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Jürgen Weber
Festival Text: Jürgen Weber

FEST: die Wiener Festwochen 2017

12. Mai bis 18. Juni 2017: FEST! Fünf Wochen Ausnahmezustand in einer der schönsten Städte der Welt? So könnte man die Wiener Festwochen beschreiben, die schon seit den 1950ern das kulturelle Leben Wiens mit internationalen Produktionen bereichern und Wien zu einem Treffpunkt der Kunst-Avantgarde machen. Infos, Tipps, Programm, Tickets.

Les Robots: Ein Signal an die vermeintlichen Eliten und die Avantgarde
© Knut Klaasen/Wiener Festwochen | Politik und Theater: auch dafür stehen die Wiener Festwochen

Wiener Festwochen

Wann: 12.5. - 18. Juni 2017

Wo: >> Verschiedene Spielorte in der Stadt

Neuer Intendant - neue Formate

Schon seit 65 Jahren zeigen die Wiener Festwochen, was eine moderne Stadt so lebenswert macht: kulturelle Vielfalt und internationales Flair, nationale und internationale Kunst, die sich in Wien trifft. Mit der internationalen Vernetzung nehmen es die Wiener Festwochen tatsächlich wörtlich, denn 44 Produktionen aus 28 Ländern (2016: 36/25) – vor allem Performances, dazu Musiktheater, Schauspiel, Tanz und eine  neue Clubkultur-Schiene werden das Festival dieses Jahr, 2017, bereichern. Und ganz groß steht auch Utopie auf den Fahnen der Wiener Festwochen, denn hier wird genreübergreifend gearbeitet, sowohl im Theater und Musiktheater wie auch in den Bereichen Bildende Kunst, Musik und Performance. Spektakel und Avantgarden, Partizipation, Diskurs und Glamour - einem der wichtigsten europäischen Kunstfestivals würdig und recht - machen das Festival zu einem künstlerischen und gesellschaftlichen, Ausnahmezustand. So wünscht es sich zumindest auch Tomas Zierhofer-Kin, der neue Intendant der Wiener Festwochen: 

„Wir setzen auf Diversität, lassen unsere Gastkurator*innen aus Accra, New York und Berlin aus ihrer Perspektive heraus unser Programm bereichern—all das, damit Sie zu Recht sagen können: die Wiener Festwochen sind Wiens fünfte Jahreszeit. Kultur überall! Von Hoch- über Sub- und Gegenkultur: wir legen Ihnen die Kunstwelt zu Füßen. Als Festival der ausgebreiteten Arme wollen wir Willkommenskultur neu definieren: Unsere Künstler*innen heißen Sie herzlichst willkommen. Jetzt müssen Sie nur noch kommen. Es wird sich lohnen!“

                                                       Tomas Zierhofer-Kin, Intendant

Sex im Alter oder Hands on Mentalität?

Die Auftritte aus allen Genres der heutigen Kunst bieten unter anderem den neuen Star der zeitgenössischen Kunstszene Tianzhuo Chen, der mit „Ishvara“ einen bildgewaltigen musiktheatralischen Wettbewerb der Götter ausruft oder „Les Robots ne connaissent pas le blues oder die Entführung aus dem Serail“, die einen Blick auf großes Gefühl und Liebe aus afrikanischer wie europäischer Sicht werfen. Der umstrittene deutsche Künstler Jonathan Meese transformiert mit Bernhard Lang das Theater an der Wien zum grünen Hügel eines fernen Revolutionsjahres der Zukunft und das neu gegründete „Performeum“ lädt in ein neues temporäres Museum für Performance im 10. Bezirk ein. Die Theatertruppe Mammalian Diving Reflex wird beim Publikum in dem Stück "Haircuts by Children" Hand anlegen und widmet sich dem Tabuthema Sex im Alter ("All The Sex I’ve Ever Had").

