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Neue Verkehrsregeln: Die neuen Regeln der StVO-Novelle im Überblick

Frau fährt Rad im Straßenverkehr
© pixabay | Neue Verkehrsregeln für Radfahrer und Autofahrer.

Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung gelten ab 1. Oktober 2022 geänderte Regeln im Straßenverkehr. Lesen Sie im Folgenden, welche wesentlichen Änderungen die StVO-Novelle mit sich bringt und frischen Sie zugleich Ihr Wissen über die Verkehrsregeln auf.

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Mit 1. Oktober 2022 tritt die 33. Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft und im Zuge dessen kommt es bei den Verkehrsregeln zu wichtigen Neuerungen. Ziel der Novelle ist es, dem Radfahren und Zufußgehen als klimafreundliche Formen der Mobilität eine höhere Priorität einzuräumen. Welche neuen Regeln gelten nun im Straßenverkehr?

Das müssen Radfahrer beachten

  • Fahren bei Rot:

Ab sofort erlaubt eine Zusatztafel Radfahrern trotz roter Ampel das Rechtsabbiegen sowie an T-Kreuzungen das Geradeausfahren. Voraussetzung für das Fahren bei Rot ist, dass der Radfahrer anhält und sicherstellt, dass das Abbiegen bzw. Geradeausfahren möglich ist, ohne sich oder andere Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, zu behindern oder zu gefährden.

  • Nebeneinanderfahren:

Auf Fahrbahnen mit einer Tempo-30-Begrenzung wird das Nebeneinanderfahren zweier einspuriger Radfahrer ermöglicht. Diese neue Regelung der StVO-Novelle gilt allerdings nicht für Schienenstraßen, Vorrangstraßen und Einbahnstraßen beim Fahren gegen die Fahrtrichtung. Darüber hinaus gestattet die Novelle das Nebeneinanderfahren zweier Radfahrer, wenn ein Kind unter 12 Jahren am Rad begleitet wird. Schienenstraßen bilden eine Ausnahme. Auch hier muss der Fahrradfahrer sicherstellen, dass die Sicherheit beim Fahrradfahren gewährleistet ist und niemand gefährdet oder am Überholen gehindert wird.

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Neuerungen für PKWs und LKWs

  • Überholen von Radfahrern:

Kraftfahrzeuge werden durch die StVO-Novelle verpflichtet, beim Überholen von Fahrradfahrern einen festgelegten seitlichen Mindestüberholabstand einzuhalten, sofern sie schneller als 30 km/h fahren. Dieser Mindestabstand beträgt im Ortsgebiet 1,5 Meter und außerorts 2 Meter.

  • Halten und Parken:

Ab sofort dürfen Fahrzeugteile nicht mehr in den Geh- oder Radweg hineinragen. Während dieses Verbot für Radwege absolut gilt, gibt es bei Gehsteigen Ausnahmen. So ist geringfügiges Hineinragen in Gehsteige erlaubt, etwa durch einen Seitenspiegel oder eine Stoßstange. Außerdem dürfen bei Ladetätigkeiten mit einer Maximaldauer von 10 Minuten Fahrzeugteile in den Gehweg hineinragen, sofern dennoch mindestens 1,5 Meter frei bleiben.

  • Rechts abbiegen in Schrittgeschwindigkeit:

LKWs dürfen entsprechend der geänderten Vorschriften im Ortsgebiet nur in Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen, wenn an der Kreuzung mit querenden Fußgängern zu rechnen ist.

Neue Regel für Fußgänger

Die Novelle der StVO bringt auch für Fußgänger eine Neuerung: Die bis dato geltende Pflicht, einen Schutzweg, der innerhalb von 25 Metern zu erreichen ist, beim Überqueren der Straße zu benutzen, entfällt, wenn es die Verkehrslage zulässt und keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer entstehen könnte.

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Für alle Fahrzeuge gültig

Auch bezüglich des Vorbeifahrens an einer in der Haltestelle stehenden Straßenbahn gibt es eine Änderung. Bisher war das Vorbeifahren auf einer zwischen den Straßenbahnschienen und dem Gehsteig liegenden Fahrbahn erlaubt. Mit der StVO-Novelle wird das verboten; nun sind Fahrzeuge dazu verpflichtet, stehenzubleiben, wenn Fahrgäste in ein Schienenfahrzeug, das in der Haltestelle steht, ein- oder aussteigen. Das Weiterfahren ist erst dann gestattet, wenn keine Personen mehr zulaufen und die Türen der Straßenbahn geschlossen sind. Diese neue Regel gilt gleichermaßen für Omnibusse des Schienenersatzverkehrs oder Kraftfahrlinienverkehrs. Ausgenommen sind Haltestelleninseln.

Eine ausführliche Beschreibung der neuen Regeln finden Sie im Volltext der 33. StVO-Novelle.

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