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Wohnbeihilfe beantragen: Finanzielle Unterstützung bei geringem Einkommen

Wohnen ist ein Grundrecht. Doch die steigenden Mietpreise erschweren vielen Menschen den Zugang zu leistbaren Wohnungen. Deshalb gibt es für einkommensschwache Haushalte die Möglichkeit, Wohnbeihilfen zu beantragen. Aber auch hier gibt es einiges zu beachten.

Ein kleines Hausmodell mit rotem Dach steht auf einem Taschenrechner, mit Euroscheinen im Hintergrund.
© pixabay | Im Jahr 2018 haben 40.240 Personen Wohnbeihilfe bezogen.

Der durchschnittliche Wiener gibt rund 422 € nur für das Wohnen aus, das entspricht einem Viertel seines monatlichen Einkommens, eruierte die Statistik Austria 2019. Diese Rechnung geht aber nicht in jedem Haushalt auf, denn oft fressen die Wohnkosten ein deutlich größeres Loch ins Geldbörserl. Wenn das Budget knapp wird, kann bei der Stadt Wien ein Antrag auf Wohnbeihilfe gestellt werden.

Was ist eine Wohnbeihilfe?

Die Wohnbeihilfe ist ein finanzieller Zuschuss der Stadt Wien für Personen mit geringem Einkommen. Wenn die Wohnkosten im Vergleich zum Einkommen unverhältnismäßig hoch sind, bekommt man eine monatliche Unterstützung.

Der Antrag dafür kann beim Magistrat für Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angeegenheiten (Ma 50) persönlich, mit der Post oder per Fax eingereicht werden. Nach zwei Jahren muss der Wohnbeihilfen-Antrag wieder erneuert werden.

MA 50 - Gruppe Wohnbeihilfe

Heiligenstädter Straße 31
 (Zugang: Stiege 3, 2. Stock, Zi. 228)
1190 Wien

Kontakt
E-Mail: wohnbeihilfe(at)ma50.wien.gv.at

Telefon: +43 1 4000 74880

Fax: +43 1 4000 99 74896

Parteienverkehrszeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 8:00 – 13:00 Uhr
Donnerstag: zusätzlich 15:30 – 17:30 Uhr

Mittwoch kein Parteienverkehr

Wer bekommt Wohnbeihilfe in Wien?

Ob öffentlich geförderte oder private Wohnung – seit Einführung der Allgemeinen Wohnbeihilfe gibt es Zuschüsse für alle Varianten. Auch Wohngemeinschaften können einen Antrag stellen.

Unter bestimmten Voraussetzungen greift die Unterstützung sogar bei Eigentumswohnungen. Wer aber ausschließlich von Unterhaltszahlungen der Eltern lebt, hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Wohnbeihilfe.

Voraussetzungen für den Antrag:

  • Österreichische oder EU-Staatsbürgerschaft
  • Vertrag für Miete, Nutzung oder Kauf einer Wohnung
  • Wohnsitz in der betreffenden Wohnung
  • Erreichen des Mindesteinkommen
  • Kein Wohnungs- oder Hauseigentum (bis auf Ausnahmen)
  • Keine Mietwohnung von Verwandten
  • Aufenthalt seit mindestens 5 Jahren in Österreich

» Details und Ausnahmeregelungen

Frist: Eine Änderung der Voraussetzungen muss innerhalb eines Monats gemeldet werden!

Erforderliche Dokumente für die Wohnbeihilfe

  • Antrag auf Wohnbeihilfe 
  • Staatsbürgerschaftsnachweis (ausländische Staatsbürgerschaft: Reisepass)
  • Aufenthaltsbewilligung für die letzten 5 Jahre oder
  • Beschäftigungsbewilligung/Befreiungsschein 
  • Meldenachweise, Geburtsurkunden und Heiratsurkunden des Haushalts
  • Einkommensnachweise des gesamten Haushalts
  • Bei Lohnsteuerpflicht: Einkommens- und Arbeitsbescheinigung 
  • Erklärung über weitere Einkommen (in jedem Fall)
  • evtl. Eidesstattliche Erklärung über das tatsächliche Nettoeinkommen
  • evtl. Übereinkommen zu Haushaltstrennung/Unterhalt
  • Antrag auf Überweisung auf Ihr Konto 

» Das Antrags-Formular direkt zum Download

Eine leere, bezugsfertige Wohnung mit Parkett und großzügigem Fenster.
© pixabay | Die Allgemeine Wohnbeihilfe gilt auch für nicht geförderte Privatwohnungen.

Wie lange dauert es, bis man Wohnbeihilfe bekommt?

Der Antrag kann bis zu 8 Wochen in Bearbeitung sein, er kann aber auch sechs Monate rückwirkend geltend gemacht werden. Danach erfolgt die Überweisung immer im Voraus zu Monatsbeginn.

Tipp: Wer in der Wohnbeihilfenstelle nicht ewig warten will, sollte vor 11:00 Uhr hingehen!

