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Grippeimpfung: In Wien 2020 sogar gratis. Ja, aber ...

Die Stadtregierung hat 400.000 Impfdosen angeschafft und stellt diese heuer kostenlos in den Impfstellen, bei den an der Impfaktion teilnehmenden Ärzten und Institutionen zur Verfügung. Ja, aber wie sinnvoll ist eine Grippeimpfung wirklich? Aus aktuellem Anlass, kritisch gefragt.

Spritze auf Impfpass in Grau
© Andreas Morlok/pixelio.de | Impfungen sind wichtige Vorbeugungsmaßnahmen um das Ausbrechen von Infektionskrankheiten und die Verbreitung dieser in der Bevölkerung zu vermeiden

Facts zur Grippeschutzimpfung

  • Empfohlener Zeitpunkt für eine Impfung sind Oktober und November, sie kann aber auch später vorgenommen werden
  • Der Grippeschutz baut sich ca. 2 Wochen nach der Impfung auf
  • Da sich der Grippevirus jedes Jahr verändert, sollte die Impfung jährlich vorgenommen werden
  • Der Impfstoff enthält Hühnereiweiß, daher sollten Personen mit Allergie gegen Eibestandteile nicht geimpft werden

Gratis Grippeimpfung 2020: Impfstellen in Wien

2020 wird in Wien die Impfaktion ausgeweitet. Im Oktober wird die Grippeimpfung kostenlos angeboten! Wie das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker im Juli bekannt gab, entfallen sowohl die Kosten für die Impfung als auch für den Impfstoff. Insgesamt hat die Stadt Wien 400.000 Impfdosen angeschafft.

Ab dem 15.9.2020 können Interessierte online oder telefonisch (unter 1450) einen Termin für die Grippeimpfung buchen. Termine gibt es von 1. Oktober 2020 bis Ende März 2021. Die Gratis-Impfung ist nur mit einem gültigen Termin möglich.

Die Grippeimpfung kostenlos erhalten Sie:

In den sieben Impfzentren der Stadt

  • 2., Karmelitergasse 9, 1 Stock
  • 3., Thomas-Klestil-Platz 8/2 – Impfservice Town Town
  • 12., Am Schöpfwerk 29/11/R10
  • 15., Gasgasse 8-10
  • 18., Martinstraße 100/ 1. Stock
  • 21., Wassermanngasse 7
  • 22., Donauzentrum

In den 4 Impfzentren der ÖGK

  • 3., Strohgasse 28 – Gesundheitszentrum Landstraße
  • 7., Andreasgasse 3 – Gesundheitszentrum Neubau
  • 10., Wienerbergstraße  15-19 – ÖGK Landesstelle Wien, Medizinischer Dienst
  • 21., Karl-Aschenbrenner-Gasse 3 – Gesundheitszentrum Floridsdorf

In den dafür eingerichteten "Impfbims" (Impf-Straßenbahnen)

  • 4., Impfbim Karlsplatz, Nähe Otto-Wagner-Pavillon/ Abgang U4 Station von 01.10. bis 09.10.2020
  • 1., Impfbim Schwedenplatz, Höhe Franz-Josefs-Kai 15, nahe Ausgang U1/U4 von 12.10. bis 16.10.2020
  • 3., Impfbim Belvedere, Am Schweizer Garten 1 von 19.10. bis 23.10.2020
  • 13., Impfbim Kennedybrücke, Abgang/Ausgang U4 Station von 27.10. bis 30.10.2020
  • 7., Impfbim Westbahnhof, Ecke Neubaugürtel/Felberstraße/Stollgasse von 02.11. bis 06.11.202
  • 1., Impfbim Schottenring, Höhe Eßlinggasse, nahe Ausgang U2/U4 von 09.11. bis 13.11.2020

Zusätzlich gibt es die Gratisimpfung auch

  • Im Sanatorium Hera (9., Löblichgasse 14)
  • Bei Haus- und KinderärztInnen, die an der Gratis-Grippe-Impfaktion teilnehmen
  • In medizinischen oder sozialen Einrichtungen (Spitäler, Pflege- und Senioren-Heime, Betreutes Wohnen,...), die an der Gratis-Impfaktion für das eigene medizinische Personal sowie ihre Klienten teilnehmen

» Zur online Termin-Buchung!

Grippeimpfung, ja oder nein?

