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Festival Text: Alemannò Partenopeo

FEST: die Wiener Festwochen 2018

11. Mai – 17. Juni 2018: 6 Wochen Performance, Musik und Theater bietet das Wiener Festwochen Programm 2018. Dieses Jahr geht es um Themen wie Angst, Wahrheit und Lüge, u.v.a.m. Neu im Programm sind die „Deep Fridays“ bei freiem Eintritt. Lesen Sie hier über Schwerpunkte und Gratis-Tipps. Infos, Tipps, Programm, Tickets.

6 Wochen Wien im Ausnahmezustand: Wiener Festwochen
© Martin Wagenhan | Auch das gibt es bei den Wiener Festwochen: micro und macro

Wiener Festwochen

Wann: 11. Mai - 18. Juni 2018

Wo: >> Verschiedene Spielorte in der Stadt

Festwochen Eröffnung

Der Auftakt der Wiener Festwochen findet wieder auf dem Wiener Rathausplatz am 11. Mai 2018 statt, Beginn 21.20 Uhr. Dieses fulminante Open-Air Konzert bei freiem Eintritt wird auch weltweit im Fernsehen übertragen. 

Festwochen Programm: Empfehlung

Eine Art „Theater der Angst“ bringt der niederländische Künstler Dries Verhoeven mit „Phobiarama“ nach Wien, denn er installierte eine Geisterbahn mitten ins Museumsquartier. Bei seiner immersiven performativen Installation geht es um die Lust am Erschaudern, aber auch um jene Strategien und Mechanismen, die uns täglich in Angst versetzen und durch Wahrheit, Lüge oder fake news die Demokratie aus den Angeln zu heben droht.

Aber auch mit den Erfindern der Demokratie beschäftigen sich die Wiener Festwochen 2018: Die Orestie von Aischylos im Theater an der Wien in der Übersetzung von Walter Jens spielt vor antikem, griechischem Hintergrund und wird von dem deutschen Theaterregisseur Ersan Mondtag neu inszeniert. Pallas Athene versucht zwar durch einen göttlichen Richterspruch den Gräueln des Trojanischen Kriegs ein Ende zu setzen, doch wie werden sich die anderen Göttinnen, Götter und Menschen, die in Mondtags Orestie als Mensch-Ratten-Hybride bislang ihren dunkelsten Trieben gefolgt sind, verhalten?  

Auch der koreanische Regisseur Ong Keng Sen entführt die BesucherInnen der Wiener Festwochen zurück in die Geschichte Griechenlands. In seiner musiktheatralischen Arbeit „Trojan Women“ steht Helena, die schönste Frau der Antike, im Zentrum der Tragödie.

The Song of Roland: The Arabic Version dürfte eine besonders spannende und kulturell divers diskutierte Inszenierung des mittelalterlichen Stoffes versprechen. Wael Shawky erzählt das französische Heldenepos rund um die Kreuzzüge Karls des Großen gegen die islamischen Sarazenen auf eine ganz besondere Weise.

Geschichte steht auch im Zentrum der Inszenierung der niederländischen Theatergruppe Hotel Modern mit der Live-Film-Performance „Kamp“: Ohne Worte wird mit fingergroßen Figurinen in einem Miniaturmodell von Auschwitz der Lager-Alltag im Lagerkomplex dargestellt und mittels Mikrokameras auf eine Leinwand übertragen. Gespannt darf man auch auf den Beitrag Christoph Marthalers zu den Wiener Festwochen 2018 erwarten. 

Theater & Performance: Das Private und das Politische

Die Uraufführung „L’habitude“, eine performative Installation von Jean Michel Bruyère, beschäftigt sich mit der Black Panther-Aktivistin Assata Shakur und ihre These, dass sich Menschen an alles gewöhnen.

„Je weniger du über deine Unterdrückung nachdenkst, desto größer wird deine Toleranz dafür.“

Das Theater-Experiment „CHEKHOV Fast & Furious“ wagt sich an den Klassiker Tschechow und wird von dem aufständischen Theater- und Tanzkollektiv Superamas gemeinsam mit jungen Erwachsenen inszeniert.

