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Wien Text: Selina Lukas

Alternative Bestattung: Naturbestattung oder Diamantbestattung

Für all jene, die mit klassischen Erd- oder Feuerbestattung nichts anfangen können gibt es auch alternative Bestattungsarten. Wie sieht die rechtliche Lage in Österreich bzw. Wien aus? Was passiert bei einer Seebestattung? Wie läuft eine Naturbestattung ab? Und was ist überhaupt eine Diamantbestattung? Das wichtigste dazu lesen Sie hier. 

kleine Engelsfigur vor Frau die neben Sarg steht
© pixabay.com | Altnerativen zur traditionellen Erdbestattung.

Alternative Bestattung in Wien: Was ist erlaubt?

In Österreich herrscht grundsätzlich Bestattungspflicht. Hier hat jedes Bundesland ein eigenes Bestattungsgesetz, das unter anderem die Fristen für die Durchführung der Bestattung regelt. In Wien ist es zum Beispiel so, dass der Magistrat die Bestattung veranlasst, wenn 5 Tage nach Ausstellung der Todesbescheinigung niemand das Begräbnis veranlasst hat. Ohne Todesbescheiningung und Sterbeurkunde ist keine Art der Bestattung zulässig. 

Gesetzlich erlaubt sind Erdbestattungen (Grab oder Gruft) und Feuerbestattungen (Verbrennung und Urnenbestattung). Unter die Sonderbestattungsformen fallen die Seebestattung (im Ausland), die Naturbestattung und die Diamantbestattung. Diese sind nur möglich, wenn die Gesundheitsbehörde zustimmt. 

Grundsätzlich darf die Bestattung nur auf genehmigten Friedhöfen von Gemeinden, anerkannten Kirchen, Religionsgemeinschaften oder religiösen Bekenntnisgemeinschaften stattfinden. Es gibt auch Privatbegräbnisstätten, wo ein bestimmter Personenkreis (Familie oder Ordengemeinschaft) begraben werden kann. 

Auf der Suche nach dem passenden Bestattungsunternehmen? Lesen Sie hier was es bei der Entscheidung zu beachten gilt. 

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Natur- und Waldbestattung abseits vom Friedhof

Die drei Hauptgründe für eine Natur- oder Waldbestattung sind:

  1. Ausdruck der Naturverbundenheit
  2. Entlastung der Hinterbliebenen (Grabpflege)
  3. Kostenersparnis

Für eine Naturbestattung ist es zunächst notwendig die Leiche zu kremieren. Nach der Einäscherung gibt es die Möglichkeit die Asche auf folgende Arten zu bestatten:

  • Baumbestattung: Bei dieser Bestattungsart wird die Asche bei den Wurzeln eines Baumes bestattet. Dabei kann es sich entweder um einen Friedhofsbaum oder einen Baum in einem gekennzeichneten Bestattungswald handeln. Die Asche wird in eine biologisch abbaubare Urne gefüllt, die dann versiegelt wird. Für eine Baumbestattung muss man mit €1.000,- - 8.000,-. rechnen.
  • Bergbestattung: Bergbestattung bedeutet, dass die Urne mit der Asche des Verstorbenen auf einem genehmigten Bereich in den Bergen beigesetzt.
  • Luftbestattung: Aus einem Flugzeug, Helikopter oder einem Heißluftballon wird hier die Asche in der Luft verstreut. Ebenso kann die Asche über einer steilen Klippe, auf Bergen oder Gletschern verstreut werden. Dies ist in Österreich nicht erlaubt, aber im Ausland (Schweiz, Tschechien, Frankreich) ist es möglich. 

Eine weitere Möglichkeit ist die anonyme Naturbestattung. Hierbei handelt es sich um kostengünstige, anonyme Grabplätze in der Schweiz. Der Preis beginnt bei €199,- und es ist keine weitere Grabpflege notwendig. Die Koordinaten des Grabes werden den Angehörigen auf Wunsch bekanntgegeben. 

Plötzlicher Todesfall? Diese Checkliste hilft Ihnen bei der Bewältigung aller Aufgaben. 

Seebestattung: Letzte Ruhe im Wasser

Diese Art der Bestattung am Wasser ist in Österreich seit 2008 rechtlich erlaubt, allerdings nicht in Wien. Die Trauerfeier findet auf einem Schiff statt und die Asche wird dann in einer Zellstoffurne dem Wasser übergeben. Die Beisetzung kann im Meer, einem See oder einem Fluss erfolgen, in Österreich beispielsweise auf der Donau.

Die verwendeten Urnen müssen aus vollständig wasserlöslichem Material bestehen. Genauere Infos haben die jeweiligen Wasser- und Schifffahrtsämter. Die Kosten gehen von €1.500,- bis € 2.400,-. Der Vorteil ist, dass es keine feste Grabstätte gibt und somit auch keine Instandhaltungskosten aufkommen. Gleichzeitig gibt es aber auch keinen fixen Platz den man besuchen und an dem man trauern kann. 

Egal welche Bestattungsart Sie wählen, mit der richtigen Vorsorge wird das Begräbnis nicht zur Kostenfalle. 

Diamantbestattung in Wien 

Bei der Diamantbestattung handelt es sich nicht um eine Bestattung im klassischen Sinn. Viel mehr handelt es sich um eine Art der Aufbewahrung einer verstorbenen Person. Deshalb sprucht man auch von einem "Diamant aus Asche" oder einem "Erinnerungsdiamanten". 

Zunächst wird die Leiche eingeäschert. Danach wird die Asche in die Schweiz überführt und dort zu einem Diamanten gepresst. Dieser kann dann zu einem Schmuckstück oder ähnlichem verarbeitet werden kann. In Österreich ist diese sogenannte Transformation noch nicht erlaubt.

Bei dieser Art der Bestattung gibt es auch kein Grab, dementsprechend muss man es auch nicht pflegen. Zusätzlich zur Diamantbestattung kann natürlich auch eine Trauerfeier abgehalten werden. Die Wartezeit für den fertigen Diamanten beträgt ca. 6 Monate und die Kosten gehen bis zu € 13.000,-. 

Doch lieber klassisch? Hier geht's weiter zu den Artikeln über die Grabsteinauswahl und die Grabgestaltung

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