Die Erreger der Grippe sind die Influenzaviren. Sie werden in 3 Typen A, B und C eingeteilt. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und gelangen dann über die oberen Atemwege in den Körper wo sie sich vermehren und die schweren Symptome der saisonalen Grippe auslösen. Die Influenza ist eine Erkrankung, die oft unterschätzt wird, jedoch vorwiegend für Risikogruppen wirklich gefährlich werden kann. 

Laut dem Robert-Koch-Institut verläuft eine Influenza-Erkrankung bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. (RKI, FAQs zu Grippeimpfung)

In Österreich sterben jährlich ca. 1.000 Menschen an den Folgen der saisonalen Grippe. Genauer gesagt heißt das, die Folgeerkrankungen der Grippe werden nicht von den Influenzaviren direkt ausgelöst, sondern stellen Sekundärkomplikationen dar. Zum Beispiel durch eine hinzukommende bakterielle Infektion. Die Ursachen liegen zum Beispiel darin, dass man sich nach dem Abklingen der Grippesymptome nicht lange genug auskuriert hat. Aber auch das Alter spielt eine Rolle. Bei 90 % der Influenza-Todesopfer handelt es sich um Menschen über 65 Jahren.

Unser körpereigenes Immunsystem kann viel mehr, als wir diesem allgemein zutrauen. Mit einem gesunden Lebensstil und vor allem mit verstärkten Hygienemaßnahmen wie u. a. regelmäßiges Händewaschen und Abstand halten kann man selbst auch viel dazu beitragen, sich vor einer Grippeerkrankung zu schützen

Die aktuelle Corona-Pandemie hat uns allen diese sinnvollen Hygienemaßnahmen gegen Viruserkrankungen regelrecht "eingeimpft". Das diese sinnvoll sind, dürften auch weltweit aktuelle Zahlen bestätigen. Die Grippefälle 2020 in den Ländern der Südhalbkugel, wie z. B. Australien sind massiv zurückgegangen. Die neu angelernten Hygienemaßnahmen und der reduzierte Kontakt unter den Menschen dürfte die Eindämmung des Grippevirus begünstigt haben.

Kritik an der Grippeimpfung

So wie auch die Kritiken rund um den aktuellen Umgang mit dem Coronavirus immer lauter werden (Siehe Nachhaltigkeitstage Saalbach 2020) gibt es Bedenken bei der "Vermarktung" der Grippeimpfung: Öffentlichen Institutionen wird z. B. eine regelrechte Verbreitung von "Angst-Hysterie" vorgeworfen. Dazu ein kritischer Beitrag des SWR/2018 zum Thema Grippeimpfung in Deutschland: Wie wirksam ist sie wirklich?

Wie wirkt der Impfstoff?

Der Impfstoff enthält abgetötete Influenzaviren die keine Erkrankung auslösen können. Er wird in den Muskel des Oberarms gespritzt. Das Immunsystem wird so mit den Erregern bekannt gemacht, es hat die Fähigkeit sich die Gestalt der Viren zu merken, und eine Armee von Gedächtniszellen zu bilden, die wiederum Antikörper gegen die Krankheitserreger bilden. Der Körper ist nun für den Ernstzustand gewappnet, er hat eine Immunität gegen die Influenza Viren erreicht. Dringen nun Influenza Viren in den Körper ein, werden sie von den Antikörpern bekämpft und abgetötet.

Im besten Fall bricht die Grippe gar nicht aus, tritt sie doch auf, denn ein Restrisiko bleibt, zeigt sie einen sehr schwachen und harmlosen Verlauf. Da der Influenzavirus jedes Jahr seine Gestalt verändert, muss sich der Impfstoff dem anpassen und sich ebenfalls erneuern. Daher sollte man sich jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen. Mit der Grippeimpfung schützt man allerdings nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seiner Umgebung. Denn nach einer Impfung besteht auch keine Gefahr mehr jemanden anzustecken. Vor allem die Risikogruppen, die besonders schnell angesteckt werden, können davon profitieren.

Grippe alle Symptome der Grippe

Wer sollte sich impfen lassen?

