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News Text: Tamara Leitner

Maulkorbpflicht für Listenhunde und Promille-Grenze für Halter

Die mittlerweile 12. Novelle zum Wiener Tierhaltegesetz soll mit 25. Oktober in Kraft treten. Ab dann gilt an öffentlichen Orten eine generelle Maulkorb- und Leinenpflicht und eine 0,5-Promille-Grenze für das Führen eines Listenhundes. Ebenso wurde eine Verschärfung des Hundeführscheins und das Verbot für die Zucht von Listenhunden beschlossen.

Kampfhun gmit Maulkorb liegt im Gras
© 123rf.com | Generelle Maulkorbpflicht und Alkohollimit bei Listenhunden beschlossen.

Generelle Maulkorpflicht für Listenhunde

Wien hat schon heute das strengste Tierhaltegesetz Österreichs, nun kommt es zur bereits 12. Novelle. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima hat am Welthundetag (10. Oktober) das neue Sicherheits-Maßnahmenpaket zur Hundehaltung präsentiert. Die neuen Bestimmungen werden am 25. Oktober im Wiener Landtag beschlossen und werden noch heuer in Kraft treten. Für gewisse Bereiche – wie die Alkoholgrenze oder die generelle Maulkorbpflicht, für die die Polizei zuständig ist, ist die Zustimmung des Bundes nötig.

Wird die Novelle im Landtag beschlossen wird ab dann eine generelle Maulkorbpflicht und Leinenpflicht für Listenhunde gelten. Einzige Ausnahme: In Hundeauslaufzonen gilt nur die Maulkorbpflicht und in umzäunten Hundezonen weder Maulkorb- noch Leinenpflicht. Bei Verstoß gegen Maulkorbpflicht und in Folge einer Biss-Verletzung eines Menschen folgt die sofortige Abnahme des Tieres. Bei Verstoß gegen die Maulkorbpflicht folgen 200 Euro Strafe und verpflichtend 6 Stunden Training bei einem Hundetrainer. Beim zweiten Mal muss der behördliche Hundeführschein wiederholt werden, beim dritten Mal erfolgt die Abnahme des Tieres (Zeitraum innerhalb 2 Jahre). Bei Verletzung der Leinenpflicht folgen 100 Euro.

0,5 Promille-Grenze für Listenhundehalter

Weiterer Kernpunkt des neuen Gesetzes ist eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille für Listenhundehalter sowie ein Verbot von Drogen aller Art, analog zur Straßenverkehrsordnung. Schon bis jetzt musste der Halter sein Tier so im Griff haben, dass von diesem keine Gefahr ausgeht. Mit der, von der Polizei kontrollierbaren, Alkoholgrenze wird eine Präzisierung dieses Gesetzes festgeschrieben. Listenhunde dürfen außerdem nur noch von anderen Personen, die ebenfalls einen Hundeführerschein besitzen, ausgeführt werden. Bei Überlassung eines Listenhundes an eine Person ohne Hundeführschein wird eine Strafe in Höhe von 200 Euro fällig.

Nurch die Novelle verspricht man sich ebenfalls eine Verbesserungen im Vollzug für die Behörden. Die Polizei bekommt bessere Möglichkeiten, die mangelnde Vertrauenswürdigkeit eines Tierhalters rascher festzustellen. Bisher musste erst eine Strafe verhängt werden, um einschreiten zu können. Mit der Streichung des Passus „rechtsgültige Bestrafung“ vor Verhängung eines Tierhalteverbots, kann die Polizei nun viel rascher agieren und ein Tierhalteverbot verhängen. Ebenso in Wien verboten wird die Zucht von Listenhunden, mit einer Übergangsfrist von einem Jahr. Bei Verstoß gilt hier eine Mindesstrafe in Höhe von 1.000 Euro.

Nicht nur Listenhunde werden von der Novelle ins Auge gefasst, ab sofort gilt: Hundehalter, bei deren Hunden es zu Beißvorfällen kommt, müssen künftig ebenso den Hundeführerschein absolvieren.

Verschärfung Hundeführschein

Verschärfungen gibt es auch beim Hundeführschein, der in Wien bereits seit 2010 Pflicht ist. Die Prüfung selbst wird umfangreicher gestaltet, der Praxisteil erweitert. Derzeit wird der Hundeführschein abgelegt wenn der Hund erst ein paar Monate alt ist - die ist wenig sinnvoll, die Prüfer hätten vielfach rückgemeldet, dass ein nochmaliges Antreten mit dem erwachsenen Tier zielführender wäre. Dahingehend müssen Listenhundehalter nun verpflichtend nach zwei Jahren nochmals antreten, da sich heranwachsende Hunde in ihrem Wesen noch verändern können.

Außerdem räumt die Novelle des Tierhaltegesetzes den Hundeprüfern mehr Kompetenzen ein. „Sie können dann Wiederholungsprüfungen, zusätzliche Trainingseinheiten oder Schulungen anordnen“, so die Ressortchefin. Ebenfalls neu ist, dass auch ein Nichtlistenhund dann führscheinpflichtig wird, wenn es zu einem Bissvorfall kommt. Bisher war das Ermessenssache der Polizei. Für ein Antreten zur Prüfung ist jedenfalls ein Zehnstundentraining Voraussetzung.

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Die Polizei bekommt bessere Möglichkeiten, die mangelnde Vertrauenswürdigkeit eines Tierhalters rascher festzustellen. Bisher musste erst eine Strafe verhängt werden, um einschreiten zu können. Mit der Streichung des Passus „rechtsgültige Bestrafung“ vor Verhängung eines Tierhalteverbots, kann die Polizei nun viel rascher agieren und ein Tierhalteverbot verhängen. - IST DAS IHR ERNST???

, 11.10.2018 um 14:37
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