Frauenhäuser Wien: So funktionieren die Einrichtungen zum Gewaltschutz

Das Bild zeigt eine Frau mit Gesichtsmaske und ein Baby in einer Babytrage.
© Pixabay | Jeder hat ein Anrecht auf ein sicheres, gewaltfreies Leben.

Im Dezember 2022 wurde das 5. Frauenhaus in Wien eröffnet, das 53 zusätzliche Plätze für Frauen und Kinder in gewalttätigen familiären Situationen bietet. Erfahren Sie im Folgenden mehr über Frauenhäuser in Wien und über die Leistungen, die Betroffene von häuslicher Gewalt in Anspruch nehmen können.

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Was ist ein Frauenhaus?

In Österreich gibt es zahlreiche Frauenhäuser, die Frauen und Kindern in familiären Gewaltsituationen vorübergehend eine Wohnmöglichkeit sowie verschiedene Beratungs- und Hilfsangebote zur Verfügung stellen. Betroffene jeglicher Gewalt, ob körperlich, sexuell, psychisch, sozial, ökonomisch oder Cybergewalt, finden dort Hilfe. 
Neben der Wohnmöglichkeit bieten die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser weitere Unterstützung bei:

  • Erstellung eines Sicherheitsplans als Vorbereitung auf künftige Krisensituationen
  • Klärung der neuen Lebenssituation
  • Behörden- und Gerichtswege
  • Arbeitsplatz- und Wohnungssuche
  • Problemen betreffend der Kinder und des Mannes

Freuen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, werden in diesen Einrichtungen dabei unterstützt, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Sie können über die Dauer ihres Aufenthalts frei entscheiden und auch wiederholt in einem Frauenhaus Schutz suchen. Männer haben im Allgemeinen keinen Zutritt. Die Frauenhäuser haben den Anspruch, rasch und unbürokratisch Hilfe zu leisten und die Anonymität der Betroffenen zu wahren.

► Lesen Sie auch mehr zu den von der Regierung geplanten Gewaltambulanzen!

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Frauenhäuser in Wien

Die fünf Wiener Frauenhäuser werden vom Verein Wiener Frauenhäuser betrieben. Seit 1978 bieten die Frauenhäuser in Wien Frauen und Kindern in Not Schutz und Zuflucht. Die Wiener Frauenhäuser sollen Frauen dabei unterstützen, sich aus gewalttätigen Beziehungen zu befreien und den Weg in ein unabhängiges Leben zurückzufinden, meint Bürgermeister Michael Ludwig.

Mit der Errichtung des 5. Wiener Frauenhauses wurden 53 zusätzliche Plätze geschaffen, um sicherzustellen, dass jeder Frau mit ihren Kindern ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden kann. Insgesamt gibt es in den Wiener Frauenhäusern nun 228 Plätze. Weiters stehen 54 Übergangswohnungen zur Verfügung für die Zeit nach dem Frauenhaus, wenn es noch Betreuungsbedarf besteht. In den Frauenhäusern in Wien gibt es unterschiedlich große Zimmer bzw. spezielle Doppelwohneinheiten, um sowohl alleinstehende Frauen als auch große Familien unterbringen zu können, sowie barrierefreie Wohneinheiten. In Gemeinschaftsräumen können die Frauen untereinander in Kontakt kommen.

Es werden Beratungsgespräche mit Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen oder Pädagoginnen angeboten, dank der Dolmetscherinnen auch mehrsprachig. Betroffene werden auch in rechtlichen Fragen unterstützt, etwa bei Anzeigen, im Straf- und Obsorgeverfahren, bei der Scheidung etc. Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahre erhalten ebenso ein umfangreiches Betreuungsangebot, das unter anderem Beratungsgespräche, Therapieangebote oder auch Freizeitgestaltung umfasst. Unterbringungsmöglichkeiten für mitgebrachtes Eigentum ergänzen das Angebot.

Info: Die Wiener Frauenhäuser stehen allen Frauen, die in Wien leben, zur Verfügung!

Frauenhäuser Wien Kontakt:

Frauenhaus-Notruf: 05 77 22 (rund um die Uhr erreichbar)
E-Mail: [email protected]
Website: www.frauenhaeuser-wien.at
Zum Schutz der Betroffenen werden die Adressen geheim gehalten.

Frauen in Not, die Hilfe und Beratung benötigen, aber nicht in einem Frauenhaus wohnen wollen, erhalten bei der ambulanten Beratungsstelle der Wiener Frauenhäuser kostenlos und anonym Beratung. 

Beratungsstelle Wiener Frauenhäuser
Tel.: 01/512 38 39
E-Mail: [email protected] 

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Frauenhäuser in Österreich unterstützen

Sie möchten Frauenhäuser in ganz Österreich unterstützen? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Helfen können Sie nicht nur mit Geld-, Kleider- und Sachspenden, sondern auch durch ehrenamtliche Mitarbeit sowie Praktika. Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser

Weitere Anlaufstellen für Opfer häuslicher Gewalt

In unserem Artikel "Sicherheitstipps für Frauen" finden Sie eine detaillierte Übersicht über Frauenberatungsstellen und verschiedene Notrufnummern sowie weitere Tipps zum Gewaltschutz für Frauen

Gewaltschutzzentren bzw. Interventionsstellen

Neben den Frauenhäusern gibt es in ganz Österreich Gewaltschutzzentren bzw. Interventionsstellen. Dabei handelt es sich um Opferschutzeinrichtungen für den Bereich der häuslichen Gewalt, die sich aktiv an Betroffene wenden, insbesondere nach einer polizeilichen Intervention. Nach einem Polizeieinsatz werden gefährdete Personen kontaktiert. Kostenlos und vertraulich angeboten wird:

  • Information und Beratung
  • Begleitung zu Polizei, Gericht und anderen Behörden
  • Hilfe bei der Durchsetzung der eigenen Rechte
  • psychosoziale und juristische Prozessbegleitung für Erwachsene und Kinder

Sie können auch ohne polizeiliche Intervention mit dem nächsten Gewaltschutzzentrum Kontakt aufnehmen.

Interventionsstelle Wien
Adresse: Neubaugasse 1/3, 1070 Wien
Tel: 01 / 585 32 88
E-Mail: [email protected]
Website: www.interventionsstelle-wien.at

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