Laut dem Österreichschen Impfplan ist die Impfung jedem empfohlen der die saisonale Grippe vorbeugen will. (Empfehlung des BM für Gesundheit zur Influenza Impfung 20/21)

Folgenden Risikogruppen ist sie laut Impfplan besonders anzuraten:

  • Kinder ab dem 7. Lebensmonat
  • Personen über 50
  • Personen mit Grundleiden (z.B.: Herz-, Lungen-, Stoffwechselerkrankungen)
  • Schwangere
  • Kindern und Jugendlichen unter chronischer Aspirintherapie
  • stark Übergewichtigen
  • Betreuungspersonen (z.B.: in Spitälern, Altersheimen und im Haushalt)
  • Personen der Gesundheitsberufe
  • Personen mit häufigem Publikumskontakt

Sie sind bereits an Influenza erkrankt? Melden Sie dies beim Grippemeldedienst der Stadt Wien. Ihre Meldung fliest in die Datenerhebung zur Bestimmung von Beginn und Ende der Grippeepidemie in Österreich ein.

Grippeimpfung bei Kindern

Das Immunsystem ist bei Kindern noch nicht vollkommen ausgebildet, daher fangen sie Krankheitserreger besonders schnell ein und stecken auch schneller ihre Familien und Freunde im Kindergarten oder in der Schule an.

Laut Bundesministerium für Gesundheit ist eine Schutzimpfung bei Kindern ab dem 7. Lebensmonat empfehlenswert. Kinder bis zum 8. Lebensjahr die sich zum ersten Mal impfen lassen, sollten dem österreichischen Impfplan zufolge 2 Impfungen bekommen. Zwischen der ersten und der zweiten Impfung sollen mindestens 4 Wochen liegen.

Neben der herkömmlichen Impfung mit Spritze ist heuer erstmals ein Impfstoff als Nasenspray erhältlich, bei dem es sich, wie bei den Impfstoffen gegen Masern, Mumps und Röteln, um ein Lebendimpfstoff handelt. Die Viren sind also noch „lebendig“ und können sich vermehren, sind aber so abgeschwächt dass sie keine Grippe auslösen können. Das Spray ist für Kinder zwischen 2 und 18 Jahren gedacht, und wird dem Kind in die Nase gesprüht. Die Antikörper werden zuerst in der Nasenschleimhaut, also lokal, dann im gesamten Körper gebildet. Durch die Bildung der Antikörper in der Schleimhaut der Nase liegt ein zusätzlicher Schutz vor.

Da der Sprühimpfstoff den für Kinder besseren Impfstoff darstellt, empfiehlt ihn die ständige Impfkomission (STIKO) Deutschlands vor allem Kindern zwischen zwei und 6 Jahren, die eine Grunderkrankung haben. Kurz nach der Sprühimpfung kann die Nase des Kindes verstopft sein. Mit dem Nasenspray dürfen Kinder nicht geimpft werden wenn sie:

  • an Immunschwäche leiden
  • schweres Asthma haben
  • Salicylsäurehältige Mittel einnehmen

Abgesehen davon ob das Kind mit Spray oder Spritze geimpft wurde, sollte es sich danach nicht zu stark körperlich betätigen, das Spielen im Park beispielsweise sollte etwas verschoben werden.

Grippeimpfung während der Schwangerschaft

Werdende Mütter trifft eine Grippe besonders stark, sie neigen oft dazu gefährliche Lungenentzündungen zu bekommen. Forscher der Stanford University in Kalifornien raten Schwangeren zu einer Grippeimpfung, vor allem um sich vor den Folgekomplikationen zu schützen. Daneben wird auch das Ungeborene im Mutterleib geschützt, denn es empfängt ein Teil der Antikörper durch die Mutter. Die Immunisierung mit dem Impfstoff sollte ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Liegt eine Grunderkrankung vor, sollte die Impfung bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Nebenwirkungen der Grippeimpfung

Die Impfung wird gut vertragen. Es kann zu harmlosen Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle kommen, gegen die eine Kühlung mit Eisbeutel die beste Maßnahme darstellt. In seltenen Fällen kann es zu einem Krankheitsgefühl oder Fieber kommen. Sehr selten, also bei jedem Millionsten Patienten kommt es zum Guillain-Barré-Syndrom, einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems.

Grippeimpfung: Kosten und Impfstellen

Die Kosten des Impfstoffes belaufen sich regulär auf 14,85 Euro. Die Gratis-Impfaktion 2020 kann in den Bezirksgesundheitsämtern und Impfstellen der MA 15 oder bei den an der Impfaktion teilnehmenden Hausärzten vorgenommen werden.