Rathausplatz Eröffnung und das neue Programm

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, der Curator at Large der documenta 14, wird bei den Wiener Festwochen gemeinsam mit Pauline Doutreluingne eine installativ-performative Festwochen-Ausstellung realisieren. Die „Akademie des Verlernens“, eine weitere neue Programmschiene des Festivals, wiederum wird den BesucherInnen in einem aufblasbaren Hamam den Kopf und die Füße waschen. Aber wer lieber tanzen geht, kann die Nächte beim neuen viertägigen Musikfestival „Hyperreality“ Wiener Clubs als Utopieräume wahrnehmen. Derrick Ryan Claude Mitchell und seine Gruppe Saint Genet nehmen den Ausgangspunkt einer historischen Tragödie in Amerika als Anlaß für eine  bildgewaltige Performance der Grenzüberschreitungen. Romeo Castellucci wird in „Democracy in America“ das Leben nach dem Ende der Politik ausmessen und eine weitere Fülle von Koproduktionen, Uraufführungen und Klassikern sowie Workshops, Diskurse und partizipative Projekte im ganzen Stadtraum erwarten die BesucherInnen aus dem In- und Ausland bei den Wiener Festwochen. Außerdem wird der Hollywood-Star Jude Law unter der Regie des Belgiers Ivo van Hove in "Obsession", einer Theaterfassung des gleichnamigen Visconti Films, live autreten.

Der Auftakt der Wiener Festwochen am 12. Mai auf dem Wiener Rathausplatz ist wieder ein Gratis-Open-Air und wird sogar weltweit übertragen. Details zum Programm erfahren Sie hier! und demnächst auch bei uns.

Neu bei den Wiener Festwochen:

 

  • "Akademie des Verlernens": frei zugängliche Vorträge und Aktionen
  • "Performeum": unterschiedliche Performance-Sparten auf einem Gelände der Österreichischen Bundesbahn in Wien-Favoriten (darunter etwa das mit queerer Identität und Ästhetik arbeitende "House of Realness")
  • Schloss Neugebäude: die Bühne für "Hyperreality", ein kleines Subfestival für Clubkultur als dritte neue Schiene. Hier ertönen Sounds aus den Clubs und aus der Elektronik-Szene, zu Gast sind u. a. Holly Herndon, Merzbow oder Forest Swords.
  • Hollywood Prominenz: Jude Law in "Obsession"

JR'S TIPP

Im Rahmen der Wiener Festwochen Programmschiene "Into the City" findet auch ein Vortrag des slowenischen Philosophen Slavoj Žižek statt:

The Courage of Hopelessness

Samstag, 20. Mai 2017, 18.30 Uhr

AK Bildungszentrum
Theresianumgasse 16-18
1040 Wien

» Theater & Kabarett in Wien

» Die großen Wiener Bühnen

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Tickets/Vorbestellungen

Schriftliche Kartenbestellung ab sofort bis 8.3. 2016:
per Fax +43 1 589 22 55 oder per e-mail: kartenbuero(at)festwochen.at

Online Tickets: Ab 19 3. 2016 (10:00 Uhr) www.festwochen.at
Tickets per Tel. +43 1 589 22 11 (nur mit Kreditkarte) ab 9. 3. 2016
Info Tel. +43 1 589 22 2

http://www.festwochen.at/karten-service/ 

Rückblick Wiener Festwochen 2016

13.5. - 19. Juni 2016: Die Wiener Festwochen haben 2016 36 Produktionen im Programm, darunter vier Uraufführungen, zwei Neuinszenierungen und zehn Premieren im deutschsprachigen Raum. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler stammen aus 25 Ländern und werden den Wienern und Gästen wieder einen internationalen Frühling voller Überraschungen und schöner Erinnerungen bereiten: Oper, Schauspiel, Performance.

Oper and more

Zur Eröffnung der Wiener Festwochen findet dieses Jahr wieder ein Gratis-Open-Air-Konzert am 13. Mai auf dem Rathausplatz statt. Eine Premiere wird der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov mit dem Dirigenten Marc Minkowski am 14. Juni feiern, da er erstmals eine Oper in Österreich inszeniert, nämlich Beethovens Befreiungsoper „Fidelio“. Auch die dem polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg gewidmete Oper „Die Passagierin“ wird erstmals in einer Inszenierung der Oper Frankfurt in Wien zu erleben sein (Premiere: 19.Mai). „Wehe den eiskalten Ungeheuern“ ist der Titel einer Konzertreihe mit Werken von Karl Amadeus Hartmann, Luigi Nono, Arnold Schönberg, Georg Eisler, Gustav Mahler, Ernst Krenek, Georg Friedrich Haas und Frederic Rzewski, die im Konzerthaus am 4. und 5. Juni aufgeführt werden.