Welche Summe steht mir zu?

Zur Berechnung der Unterstützung kann leider kein allgemeiner Wohnbeihilfen-Rechner herangezogen werden. Denn die Höhe der Beihilfe ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig:

  • Haushaltsgröße
  • Haushaltseinkommen
  • Wohnungsgröße
  • Wohnungsaufwand

Um den individuellen Betrag zu ermitteln, benötigt das Amt deshalb einige Dokumente, darunter Meldezettel und Einkommensbescheide des Haushalts.

Haushaltsgröße

Zum Haushalt zählen alle Personen, die in derselben Wohnung leben. Darum müssen auch Meldezettel von Partnern, Kindern oder anderen Mitbewohnern einer Wohngemeinschaft mitgebracht werden. Bei Letzteren kann die Wohnung auch als Nebenwohnsitz eingetragen sein. Den Antrag stellt aber der Hauptmieter, der auch im Mietvertrag steht.

Haushaltseinkommen

Wer selbst gar kein Einkommen hat, kann keine Beihilfe beantragen. Denn der Zuschuss soll nur Personen unterstützen, die ihren Haushalt selbstständig finanzieren wollen. Dazu ist der Nachweis des gesamten Haushaltseinkommens notwendig. Je nach Haushaltsgröße gilt folgende monatliche Mindesteinkommensgrenze (Stand 2020): 

  • 1 Person: 917,35 €
  • 2 Personen: 1.328,11 €
  • jede weitere Person: + 410,76 €
  • jedes Kind: + 142,92 €

Zum Haushaltseinkommen zählen folgende Einnahmen:

  • Lehrlingsentschädigung, Alimente, Kinderbetreuungs-, Karenz-, Wochengeld
  • Arbeitslosengeld, Bedarfsorientierte Mindestsicherung, (Sonder-) Notstandshilfe, Beihilfe nach dem Arbeitsmarktförderungsgesetz
  • Krankengeld
  • Stipendium einer inländischen Universität
  • Präsenz-, Zivildienstentgelt
  • Nicht geltend gemachte Unterhaltsansprüche 

Wohnungsgröße

Die Wohnungsbeihilfe ist zudem abhängig von der Wohnungsgröße. Ist die Wohnung größer als die festgelegte "angemessene Größe", wird die Beihilfe trotzdem auf Grundlage dieser Angaben berechnet (Stand 2020): 

  • 1 Person: 50 m2
  • 2 Personen: 70 m2
  • jede weitere Person: + 15 m2
Video

Wohnungsaufwand: zumutbar vs. anrechenbar

Ausschlaggebend für die schlussendliche Höhe der Wohnbeihilfe ist der Wohnungsaufwand. Diese Kosten fallen allerdings nicht darunter: 

  • Betriebskosten
  • Umsatzsteuer
  • Kosten für Strom, Heizung und Telefon
  • Rückzahlungen von Privatkrediten
  • Alle sonstigen Lebensunterhaltskosten, z.B. für Essen und Kleidung
  • Kosten für Schule oder Kindergarten 

Nun unterscheidet sich der sogenannte "anrechenbare Wohnungsaufwand" vom "zumutbaren Wohnungsaufwand" (ZWA). Letzterer entspricht quasi dem Selbstbehalt des Haushalts und ergibt sich aus dessen Größe und Einkommen. 

Der anrechenbare Wohnungsaufwand (AWA) hängt von Ausstattung und Kategorie (A, B, C) sowie Art der Wohnung ab (öffentlich gebaut/saniert). 

Berechnung der Wohnbeihilfe

Hat man alle genannten Beträge erst einmal ermittelt, kann der zumutbare vom anrechenbaren Aufwand abgezogen werden. Die Differenz wird dann von der Wohnbeihilfe finanziert.

Es gilt also folgende Formel:

Wohnbeihilfe = AWA – ZWA

Für einen groben Überblick stellt das Magistrat Tabellen zur Berechnung des Wohnungsaufwands zur Verfügung. Aber nicht verzweifeln! Lieber alle Dokumente sammeln und die Rechnerei schön dem Amt überlassen.

Weitere Beihilfen rund um's Wohnen: Diese Möglichkeiten gibt es

Im Unterscheid zur Wohnbeihilfe steht die Mietbeihilfe nur Pensionisten zu. Dafür ist die MA 40 für Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht zuständig.

Bei der Mietzinsbeihilfe handelt es sich um einen Sonderfall: Wenn sich die Miete durch Sanierungsarbeiten erhöht, können Hauptmieter mit geringem Einkommen diesen Zuschuss beim Finanzamt beantragen. 

Für Wehr- und Zivildienstleistende gibt es eine spezielle Wohnkostenbeihilfe beim Heerespersonalamt.

Darüber hinaus bietet die Stadt Wien zahlreiche Förderungen für den Wohnraum, etwa beim Einbau von Sonnenschutz oder beim Thermentausch.

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