1. Stadt Wien
  2. Immobilien & Wohnen
Mehr Immobilien & Wohnen
Artikel teilen
Kommentieren
Immobilien & Wohnen Text: Tamara Leitner

Immer mehr Kohlenmonoxid-Unfälle – Was ist da los?

In Wien häufen sich im Sommer die Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Durch die falsche Verwendung oder mangelhafte Wartung von Gasthermen und mobilen Klimageräten entsteht das farb- und geruchslose Kohlenmonoxid in der Wohnung. Was Sie über die Geräte wissen müssen und wie Sie die Gefahr erkennen.

Comic-Zeichung, Therme stößt CO aus
© 123rf.com | Kohlenmonoxid Vergiftungen häufen sich - wie Sie sich schützen...

Vor allem im Sommer häufen sich die Kohlenmonoxid-Unfälle. Die Frage nach den Ursachen gestaltet sich komplex. Heizungsexperte DI Günther Hraby von Easytherm sieht die Hauptursache beim "Produzenten". So entsteht nur beim Einsatz einer Gastherme Kohlenmonoxid - eben durch fossile Verbrennung. Verschiedene andere Faktoren wie Belüftung oder Wartung kommen allenfalls verstärkend hinzu. Doch:

"Zumeist ist ein Unfall ein Schnittpunkt vieler Kausalketten und es gibt selten die eine Ursache“ so DI Günther Hraby.

Wie entsteht Kohlenmonoxid

Grundsätzlich entsteht Kohlenstoffmonooxid (gebräuchlich Kohlenmonoxid, oder die Abkürzung CO) bei fast allen Verbrennungsprozessen. Entscheidend für ein gesundheitliches Risiko ist die CO-Konzentration im Raum. Nämlich dann, wenn die Verbrennung schlecht funktioniert und der CO-Wert zu hoch wird. Dies ist der Fall, wenn der Rauchfang schlecht zieht ("Luftstoppel"), die alte Therme nicht sauber funktioniert oder wenn generell wenig Sauerstoff bei der Verbrennung zur Verfügung steht. Zum Beispiel Thermen in kleinen Räumen ohne ausreichende Belüftung. Dann kann sich Kohlenmonoxid im Raum schnell anreichern, wodurch es gefährlich wird. Weniger bekannt, aber sehr gefährlich ist, dass sich CO bereits bei der bloßen Lagerung von Brennstoffen (z.B. Kohle oder Pellets) durch „Autooxidation“ bildet.

So erkennt man die Gefahr Kohlenmonoxid

"Leider wird es von Menschen gar nicht unmittelbar erkannt! Es ist farb- und geruchlos und nur an allfälligen Vergiftungserscheinungen zu erkennen (Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen). Abhilfe schafft ein CO-Melder (nicht zu verwechseln mit CO2- oder Rauchmelder, welche nach ganz anderen Prinzipien funktionieren) oder der sinnvolle Ausstieg aus Heizen mit Gas", so DI Günther Hraby.

Geringfügig ist CO schwerer als Luft, was sich aber in der Praxis nicht auswirkt. Es vermischt sich sehr homogen mit der Raumluft, weshalb es weder aufsteigt noch absinkt. CO sollte durch den Rauchfang abziehen was jedoch durch eine schlechte Wartung erschwert werden kann. Durch dichte Fenster sinkt auch die natürliche Lüftungsrate, wodurch sich die gefährliche Luft-Gas-Melange ergeben kann.

Kohlenmonoxid! Was tun?

Sollten Sie die Vermutung haben, dass ein Gerät defekt ist und sich eine zu hohe Konzentration an Kohlenmonoxid in Ihrer Wohnung anreichert, dann:

  1. Öffnen Sie umgehend alle Fenster und Türen und verlassen Sie sofort den Raum.
  2. Falls möglich, schalten Sie das Gerät aus.
  3. Rufen Sie Feuerwehr und Krankenwagen.

» Alle Notrufdienste für Wien im Überblick

Vergiftung: Was richtet Kohlenmonoxid im Körper an?

Kann Kohlenmonoxid aus dem Raum nicht abziehen, wird es zur Gefahr für die Gesundheit. Vor allem in kleinen, schlecht durchlüfteten Räumen wie Bad oder WC kann CO schnell auch zum Tod führen. Das Kohlenmonoxid verhindert im Körper den Sauerstofftransport im Blut. Dadurch werden die Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und man droht zu ersticken.

Werden nur kleine Mengen des Gases inhaliert, führt dies zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit. Sollten Sie diese Symptome in dem Raum bemerken, in dem sich ihre Therme oder ein mobiles Klimagerät befindet, deutet dies auf eine zu hohe Kohlenmonoxid-Konzentration hin. Wird mehr Kohlenmonoxid eingeatmet, wird der Betroffene vorerst bewusstlos und erstickt in Folge der unzureichenden Zufuhr an Sauferstoff. Sicherheit darüber, ob es sich um eine CO-Vergiftung handelt, kann nur ein Bluttest geben.