Die brasilianische Theater- und Filmemacherin Christiane Jatahy macht sich wiederum an den Shakespeare-Klassiker „Macbeth: The Walking Forest“ während der kanadische Musiker und Cartoon-Zeichner Josh „Socalled“ Dolgin mit der Fortsetzung seines international erfolgreichen Anarcho-Puppen-Musicals „The 2nd Season“ im Museumsquartier aufwartet.

Ganz besonders sei noch Tanya Tagaq hervorgehoben, die mit ihrer Stimme ein politisches Statement abgibt, denn ihr Kehlkopf-Gesang ist der indigenen Tradition Nordamerikas verpflichtet. Die Sängerin arbeitete auch schon mit Björk, Mike Patton oder dem Kronos Quartett zusammen. „Nanook of the North“ und „ Retribution“ sind zwei Abende, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Konzert am Di, 15.5. MQ.

Zu den weiteren Höhepunkten der Wiener Festwochen zählt sicherlich auch die Zusammenarbeit von Liam Gillick und New Order für „Σ(No,12k,Lg,18Wfw) New Order + Liam Gillick: So it goes ebenfalls im MQ am 12. und 13. Mai.

Die Diskurs-Schiene der Wiener Festwochen 2018 wird Alexander Martos in seinem Podcast-Projekt Pod schütze Österreich - Reden zur Lage der Nation(en) gestalten.

In „Crowd“, einer Koproduktion der Wiener Festwochen, untersucht die französisch-österreichische Regisseurin und Choreografin Gisèle Vienne wie ein Geflecht aus Emotionen, Sehnsüchten, Spannungen und Gewalt sich zwischen 15 jungen Menschen während eines Rave entwickelt. Crowd" is zu sehen bei drei Terminen in der Gösserhalle 31.5., 1. und 2.6.

Auch Boris Charmatz, der mit „10000 gestes“ ebenfalls eine Koproduktion der Wiener Festwochen in der Gösserhalle zeigen wird, lässt Gemeinschaften und ihr Konfliktpotenzial in einem Wimmelbild aus 23 TänzerInnen auf die Festwochen-BesucherInnen einwirken. 

Hyperreality, Into the City und NEU! Deep Fridays

Für Aufsehen sorgen wird auch sicherlich die Regiearbeit von Susanne Kennedy,  die ihre auf Jeffrey Eugenides Roman und Sofia Coppolas Film basierende Arbeit „Die Selbstmord-Schwestern / The Virgin Suicides“ als eine psychedelische Reise in den Tod für die Wiener Festwochen inszeniert: Tibetanisches Totenbuch, LSD-Papst Timothy Leary inklusive. Termine: 1.-3. 6. im Theater Akzent

Im F23, einer ehemaligen Sargfabrik, widmet sich dann die diesjährige Wiener Festwochen Programmschiene HYPERREALITY an drei Tagen (24. – 26. Mai) dem Club als Ort, an dem gesellschaftliche Zwänge und Mechanismen außer Kraft gesetzt werden und neue Gesellschaften gedacht und erprobt werden können.

Deep Fridays & Into the City

Außerdem laden die Wiener Festwochen 2018 jeweils an den ersten drei Freitagen im Juni („Deep Fridays“ - bei freiem Eintritt) zu langen Nächten mit Performances, Konzerten, Interventionen und Audiovisueller Kunst in die Gösserhallen. Ab 22 Uhr werden dort neben der Body Art Ikone Cassis, der Klangkünstler M.E.S.H., Tara Transitory aka One Man Nation oder auch Performerin Dohee Lee ausgewählte Arbeiten oder Projekte zum Besten geben. Auch die Programmschiene „Into the City“ ist 2018 wieder bei freiem Eintritt zugänglich.

Details zum Programm erfahren Sie hier!

Tickets/Vorbestellungen

Derzeit stehen Ihnen der Online-Verkauf über den Webshop sowie der telefonische Verkauf mit Kreditkarte zur Verfügung.

Ab dem Verkauf an den Kassen am 28. April 2018, 10 Uhr können Sie Karten direkt an unseren Tageskassen kaufen.

Der Verkauf an den Kassen startet wie der Online-Verkauf und der telefonische Verkauf mit einem eigenen kleinen Kontingent.