Die Impfstoffpreise in den Apotheken und das Impfhonorar anderer Ärzte können unterschiedlich hoch sein.

Säuglinge und Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr werden nur im Impfservice und reisemedizinischen Beratung am Thomas Klestil Platz (s.u.) geimpft.

Thomas-Klestil-Platz 8 [TownTown], 1030 Wien
Telefon: 01-4000-8015

Geschäftszeiten telefonisch
Montag-Freitag 7.30-15.30 Uhr

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Grippeimpftelefon unter der Nummer +43 1 4000-8015 zur Verfügung.

Reise- und Impfberatung

Montag bis Freitag von 08:00 bis 12:30 Uhr
Donnerstag zusätzlich von 15:00 bis 17:00 Uhr

Schulferien: Donnerstag-Nachmittag geschlossen!

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weitere Meinungen

Es fehlt ein Hinweis auf speziellen Impfstoff für Personen über 65 Jahre der ein stärkeres Adjuvans enthält um das im Alter schwächere Immunsystem entsprechend zu stimulieren.
Weiters ist nicht angegeben, ob es heuer ein 3fach oder 4 fach Impfstoff ist: in der vergangegen Grippe Saison hatt ich trotz Imfung mit dem 3fach Imfstoff die Influenza B gegen den die Impfung nicht schützte.

, 30.10.2018 um 16:22

Ich möchte wissen ab wann man in den bezirksämtern die grippeimpfung 2017 bekommt.

, 03.10.2017 um 12:58

ich bin 77 Jahre alt und leide seit vielen Jhren an der Lungenerkrankung COPD. Seit ca, 15 Jahren lasse ich mich jährlich gegen Grippe impfen und hatte bisher keine Grippe. Ein befreundeter Arzt hat schulterzuckend erklärt, er lasse sich nie impfen und habe trotzdem nie Grippe gehabt.

, 11.01.2017 um 20:45

Aufgrund einer Grippeschutzimpfung wird niemand krank. Weil kein Lebendvirus geimpft wird.
Wer sich das einbildet, erzählt Märchen oder,verwechselt die Grippe mit einem grippalen Infekt.

, 28.12.2016 um 20:17

Meine Frau und ich sind bei unserem lokalen Arzt vor zwei Wochen geimpft worden. Nach einer Woche bekamen wir Fieber und eine rinnende Nase, die sich dann in einen argen Husten verwandelte. Schluckbeschwerden und eine brennende Kehle kam dazu, sodaß man kaum festes Essen hinunterbrachte. Unsere Meinung festigte sich nach einer Woche schwerer Grippe, diese Impfung - es ist uns nicht mitgeteilt worden wie der Impfstoff hieß, noch wer es erzeu´gt hat - sich nie wieder solch einer solchen Impfung zu unterziehen.
Z. Galos

, 18.12.2016 um 00:59

Ein ganz klarer Beweis, wie in Österreich an der falschen Stelle gespart wird und wie kurzsichtig die Politik ist! Höhere Kosten durch eine Erkrankung nimmt man in kauf und lehnt eine Ersparnis durch eine Gratis-Impfung ab. Wobei ich nicht unterstelle, dass bewusst kalkuliert wird, noch billiger seien einige Euro für üblicherweise bei Infekten verordnete Medikamente. So dass der fügsame Österreicher doch lieber vom Grippevirus befallen werden soll, weil das den Kassen billiger kommt und sich die Verwalter des einbezahlten Geldes wie üblich eine saftige Gratifikation ausbezahlen können.

, 10.10.2016 um 08:56

Danke für den Hinweis Herr Jörg,
der Link wurde korrigiert!
Mfg
Redaktion stadt-wien at

, 07.10.2016 um 12:12

Die Seite Bezirksgesundheitsämter ist "nicht auffindbar" (nicht verlinkt ?)

, 05.10.2016 um 21:50

warum sind die zeiten f. grippeimpfungen so kurz ? für ältere menschen eine tortur, in einer langen warteschlange stehend warten zu müssen ! die kosten könnten auch von den div. kassen getragen werden , weil die nicht geimpften grippekranken viel mehr kosten ! aktive gemeindebed. und viele betriebe übernehmen daher die kosten ! der gewinn der kassen könnten noch gesteigert werden ! und viele arme müssen eine grippe ertragen und den kassen dann viel geld kosten !

, 24.11.2011 um 09:51
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