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Heidi Horten Museum: Neues Kunstmuseum neben der Albertina

Die Kunstsammlerin und Milliardärin Heidi Horten erwirbt ein Palais in der Wiener Innenstadt, um ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kuratieren soll diese Agnes Husslein-Arco. Die ehemalige Direktorin des Belvederes war bereits für die Ausstellung „WOW! The Heidi Horten Collection“ im Leopold Museum 2018 verantwortlich. Die erstmalige Ausstellung der Sammlung galt als großer Erfolg und widmet sich vor allem der westlichen Kunstwelt des 20. Jahrhunderts.

Ansicht der Wow! The Heidi Horten Collection im Leopold Museum 2018
© Heidi Horten Collection / Ouriel Morgenszternn | "WOW! The Heidi Horten Collection" im Leopold Museum, 2018

Heidi Horten eröffnet Museum für ihre Kunstsammlung

Der Zeitplan um die Ausstellung ist eng, bereits Anfang 2022 soll das Museum seine Pforten der Öffentlichkeit öffnen. Noch im Herbst dieses Jahres werden drei ausgewählte Architekturbüros ihre Entwürfe für den Umbau vorstellen, von welchen Eines letzten Endes den Auftrag bekommen wird. Als zukünftige Fläche für das Museum ist das Stöcklgebäude innerhalb des Hanuschhofs angedacht, dabei stehen etwa 2000m² zur Verfügung. Die Gebäude wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Nebengebäude der Albertina errichtet.

Bereits in der Vergangenheit wurde das Stöcklgebäude für verschiedene Kunst- und Kulturausstellungen verwendet, zuletzt fand sich hier das Staatsopernmuseum ein. Das Gründerzeithaus des Architekten Anton Hefft steht seit einigen Jahren jedoch leer, weshalb eine Nutzung als Privatmuseum durchaus sinnvoll erscheint. „Es gibt in Wien und auch in Österreich wenige Privatsammlungen, die öffentlich zugänglich gemacht werden. Damit ist das Engagement Heidi Goëss-Hortens noch höher zu bewerten. Zudem setzt sie hier auch als Frau und Museumsgründerin ein Signal in einer vielfach männlich dominierten Sammlerwelt“, meint dazu die künftige Direktorin des Hauses, Agnes Husslein-Arco.

Sammlung mit Rekordcharakter…

Und die Zahlen geben ihr recht, denn Hortens erste öffentliche Ausstellung 2018 im Leopold Museum war ein purer Erfolg. Knapp 360.000 Besucherinnen und Besucher konnte das Leopold Museum für die Ausstellung begeistern. Sie ist somit die am besten besuchte Schau in der gesamten Geschichte des Leopoldmuseums und macht der hochkarätigen Sammlung alle Ehre. Diese schlägt einen Bogen von Werken der klassischen Moderne bis hin zur Gegenwart.

Dabei fokussiert sich die Ausstellung auf deutschen Expressionismus, Pop-Art aus Amerika und international bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Marc Chagall, Georg Baselitz, Francis Bacon oder Damien Hirst. Zu den Vertretern und Vertreterinnen des deutschen Expressionismus zählen Namen wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Emil Nolde, Max Pechstein und Mark Rothko. Bei den Vertretern und Vertreterinnen des Pop-Art tauchen Namen wie Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat oder Roy Lichtenstein auf.

Portrait von Heidi Horten vor Gemälde
© ViennaPress / Andreas TISCHLER | Heidi Horten

… und mit ambivalentem Charakter

Die Sammlung ist ein wichtiges Kulturgut und dieses der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, darf durchaus als feiner Zug gewertet werden. Das Vermögen, auf welchem die Sammlung fußt, ist vor allem aus Hortens erster Ehe mit Helmut Horten. Ihr damaliger Ehemann verstarb 1987 und vermachte ihr Schätzungsweise 2,42 Milliarden Euro. Viel Geld, dass auf dem Rücken jüdischer Mitbürger und Mitbürgerinnen gemacht wurde, welche im Rahmen der „Arisierung“ zwangsenteignet wurden. Helmut Horten übernahm seinerzeit sieben Kaufhäuser von jüdischen Familien und entließ alle jüdischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Jetzt in arischem Besitz“, lautete damals der Werbeslogan des Kaufhausimperiums. Er gilt als Mitläufer im NS-Regime.

Dabei enthält die Sammlung viele Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die im dritten Reich um ihr Leben bangen mussten. Nicht nur Personen mit jüdischem Hintergrund wie Marc Chagall, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter des deutschen Expressionismus flohen zuhauf nach Übersee, um ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Gerade der deutsche Expressionismus galt damals als entartete Kunst und wurde von den Nationalsozialisten geschmäht und lächerlich gemacht.

Zuletzt erschien Heidi Hortens Name im Zusammenhang mit der Ibiza-Affäre in den Medien. Sie gehört laut HC Strache zu den Milliardären und Milliardärinnen, die über ein Netzwerk an Tarnvereinen der FPÖ illegal Spenden zukommen lassen. Heidi Horten, wie alle anderen in dem Video genannten Personen auch, bestritt damals noch am selben Tag die Zusammenhänge.

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