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Tickets per Tel. +43 1 589 22 11 (nur mit Kreditkarte)

Info Tel. +43 1 589 22 2
kartenbuero(at)festwochen.at

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Rückblick 2017: Neuer Intendant - neue Formate

Schon seit 65 Jahren zeigen die Wiener Festwochen, was eine moderne Stadt so lebenswert macht: kulturelle Vielfalt und internationales Flair, nationale und internationale Kunst, die sich in Wien trifft. Mit der internationalen Vernetzung nehmen es die Wiener Festwochen tatsächlich wörtlich, denn 44 Produktionen aus 28 Ländern (2016: 36/25) – vor allem Performances, dazu Musiktheater, Schauspiel, Tanz und eine  neue Clubkultur-Schiene werden das Festival dieses Jahr, 2017, bereichern. Und ganz groß steht auch Utopie auf den Fahnen der Wiener Festwochen, denn hier wird genreübergreifend gearbeitet, sowohl im Theater und Musiktheater wie auch in den Bereichen Bildende Kunst, Musik und Performance. Spektakel und Avantgarden, Partizipation, Diskurs und Glamour - einem der wichtigsten europäischen Kunstfestivals würdig und recht - machen das Festival zu einem künstlerischen und gesellschaftlichen, Ausnahmezustand. So wünscht es sich zumindest auch Tomas Zierhofer-Kin, der neue Intendant der Wiener Festwochen: 

„Wir setzen auf Diversität, lassen unsere Gastkurator*innen aus Accra, New York und Berlin aus ihrer Perspektive heraus unser Programm bereichern—all das, damit Sie zu Recht sagen können: die Wiener Festwochen sind Wiens fünfte Jahreszeit. Kultur überall! Von Hoch- über Sub- und Gegenkultur: wir legen Ihnen die Kunstwelt zu Füßen. Als Festival der ausgebreiteten Arme wollen wir Willkommenskultur neu definieren: Unsere Künstler*innen heißen Sie herzlichst willkommen. Jetzt müssen Sie nur noch kommen. Es wird sich lohnen!“

                                                       Tomas Zierhofer-Kin, Intendant

Sex im Alter oder Hands on Mentalität?

Die Auftritte aus allen Genres der heutigen Kunst bieten unter anderem den neuen Star der zeitgenössischen Kunstszene Tianzhuo Chen, der mit „Ishvara“ einen bildgewaltigen musiktheatralischen Wettbewerb der Götter ausruft oder „Les Robots ne connaissent pas le blues oder die Entführung aus dem Serail“, die einen Blick auf großes Gefühl und Liebe aus afrikanischer wie europäischer Sicht werfen. Der umstrittene deutsche Künstler Jonathan Meese transformiert mit Bernhard Lang das Theater an der Wien zum grünen Hügel eines fernen Revolutionsjahres der Zukunft und das neu gegründete „Performeum“ lädt in ein neues temporäres Museum für Performance im 10. Bezirk ein. Die Theatertruppe Mammalian Diving Reflex wird beim Publikum in dem Stück "Haircuts by Children" Hand anlegen und widmet sich dem Tabuthema Sex im Alter ("All The Sex I’ve Ever Had").

Neu bei den Wiener Festwochen:

 

  • "Akademie des Verlernens": frei zugängliche Vorträge und Aktionen
  • "Performeum": unterschiedliche Performance-Sparten auf einem Gelände der Österreichischen Bundesbahn in Wien-Favoriten (darunter etwa das mit queerer Identität und Ästhetik arbeitende "House of Realness")
  • Schloss Neugebäude: die Bühne für "Hyperreality", ein kleines Subfestival für Clubkultur als dritte neue Schiene. Hier ertönen Sounds aus den Clubs und aus der Elektronik-Szene, zu Gast sind u. a. Holly Herndon, Merzbow oder Forest Swords.
  • Hollywood Prominenz: Jude Law in "Obsession

Festivalzentrum am Karlsplatz

Das Festwochen Zentrum befindet sich im Künstlerhaus am Karlsplatz und wird als Begegnungszentrum für die Künstlerinnen, Künstler und das Publikum der Wiener Festwochen seine Pforten öffnen. Während der ganzen Festwochen Spielzeit steht das Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus für Salongespräche, Premierenfeiern, Partys, Installationen, Kurzfilme & Performances und als Café.Bar.Lounge. & Leselounge zur Verfügung. Ein Besuch lohnt sich also jederzeit.

Künstlerfest: Abends, ausgelassenen Frühjahrsparty (freier Eintritt!)


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