Schauspiel der Superlative

In den knapp vier Wochen des schönsten Wiener Festivals, den Wiener Festwochen, wird nicht nur der Frühling gefeiert, sondern auch die hohe Kunst des Schauspiels. Ab 14. Mai wird in der Faßziehergasse 5 im siebten Wiener Gemeindebezirk eine Gemeinschaft von Trans-Species unter dem Titel „Wir Hunde/Us Dogs“ von der dänisch-österreichischen Schauspielgruppe SIGNA ihre Parallelwelt für Erkundungsgänge  dem Wiener Festwochen Publikum zur Verfügung stellen. In „Città del Vaticano“ fragen sich Autor und Regisseur Falk Richter und Choreograf Nir de Volff ob Religion und Kirche für die heutige Generation an Europäern überhaupt noch eine Bedeutung haben (Uraufführung 20.Mai). Eine weitere Inszenierung, die Aufsehen erregen wird, ist Solaris, der Roman von Stanislaw Lem, der vom Mazedonischen Nationaltheater in unvergessliche Bilder umgesetzt wird (Premiere 10. Juni).

Premieren, Uraufführungen, Neuinszenierungen... und viel Musik

Immer wieder können die Wiener Wochen auch als politisches Stimmungsbarometer verstanden werden. So kommen etwa die ukrainische Frauenband Dark Daughters mit „Roses“, einem Freak-Kabarett, zu den Wiener Festwochen, aber auch eine bitterböse Inszenierung von Oscar Wildes „idealer Gatte“, ein Moskauer Publikumserfolg, nach Wien. Musik gibt es aber auch bei Tom Kühnel und Jürgen Kuttners „Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution“, eine Revolutionsvarieté das Heiner Müller im O-Ton zu Wort kommen lässt und dazu die Live-Musik von der Band Die Tentakel von Delphi erklingen lässt (Premiere 23.Mai). Auch ein Zirkus, nämlich der Dark Circus, wird die Festwochengäste erfreuen: das französische Duo Stereoptik wird vor den Augen des Publikums Töne und Bilder auf eine Riesenleinwand projizieren und dort ein Zirkusuniversum mit Akrobatik, Tanz, Schattentheater, Figurentheater und Stumm- und Zeichentrickfilm entstehen lassen.

Rahmenprogramm zum Sinnieren ...und Vernetzen

„Thinking Aloud/Allowed“ – also Denken laut/erlaubt – wird an zwei Abenden im Burgtheater Forscher, Denker und Intellektuelle aus verschiedenen Ländern und Kontexten die Themen der Zeit aufarbeiten lassen. Das alljährliche „Into the City“ steht ganz im Zeichen der internationalen Gastfreundlichkeit und zeigt in einer Ausstellung in der Alten Post, wie man nationalistische Denk- und Exklusionsmuster hinter sich lassen kann. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt zu besuchen und soll zeigen, dass Inklusion und Bildung helfen, sich für das Gute zu vernetzen. Das Festwochenzentrum ist 2016 wieder im Künstlerhaus und bietet zudem Gespräche, Workshops und drei Theaterproduktionen sowie eine Filmreihe. Vom 8. Bis 16. Juni finden im Rahmen der Wiener Festwochen im Musikverein auch wieder die Festwochenkonzerte der Gesellschaft der Musikfreunde statt.

Festivalzentrum am Karlsplatz

Das Festwochen Zentrum befindet sich 2016 im Künstlerhaus am Karlsplatz und wird vom 13. Mai bis zum 19. Juni als Begegnungszentrum für die Künstlerinnen, Künstler und das Publikum der Wiener Festwochen seine Pforten öffnen. Während der ganzen Festwochen Spielzeit steht das Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus für Salongespräche, Premierenfeiern, Partys, Installationen, Kurzfilme & Performances und als Café.Bar.Lounge. & Leselounge zur Verfügung. Ein Besuch lohnt sich also jederzeit.

Künstlerfest: Abends, ausgelassenen Frühjahrsparty (freier Eintritt!)


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