Was sind die Ursachen für immer mehr Kohlenmonoxid Unfälle?

  • Schlechte Wartung der Thermengeräte
  • Es ist anzunehmen, dass moderne Brennwertgeräte das Problem noch weiter verstärken. Aufgrund der höheren Energieeffizienz ist die Abgastemperatur geringer und die Rauchgase steigen noch schwerer durch den Kamin auf.
  • Hohe Außentemperaturen und zusätzlich das Aufheizens des Kamins durch Sonneneinstrahlung, wodurch sich sehr warme Luft im Kamin bildet, genannt „Luftstoppel“, durch den das Rauchgas schlecht oder gar nicht mehr durchsteigen kann.
  • der Einsatz von Klimageräten, die natürlich selbst kein CO erzeugen, aber durch die erwünschte Abkühlung des Innenraumes und in Folge der Reduktion des Raumluftvolumens einen Unterdruck im Raum erzeugen können. Das erschwert bzw. verhindert das Abziehen des Rauchgases. Die Annahme, dass Klimageräte die Ursache von CO-Unfällen sind, ist falsch. CO wird von der Therme erzeugt und Klimageräte verstärken nur noch das Unfall-Risiko.
  • Andere Ablüftungsgeräte wie Abluft-Dunstabzug (kein Problem beim Umluft-Dunstabzug) oder über Ventilatoren erzwungene Bad/Toiletten-Ablüftungen
  • Dichte Fenster, die einerseits ein anfallendes CO nicht mit Frischluft austauschen lassen und andererseits keine Frischluft in den Raum lassen, wenn Rauchgas abströmen soll.

Wer ist für die Thermenwartung verantwortlich?

Nach der Novelle des MRG 2015 entsteht viel Streit darüber. In der Theorie ist für die ordnungsgemäße Wartung („Service“) der Mieter zuständig. Der Eigentümer (also im Mietverhältnis der Vermieter) ist hingegen für Reparatur, Instandsetzung oder Erneuerung zuständig. Welcher Servicetechniker stellt nun bei einem Besuch immer 2 Rechnungen aus; einen für Verschleißteile (fällt unter Wartung) und eine für den Ersatz defekter Teile (fällt unter Reparatur) und wie werden dann die Arbeits- und Wegkosten geteilt?

» Alles was Sie über die Thermenwartung wissen müssen

Prävention: Von Kohlenmonoxid Melder bis Thermenwartung

Um eine zu hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in der Wohnung zu verhindern, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die zur Prävention von CO-Unfällen dienen.

  • Klimagerät richtig installieren. Nicht basteln, sondern den Experten installieren lassen!
  • Alte Therme regelmäßig warten lassen, Rauchfang überprüfen lassen oder besser: Therme tauschen oder umrüsten auf moderne Alternativen zum Heizen und Warmwasser. Denn: Brennwerttherme lösen das grundsätzliche Problem nicht, wie oben erwähnt.
  • Kohlenstoffmonoxid Melder: Im Baumarkt oder Alarmfachhandel erhältlich. Hier Angebote von Conrad.
  • Umrüstung auf alternative Heizmethoden, wie elektrische Infrarotheizungen und E-Boiler für das Warmwasser. "Rein elektrische Systeme kosten oftmals weniger als eine Umrüstung auf verpflichtende Gas-Brennwertgeräte, bei denen ja das grundsätzliche Problem CO bestehen bleibt. Außerdem ist Strom weitaus ökologischer, da er in Österreich zu 84 % aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Gas ist fossil und ein Treibhausgaserzeuger. Infrarotheizungen kosten wenig in der Anschaffung, haben Null Wartungskosten und liegen in den Verbrauchskosten auf dem Niveau von Gas. Es entstehen viel weniger schädliche Umweltbelastungen und das Organisieren sowie Warten auf den Thermenwartungstechnikern entfällt. Es gibt keinen Streit zwischen Mieter und Eigentümer, weil die Abrechnung klar und einfach ist. Und der gewünschte Effekt tritt auch ein: gefahrloses Heizen mit behaglicher Strahlungsheizung!", so DI Günther Hraby, Geschäftsführer von Easytherm, einer der führenden Hersteller in Österreich von hocheffizienten Infrarotheizungen.
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Ein guter Tipp dabei? Teile es mit deinen Freunden.

Kommentar hinzufügen

Datenschutz *
Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung nehmen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis. Wir versichern Ihnen, dass Ihre Daten ausschließlich zweckgebunden zur internen Bearbeitung (Posting-Kommentar) verwendet werden.

Bitte trage in das folgende Feld "Ja" ein, wenn Du damit einverstanden bist, dass die von dir angegebenen Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden.

weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Immobilien & Wohnen