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Marillenernte und Marillenblütenfest: Wachauer feiern einzigartige Blütenpracht

Blühende Marillenbäume auf einer grünen Wiese
© Pixabay | Die Marillenblüte in der Wachau zählt zu den UNESCO Weltkulturerben

Die Vollblüte der Marillenbäume in der Wachau ist ein Naturschauspiel, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Hier finden Sie alle Infos rund um den Erntebeginn und alle Begleitveranstaltungen!

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Die Wachau: Eine UNESCO Welterbestätte

Japan hat seine blühenden Kirschenbäume und Österreich hat die prächtigen Marillenblüten der Wachau. Dieses schöne Viertel in Niederösterreich - eingebettet zwischen Tulln und Melk - wurde 2000 zurecht als „Kulturlandschaft Wachau“ in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Mit rund 100.000 Marillenbäumen verzaubert die Wachau jedes Jahr Groß und Klein.

Je nach Witterung entfaltet diese Region normalerweise zwischen Anfang und Mitte April ihre blühende Schönheit und bietet somit ein in Europa einzigartiges Schauspiel.  Die ersten warmen Sonnenstrahlen laden in die Natur ein; was gibt es besseres, als einen Spaziergang oder eine Radtour in der schönen Kulisse duftender Marillenblüten. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, belohnt die Wachau ihre Besucher ausgiebig mit idyllischen Marillengärten, der Gemütlichkeit des Donauufers und vielen kulinarischen Schmankerln, um sich den Weg noch zu versüßen. Wer die Wachau erkundet, sollte einen Abstecher zu den vielen Bauernhöfen machen, die ihre saftigen Marillen, leckeren Marmeladen und erfrischenden Säfte direkt ab Hof anbieten. Alles aus hauseigener Produktion, versteht sich!

Erfahren Sie mehr über die schönsten Radwege in Österreich.

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Die Wachauer Marille

Die Wachau verdankt ihre Einzigartigkeit dem milden Klima, das den Obst- und Weinanbau fördert. Dank  der begünstigten Wetterlage und dem reichhaltigen Löß gedeihen hier Weinreben und Marillen; sie entwickeln dadurch den typischen aromatischen Geschmack, den man von bekannten Qualitätsweinen wie Riesling, Grüner Veltliner und Neuburger kennt. Die Wachauer Marille – die Herkunftsbezeichnung ist in der EU geschützt - wird im Talgrund bei der Donau hauptsächlich zwischen Spitz und Arnsdorf und Umgebung seit Jahrhunderten angebaut.

Die Marille in der Wachau ist bereits in Texten aus 1509 dokumentiert, aber der richtige Anbau zu wirtschaftlichen Zwecken begann erst um 1890. Seitdem prägt diese Frucht das Leben in der Wachau und ist sowohl kulinarisch als auch wirtschaftlich nicht mehr wegzudenken. Die Marillenbäume, die hier wachsen, sind ausschließlich Regionalsorten wie die Kegel-, Ananas- und Rosenmarille. Der besondere Geschmack der Wachauer Marille entsteht aus einer Mischung von bestimmten Zucker- und Säurewerten, die aus dem Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht und der Zusammensetzung des reichhaltigen Bodens entstehen.

Jährliche Marillenernte

Die Marillenernte findet jedes Jahr Mitte Juli statt und dauert je nach Witterung in etwa für zwei Wochen an. Oftmals gibt es auch Begelitveranstaltungen, bei denen die Marillenente gefeiert wird.

» Hier finden Sie aktuelle Infos rund um den Erntebeginn und sogar eine Marillenreife-Webcam, bei der Sie live mitverfolgen können, wie reif die Marillen bereits sind!

