Fernwärmekunden aufgepasst: Heizkosten senken mit digitalem Thermostat

Eine Montage zweier Bilder zeigt links einen digitalen und rechts einen analogen Regler eines Heizungsthermostats.

Die steigenden Heizkosten sind ein Grund zu handeln. Nicht nur für die Politik, sondern auch für VerbraucherInnen. Jeder kann durch das Einsparen von Energie auch bares Geld sparen. Der Einsatz von digitalen Thermostaten kann dabei helfen. Lesen Sie bei uns, wie das funktioniert!

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Die steigenden Energiekosten erweisen sich im Zuge der aktuellen politischen Entwicklungen als zunehmende Belastung für alle Verbraucher. Dabei bereiten insbesondere die Preise für Öl und Gas vielen Menschen Sorgen. Der Antrag des größten Energieversorgers Österreichs Wien Energie auf Anhebung des Fernwärmetarifs um 92 Prozent ab kommender Heizsaison hat vor diesem Hintergrund jüngst für einiges Aufsehen gesorgt. Wien Energie beliefert immerhin rund 7.800 Großkunden und 440.000 Haushalte mit Fernwärme.

Fernwärme gilt als besonders umweltschonend, verzeichnet nun aber einen enormen Preisanstieg. Hauptsächlich bedingt durch die nachhaltigen Auswirkungen des von Russland geführten Angriffskriegs gegen Ukraine. Grund genug, sich einmal ernsthaft mit sinnvollen Maßnahmen zum Energiesparen und damit auch zum Geldsparen auseinanderzusetzen. Eine vergleichsweise einfache Möglichkeit stellt seit geraumer Zeit der Einsatz von digitalen Raumthermostaten dar.

Die günstigsten Modelle sind bereits für ca. 15 Euro pro Stück im Handel erhältlich, bieten dementsprechend allerdings auch nur einige grundlegende Funktionen. Höherpreisige Modelle lassen sich von unterwegs per App über Bluetooth regeln, damit müssen beispielsweise auch ungünstig positionierte Heizkörper nicht mehr umständlich per Hand bedient werden.

» Mehr zur Anhebung des Fernwärmetarifs

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Digitaler Thermostat: Testsieger bei Stiftung Warentest

Die gemeinnützige deutsche Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat im August 2019 eine Auswahl von 10 digitalen Heizkörperthermostaten getestet, darunter Modelle von AVM Fritz!, Devolo und Bosch. Getestet wurden neben der Wärmeregulierung auch die Handhabung inklusive Montage und App-Benutzung. Auch die Laufzeit und die Geräuschentwicklung der Geräte wurden miteinbezogen.

Die getesteten Thermostate kosteten zwischen 40 und 70 Euro, die dazugehörenden Smart-Home-Zentralen, mit denen sich die einzelnen Geräte vernetzen und individuell steuern lassen, zwischen 48 und 230 Euro. Keines der getesteten Modelle erhielt eine schlechtere Note als 3,0.

Testsieger war das Modell FRITZ!DECT 301 (1,9), das besonders durch seine gute Wärmeregulierung, problemfreie Handhabung und lange Batterielaufzeit überzeugen konnte. Voraussetzung ist allerdings eine kompatible Fritz!Box.

Den zweiten Platz belegte das Homematic IP Kompakt (1,9), der dritte Platz ging an das Devolo Home Control (2,1).

In einem im September 2022 veröffentlichten Update ihres Artikels erklärt die Stiftung Warentest, dass 4 der insgesamt 10 getesteten digitalen Thermostate noch immer erhältlich seien, ein Großteil der Geräte liegt mittlerweile in technisch aktualisierter Form vor. So etwa das Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II, das auch mit Amazon Alexa und Google Home kompatibel ist.

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Vorteile von digitalen Thermostaten

Was die tatsächliche Energie-Ersparnis digitaler Thermostate angeht, variieren die Angaben je nach Quelle. Die Herstellerfirmen werben häufig mit einer Ersparnis von 20 bis 30 Prozent, Verbraucherorganisationen wie die Stiftung Warentest halten hingegen eher 5 bis 8 Prozent Ersparnis für realistisch. Insgesamt sprechen allerdings mehrere Gründe für ein Nachrüsten mit digitalen Thermostaten:

1. Leichter Austausch der Geräte

Ein großer Vorteil der smarten Geräte liegt darin, dass nicht gleich das gesamte Heizsystem ausgetauscht werden muss. Um Heizkosten zu reduzieren, genügt das Nachrüsten mit digitalen Wandthermostaten und Heizungsreglern.

Diese lassen sich in der Regel auch von Laien mit wenig Aufwand in ein paar Minuten anbringen. Als einziges Werkzeug für den Austausch benötigt man, je nach Art der Befestigung des analogen Thermostats, eine Rohrzange (Überwurfmutter) oder einen Schraubenzieher (Klemmring). Das digitale Thermostat wird dann lediglich mit Batterien bestückt und am Heizkörper fixiert.

2. Höhere Genauigkeit

Analoge Heizkörperregler sind meist in fünf Stufen unterteilt, die zwar entsprechenden Gradzahlen zugeordnet sind, aber kein exaktes Einstellen der Temperaturen ermöglichen. Bereits die günstigen digitalen Modelle bieten diese Möglichkeit. Die Wunschtemperatur für Wand- und Fußbodenheizungen lässt sich über ein kleines Display oder bei höherpreisigen Modellen über eine App exakt einstellen. Durch die höhere Genauigkeit kann man somit auch etwas an der Energiepreisschaube drehen.

3. Individuelle Heizpläne erstellbar

Mit digitalen Thermostaten lassen sich für jeden Raum individuelle Heizpläne erstellen. Je nach Gerät kann durch Tages- oder auch Wochenpläne so im Vorhinein gesteuert werden, wann welcher Raum auf wie viel Grad geheizt werden soll. Zudem registriert ein eingebauter Sensor das Öffnen eines Fensters, und unterbricht automatisch den Heizvorgang, bis das Fenster wieder geschlossen wird.

»Smart Meter einbauen lassen?

Fazit

Digitale Raumthermostate können durch ihre technischen Vorteile dabei helfen, Energie und somit auch Geld zu sparen. Je älter dabei das ursprüngliche Heizsystem ist, und je weniger bisher auf ein effizienteres Heizen geachtet wurde, desto mehr lässt durch den Einsatz der smarten Geräte sparen.

Am meisten spart dabei, wer lange unterwegs ist. Obwohl fürs spätere Aufheizen wieder Energie aufgewendet werden muss, ist es nämlich insofern sinnvoll, die Raumtemperaturen durch Heizkörperventile über einen längeren Zeitraum abzusenken. Dies hängt mit der Bauphysik zusammen: je weniger sich Innen- und Außentemperatur unterscheiden, desto weniger Wärme geht durch Mauerwerk und Fenster verloren. Neuer Text

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