Raus aus Gas: Ab 1. März erhalten auch Mieter bis zu 1.500 €

Herd der noch mit Gas betrieben wird
© pixabay | Ziel: Keine Gasherde mehr in Wien.

Im Zuge ihres Programms "Raus aus Gas" sieht sich die Stadt wiederholt mit Herausforderungen konfrontiert. Als Reaktion darauf wird ab März eine neue Förderung für Mieter eingeführt, die ihre Wohnungen von einer gasbasierten auf eine umweltfreundliche Energieversorgung umrüsten möchten.

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Update: Dekarbonisierungsprämie kann ab 1. März beantragt werden

Mit den Stimmen der rot-pinken Fortschrittskoalition, sowie aller Stadtregierungsmitglieder wurde am 13. Februar 2024 die neue Sanierungs- und Dekarbonisierungsverordnung 2024 verabschiedet.

Für Maßnahmen zur vollständigen Dekarbonisierung einer Wohnung, wie den Wechsel von einem Gasherd zu einem Elektroherd, gibt es ab jetzt eine spezielle Prämie. Diese Prämie wird direkt an die Bewohner ausgezahlt und hilft, die Kosten zu mindern. Die Prämie kann von 1.000 Euro auf 1.500 Euro pro Wohnung erhöht werden, wenn die vollständige Dekarbonisierung der Wohnungen im Zuge einer Heizungsumstellung im gesamten Haus erfolgt.

Die Bedingung für den Erhalt der Dekarbonisierungsprämie ist, dass der Mieter weder Gas zum Kochen noch zum Heizen verwendet und auch die Warmwasseraufbereitung nicht über Gas erfolgt. Viktoria Neuber, die Leiterin der Abteilung für Wohnbauförderung (MA 50), erläuterte: "Die Voraussetzung für die Prämie von 1.000 Euro, die von der MA 50 ausbezahlt wird, besteht darin, dass in der Wohnung tatsächlich kein Gasanschluss mehr vorhanden ist."

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Gasausstieg gestaltet sich schwer

Es existieren diverse Gründe, warum der Ausstieg aus der Nutzung von Gas nur langsam voranschreitet. Gelegentlich sind Hauseigentümer nicht bereit, auf eine umweltfreundliche Energieversorgung umzusteigen. Doch auch Mieter können hierbei eine Rolle spielen, selbst im Bereich des Gemeindebaus. Die Stadt stößt auf Hindernisse bei ihren Bemühungen zur Dekarbonisierung, insbesondere wenn Mieter an ihren Gasheizungen festhalten. Dies liegt daran, dass Eigentümer solche Änderungen nicht ohne Zustimmung der Mieter durchführen dürfen.

Um beiden Parteien Anreize für einen Wechsel zu bieten, wurden nun Förderungen für Mieter, Besitzer von Eigentumswohnungen und Hauseigentümer eingeführt (siehe Raus aus Öl & Gas). Informationen zu diesen Förderungen können bei der Beratungsstelle Hauskunft eingeholt werden. "Bei der Umstellung der Heizungsanlage gibt es auch einen Zuschuss von rund 35 Prozent. Es werden maßgeschneiderte Pakete angeboten, und mit der neuen Dekarbonisierungs- und Sanierungsverordnung wird dies noch zielgerichteter", erklärt die Beraterin weiter.

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Bis zu 1.500 € für Umstieg

Für die Umstellung eines Mehrparteienhauses steht eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro zur Verfügung. Der Antrag für die Umstiegsprämie von 1.000 Euro kann auf der Webseite der MA 50 gestellt werden.

"Wenn ein Mieter beabsichtigt, den Gasherd gegen einen E-Herd zu tauschen, wäre es ratsam, zunächst Kontakt mit einem Elektriker aufzunehmen, um die erforderlichen Maßnahmen zu klären. Anschließend sollte der Vermieter mit Kostenvoranschlägen informiert und um schriftliche Zustimmung gebeten werden"

erläuterte Neuber.

Nach erfolgtem Umstieg benötigt man eine Bestätigung von den Wiener Netzen, dass der Gaszähler demontiert wurde, bevor die Prämie auf das Konto überwiesen wird. In Wien gibt es allein noch 30.000 Wohnungen, in denen ausschließlich mit Gas gekocht wird. Die Stadt hofft durch die Prämie zumindest auf 2.000 zusätzliche E-Herde im ersten Jahr.

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Der Mieter

29. Februar 2024 - 11:33 Uhr

Die Prämie mit dem kompletten Verzicht auf Gas zu knüpfen macht gerade bei Mehrparteienhäusern keinen Sinn. Ein Umstieg auf eine andere Heizung bzw Warmwasseraufbereitung ist schon deutlich komplexer als nur den Herd zu tauschen.

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Haid Andrea

13. Februar 2024 - 14:56 Uhr

Bin Mieterin einer Gemeindewohnung, wobei das Heizen und Kochen nur mit Gas möglich ist, also bringt es mir nichts einen E-Herd zu installieren da ich ja den Gasanschluss weiter benötige und ein Fernwärmeanschluss noch kein Thema ist, da der Gemeindebau zu klein ist und sich viele Mieter dagegen aussprechen und ich somit auch keine Förderung bekommen würde und ich dies nicht auf meine Kosten installieren werde,solange nicht endlich ein Fernwärmeanschluss geplant ist! Leider!

25. Jänner 2024 - 14:39 Uhr

Kann ich als Mieter vom Eigentümer verlangen, dass dieser die Gasheizung ersetzt? Andernfalls bringt es ja nichts, wenn ich den Gasherd austausche.

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