Zu heiß für YouTube: Kunstforum feiert "Helmut Newton Legacy"

Nackter Frauenkörper zur Hälfte in einem Krokodil, Modefotografie Helmut Newton
© Helmut Newton Foundation | Gefeiert für seine revolutionäre Modefotografie: Helmut Newton

1938 als Jude vor den Nationalsozialisten nach Australien geflüchtet, beginnt er dort, Mode zu fotografieren: Die Werke des Berliner Fotografen Helmut Newton gelten als revolutionär. Sie sind jetzt in einer Retrospektive im Kunstforum Austria zu sehen.

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Helmut Newton Legacy

Wann: 19. Oktober 2022 bis 15. Jänner 2023
Wo: Bank Austria Kunstforum Wien

Besucherinfos unten

Helmut Newton Ausstellung: Bilder provozieren bis heute

In Zusammenarbeit mit der Helmut Newton Foundation Berlin feiert das Bank Austria Kunstforum einen ganz besonderen Geburtstag: Helmut Newton wäre vor zwei Jahren 100 geworden. Coronabedingt verzögert, aber umso umfassender dokumentiert die Retrospektive Helmut Newton Legacy sein kontroversielles Schaffen.

Wegen Nacktheit geschlossen: Der Livestream der Pressekonferenz zur Helmut Newton Werkschau wurde vom Google-Konzern mitten im Geschehen kurzerhand geblockt. Wer ihn nachsehen will, muss registriert sein und sein Alter nachweisen können. Kunstforum-Direktorin Ingried Brugger ist über die Doppelmoral verärgert:

"Der Google-Konzern schmückt sich einerseits mit den Federn, Museen und Bibliotheken zu digitalisieren, verhindert im gleichen Atemzug kulturelle Inhalte",

zeigt sie sich empört. Wer alt genug ist, kann die Pressekonferenz hier nachsehen:

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Fotos eröffnen neues Kapitel der Modefotografie

Im Paris der 1960er-Jahre findet Newton seine künstlerische Handschrift und revolutioniert die Modefotografie. Er setzt seine Protagonistinnen als "Objekte der Begierde" in einen (fiktiven) Kontext und fängt den Zeitgeist in seinen Bildern ein.

Die Inspiration durch den amerikanischen Film Noir und Werke von Alfred Hitchcock oder François Truffaut legt sich charakteristisch über die mächtigen, selbstbewussten Fotografien, und die eng gefassten Rahmenbedingungen seiner Auftraggeber treiben Newton an, traditionelle Darstellungsformen zu hinterfragen. 

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Sechs Jahrzehnte künstlerischer Revolution

Newton setzt dazu an, seine Modelle provokant zu inszenieren. Er kreiert schrille, theatralische Settings und demaskiert auf eindrucksvolle Weise die Kehrseite der Medaille einer Welt, die sich mit luxuriöser Eleganz identifiziert und deren Schattenseite er belichtet.

Sechs Dekaden geben ihm Recht: In die Riege von Helmut Newtons Auftraggebern reihen sich die französische, italienische, amerikanische und die englische "Vogue", die "Elle" oder die "Queen". Newton fasziniert ein Millionenpublikum, seine extravaganten Aufnahmen erreichen Ikonenstatus.

Die umfangreiche Werkschau im Bank Austria Kunstforum Wien lenkt den Blick auf das Ganze: Auf eine Fotografie, die sich jeder Kategorisierung entzieht – die Voyeurismus mit Stil, Eleganz mit Konsum verbindet und den sich wandelnden Zeitgeist von den 1960er-Jahren bis an die Jahrtausendwende widerspiegelt.

Bis 15. Jänner 2023 ist die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen.

Adresse & Kontakt

BA Kunstforum Wien
Freyung 8 in 1010 Wien

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