Marillenernte im Most- und Waldviertel

Wer nicht genug von dieser schmackhaften Frucht hat, kann sich bei verschiedenen Veranstaltungen und Events rund um die wunderschöne Marille freuen: Unter dem Motto „Alles Marille“ wird die Köstlichkeit der Marille in all ihren Variationen in Krems an der Donau gefeiert. Marillen-Liebhaber warten sehnsüchtig auf das renommierte Event im Juli, das jedes Jahr viele hungrige Besucher in die schöne Kremser Altstadt lockt. Ob Marilleneis, leckere Marillenknödel, Marillenkuchen, Marillenpalatschinken - hier kommen Naschkatzen jeden Alters auf ihre Kosten, weil sich eben alles um die Marille dreht. Seit 1950 präsentieren die stolzen Einwohner von Spitz am vorletzten Wochenende im Juli ihre Marillen-Köstlichkeiten beim Marillenkirtag am Spitzer Kirchenplatz. Besonderheiten dieses Festes sind der berühmte „Marillenknödel-Automat“ und der festliche Einzug von König Marillus und Prinzessin Aprikosia. Musik und Tanz begleiten den Einzug - und schon kann man ein weiteres Stück Marillenstrudel naschen.

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Wandern in der Wachau

Die Wachau hat aber vielmehr als nur Marillenbäume zu bieten. Diese märchenhafte Landschaft, die auch von Künstlern in früheren Zeiten schon für ihre Schönheit gefeiert wurde, lädt mit ihren Hängen, Wäldern und Weingärten zum Erkunden ein. Viele davon sind Teil von Wanderrouten, auf denen die ganze Familie die wahren Schätze dieser Region entdecken kann.  Eine der beliebtesten ist die sogenannte „Marillenmeile“, die von der Marktgemeinde von  Rossatz- Arnsdorf (der größten Marillenanbaugemeinde Österreichs) ausgeht und an die benachbarten Ortschaften St. Johann, Oberarnsdorf, Hofarnsdorf, Mitterarnsdorf und Bacharnsdorf (westliche Marillenmeile) und Rührsdorf, Rossatz, Rossatzbach (östlich Marillenmeile) anknüpft. Entlang der Route kann man viel Wissenswertes über den Marillenanbau und die wichtigen Obstanbaubetriebe der Region lernen.

Neben der Marillenblüte gibt es auch noch viele weitere Ausflugsziele in der Wachau.

Die Wachau ist auch für ihre charakteristischen Weinterrassen entlang der Donau berühmt, ein Meisterwerk mühevoller Handarbeit und gleichzeitig eine der vielen Attraktionen dieser Region. Eine bekannte und repräsentative Genusswanderroute, die kulturelles und kulinarisches Erbe mit Bewegung an der frischen Luft vereint, ist der Welterbesteig: Diese Route ist in 14 Etappen unterteilt, die unterschiedliche Längen und Schwierigkeitsgrade aufweisen und somit für mehr und weniger trainierte Wanderer geeignet sind. Diese Wege stecken voller Kunst- und Kulturschätze, von römischen Ruinen bis zu mittelalterlichen Schlössern und Stiften, idyllisch Ecken und einer malerischen Hügellandschaft, die von der Donau sanft umspült wird. Die Natur zeigt sich dort in ihrer vollen Pracht und das aufmerksame Auge kann viele Tiere entdecken, die das empfindliche Ökosystem der Wachau zu ihrem Zuhause gemacht haben: Feuersalamander, Smaragdeidechsen,  große Sägeschrecker, aber auch Ziesel und Wildkatzen.

Der Wanderer braucht auch eine kleine Pause, um sich wieder zu stärken. Die vielen Heurigen warten auf ihre Gäste und verpflegen sie mit den regionalen Köstlichkeiten und ihren Produkten. Mit flaumigen Marillenknödeln, duftenden Marmeladen, ausgezeichneten Weinsorten und edlen Marillenbränden ist hier jeder gut bedient! Und für die endgültige, perfekte Entspannung reicht es schon, einen Blick auf die Donau und die wunderschöne umliegende Landschaft zu werfen. Das ist die Wachau: ein rundes Genusserlebnis, das sich von Tulln über Krems bis nach Melk erstreckt; ein Stück schmackhaftes Weltkulturerbe entlang des zweitlängsten Flusses Europas.

Fans der Wachauer Marillenblüte sollten sich auch die anderen Freizeittipps entlang der Donau ansehen.

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