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Therapiehunde­ausbildung: Wie Hunde Therapeuten werden

Hunde sind die besten Freunde des Menschen. Doch die treuen Vierbeiner werden auch gezielt eingesetzt, um Menschen bei psychischen Problemen zu helfen. Hat Ihr Hund das Zeug dazu Therapiehund zu werden?

Eine Hand hält die hellbraune Pfote eines Hundes
© pixabay.com | Hunde sind nicht nur treue Freunde, sondern auch großartige Therapeuten

Was ist ein Therapiehund?

Therapiehunde besuchen Menschen in Einrichtungen oder zu Hause und sorgen für psychische und emotionale Unterstützung. Der Hund soll Geborgenheit und Freude bringen. Sie sind zusammen mit ihrem Halter ausgebildet worden und werden vorrangig bei Personen mit psychischen Problemen oder geistigen Behinderungen eingesetzt.

Therapiehunde werden jedoch häufig mit Assistenzhunden verwechselt. Der Unterschied ist, dass Therapiehunde von medizinischem Fachpersonal eingesetzt werden und Assistenzhunde ohne Aufsicht auskommen. Assistenzhunde unterstützen meist eine schwer behinderte Person, damit diese ihren Alltag bewältigen kann, während bei Therapiehunden der psychische Effekt im Vordergrund steht.

» Tiergestützte Therapie in Wien

Welche Hunde sind für die Therapiehundeausbildung geeignet?

Das Gemüt spielt hier die wichtigste Rolle: Der Hund soll offen, freundlich, ruhig und natürlich friedfertig sein. Eine stabile Persönlichkeit sowie eine gute Bindung zum Hundeführer sind Voraussetzung. Grundsätzlich ist keine Rasse ausgeschlossen. Dennoch eignen sich manche Rassen aufgrund ihres Grundwesens eher zum Therapiehund. Zu den häufigeren Rassen zählen:

  • Labrador
  • Border Collie
  • Deutscher Schäferhund
  • Golden Retriever
  • Australien Shepherd

Der Hund muss sehr gut sozialisiert worden sein und darf selbstverständlich keine Krankheiten haben.

Therapiehundeausbildung: Kosten

Ein Therapiehund wird immer gemeinsam mit seinem Besitzer ausgebildet. Tier und Mensch bilden also ein Team. Die Art und Dauer der Ausbildung ist von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich. In der Regel nimmt sie einige Monate Zeit in Anspruch. Nur die Abschlussprüfung am Messerli Forschungsinstitut hat einheitliche Kriterien, die es zu erfüllen gilt.

Theorie und Praxis im Hundezentrum

Die Therapiehundeausbildung im Hundezentrum Wien besteht aus drei Teilen. Bei den ersten beiden Modulen werden Vorträge rund um das Verhalten und das Wesen der Hunde abgehalten. Auch verschiedene therapeutische Situationen werden eingeübt. Das dritte Modul dient dann der Prüfungsvorbereitung. Zusätzlich werden drei Praxiseinheiten in therapeutischen Einrichtungen absolviert und eine schriftliche Arbeit zu einem fachlichen Thema verfasst. Die Kosten der achtmonatigen Ausbildung belaufen sich auf 1.680 Euro.

Hundezentrum Wien
Adresse:
Kegelgasse 41 / 2-5, 1030 Wien

Mit dem Hund in die Vorlesung

Beim Verein „Tiere als Therapie“ erinnert die Ausbildung eher an ein Studium: Man besucht - auch teilweise mit seinem Hund - Vorlesungen in Psychologie, Pädagogik und Medizin. Am Ende schreibt man eine Klausur. Der Praxisteil fokussiert sich dann auf die Prüfungsvorbereitung und mit dem Hund werden Assistenzbesuche in Einrichtungen durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf 950 Euro.

Tiere als Therapie
Adresse:
Silenegasse 2 / Stiege 3, 1220 Wien

Individuelle Ausbildung bei dogs4kids

Die Therapiehundeausbildung beim Verein „dogs4kids“ ist individuell auf Hund und Hundeführer abgestimmt. Dafür werden pro Durchgang nur maximal sechs Teams gleichzeitig ausgebildet. Praxis und Training steht hier stärker im Vordergrund als die Theorie.

dogs4kids
Adresse: Leopold Gattringerstraße 54, 2345 Brunn am Gebirge

Stufenaufstieg und Eignungstests

Die Ausbildung bei „Special Animals“ besteht aus mehreren Stufen, die der Hund erreichen kann, wobei die letzte den Status als Therapiehund darstellt. Um sich für die Therapiehundeausbildung zu qualifizieren, muss zuerst ein Multiple-Choice-Test abgelegt werden. Dann wird die Eignung des Hundes sowie die des Hundehalters überprüft. Die Kurse sind immer sonntags und kosten pro Einheit 20 Euro.

Special Animals
Adresse:
Hausfeldstraße 22/R8/H9, 1220 Wien

Ein junges Mädchen hält einen braunen Hund an der Leine und hält ihre Hand an seine Schnauze, während sie über eine Wiese geht
© pixabay.com | Die Ausbildung für den Hund ist sehr unterschiedlich

Therapiehund: Prüfung 

Die Prüfung der Therapiebegleithunde ist im §39a des Bundesbehindertengesetzes geregelt. Seit 2015 ist das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität für die Therapiebegleithundeprüfung verantwortlich. Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt durch den Ausbildungsverein. Um teilnehmen zu können, muss der Hund mindestens 24 Monate alt sein, eine Haftpflichtversicherung vorweisen und natürlich gesund sein.

Der Hundehalter muss mindestens 18 Jahre alt sein und beim Ausbildungsverein bereits die theoretische Prüfung absolviert haben. Zusätzlich werden acht therapeutische Assistenzbesuche in den letzten 12 Monaten vor dem staatlichen Prüftermin benötigt. Die Teilnahmegebühr der Prüfung beträgt 170 Euro plus 50 Euro Ausstellungsgebühr für das Zertifikat. Nach der Prüfung muss sich jedes Therapiehundeteam einer jährlichen Nachkontrolle unterziehen. Diese kostet jedes Mal 60 Euro.

Die Prüfung selbst hat keinen starren Ablauf. Nur die Beurteilungspunkte und das vorgeschriebene Verhalten des Hundes und seines Besitzers sind festgelegt. Es obliegt der Prüfungskommission, welches Kriterium wann überprüft wird. Beurteilt wird unter anderem das Sozialverhalten des Hundes, der Gehorsam gegenüber seinem Besitzer sowie die Reaktion auf unerwartete oder stressige Situationen.

"Burnout-Schutz" für den Therapiebegleithund

Um den Therapiehund vor Überforderung und Stress zu schützen, ist die Einsatzhäufigkeit gesetzlich auf maximal drei Einsätze pro Woche begrenzt. Zusätzlich dürfen nicht mehr als acht Einsätze im Monat durchgeführt werden. Hunde sind viel stressempfindlicher als Menschen und brauchen häufiger Ruhephasen. Je älter der Hund wird, desto mehr muss man auf Überforderung achten.

Informationen zur staatlichen Therapiehundeprüfung:

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