Anlagen verknüpft sein.

Bürgermeister Ludwig setzt auf individualisiertes Pickerl

Michael Ludwig hat sich nun auch zu Wort gemeldet und möchte lieber individualisierte Pickerl in Wien umgesetzt sehen. Dabei soll die zunehmende Digitalisierung genutzt werden und je nach Lebenssituation nur für die Zonen gezahlt werden, die man auch tatsächlich nutzt. Ein Gratispickerl für die Wiener*Innen sieht Ludwig für unwahrscheinlich. Es handle sich bei der reglementierung des Parkraums um ein "wichtiges Lenkungselement, das man verlieren würde, wenn es ein einheitliches Pickerl für ganz Wien gibt", so Ludwig. Er glaube auch, dass der innerstädtische Raum dadurch zusätzlich belastet werden würde.

Das Konzept der Lebenssituation soll über die Bezirksgrenzen hinweg gedacht werden. "Ich kann mir gut vorstellen, dass man nicht nur die Bezirksgrenzen heranzieht, sondern Zonen, die der Lebenssituation vieler Menschen näher liegen, etwa vom Wohnort zum Schulort. Das muss aber mit den Bezirken eng abgestimmt werden und die Gesetze müssen adaptiert werden. Ich bin da gesprächsbereit, sehe aber nicht nur einen Bezirk, sondern die Stadt als lebendigen Organismus im Ganzen. Die Digitalisierung kann da bei der individuelleren ­Planung stark helfen", so Ludwig weiter.

Derzeit handle es sich dabei aber vor allem um Überlegungen. Fix davon ist nichts und es sind durchaus auch andere Vorschläge im Diskurs. Einen Zeitdruck gibt es jedenfalls nicht, das derzeitige Konzept funktioniere ja schließlich, laut einem Sprecher. Gespräche mit den Grünen werden dennoch derzeit geführt, mitunter auch darüber, ob etwaige Änderungen mit dem Recht vereinbar sind.



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