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Immobilien & Wohnen Text: Selina Lukas

Ergonomische Küchengestaltung: Richtige Arbeitshöhe der Küchenbereiche

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wieso Küchenarbeit ermüdet? Die ergonomische Planung einer Küche, kann nicht nur das Ermüden verhindern, sondern Sie auch vor Kreuzschmerzen schützen. Wie Sie das sogenannte Arbeitsdreieck (Spülbecken, Kühlschrank und Herd) in Ihrer Küche effizient planen und das richtige Verhältnis von Körpergröße und Arbeitshöhe finden - erfahren Sie hier.

Mann im Rollstuhl sitzt in der Küche und schneidet Gemüse auf einem Brett
© 123rf.com | Barrierefreiheit und Ergonomie in der Küche.

Die ergonomische Küche

Ergonomie ist die Wissenschaft von der menschlichen Arbeit. Der Begriff Ergonomie setzt sich aus den griechischen Wörtern „ergon“ (Arbeit) und „nomos“ (Norm, Regel) zusammen. Man versteht darunter die Anpassung der Arbeitsbedingungen an das menschliche Bedürfnis und nicht umgekehrt. Ziel ist es eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen und die Bedingungen so zu gestalten, dass möglichst geringe gesundheitliche Belastung entsteht.

Vor allem bei leidenschaftlichen Köchen, die viel Zeit in der Küche verbringen, können Rückenschmerzen oft mit unpassender Haltung zusammenhängen. Grund dafür ist die falsche Höhe der Arbeitsplatte und die falsche Lagerung der Geräte und Lebensmittel. Bei der Küchenplanung sollte also bedacht werden, welche Person am meisten Zeit in der Küche verbringt und an deren Körpergröße sollte man sich dann orientieren. Außerdem ist es auch wichtig, ob derjenige Rechts- oder Linkshänder ist.

Drei Punkte gilt es bei der ergonomischen Küchengestaltung zu beachten:

  1. Höhe der Arbeitsplatte
  2. Abstände der Küchenbereiche
  3. Anordnung der Geräte

Die richtige Arbeitshöhe in der Küche

Bei der Entscheidung für die richtige Höhe der Arbeitsfläche wird die Ellbogenhöhe des Haupt-Küchennutzers als Maßstab genommen. Zwischen Arbeitsplatte und abgewinkeltem Ellbogen sollten 10-15 cm Abstand sein. 

Wer besonders ergonomisch arbeiten will hat allerdings nicht dieselbe Höhe für die gesamte Arbeitsfläche. Der Abstand von 10-15 cm passt für den Bereich in dem vorbereitet und geschnitten wird. Die Kochfläche bzw. der Herd sollte ca. 25cm unter dem abgewinkelten Ellbogen sein. Das Waschbecken sollte ca. 15 cm höher angeordnet werden als das obere Ende der Unterschränke, da man beim Geschirr abwaschen meist am Boden des Waschbeckens arbeitet.

 

Als Orientierung für die perfekte Arbeitshöhe können Sie sich an diese Tabelle halten (alle Maße in cm):

Körpergröße

Arbeitsplatte

Kochfeld

160 

85

79

165

90

85

170

90

85

175

95

89

180

100

91

185

105

96

190

105

96

195

110

102

Tipp: Langes Stehen in der Küche stellt eine Belastung, vor allem für den Rücken, dar. Daher sollten Sie überlegen, ob in Ihrer Küche Platz für einen Sitzarbeitsplatz ist. Sogar in kleinen Küchen lässt sich dieser z.B. durch ausziehbare oder ausklappbare Platten realisieren. 

Unterschränke sind meist in bestimmten Norm-Größen im Handel zu bekommen und Maßanfertigungen können teuer sein. Die perfekte Arbeitshöhe kann man auch mithilfe der Sockelhöhe anpassen. Niedrige Sockel verschwenden wenig Stauraum. Sollte ein höherer benötigt werden kann man den Sockel selbst als Schublade nutzen, für Gegenstände, die nicht oft benötigt werden. 

Abstände und Anordnung der Küchenbereiche

Das wichtigste für ergonomisches Kochen sind kurze Wege und genügende Abstand zwischen den Arbeitsbereichen. Die fünf Bereiche, die in jeder Küche integriert sein müssen sind:

  1. Vorratsbereich: für Lebensmittel, Größe je nach Bedarf (Singles vs. Großfamilie)
  2. Aufbewahrungsbereich: Gläser, Geschirr, Besteck, Geschirrspüler
  3. Spülbereich: Putzmittel, Mistkübel, Abtropffläche
  4. Vorbereitung: Bretter, Messer, Basislebensmittel, Gewürze, mind. 90cm breit
  5. Kochbereich: Töpfe, Pfannen, Kochbesteck

Diese sollten in dieser Reihenfolge für Rechtshänder im Uhrzeigersinn und für Linkshänder gegen den Uhrzeigersinn angeordnet sein. Am wichtigsten ist dabei das Arbeitsdreieck zwischen den Bereichen Vorrat, Abwasch und Kochen. Wenn die Anschlüsse vorhanden sind, ist diese Anordnung in jeder Küche möglich. 

Brauchen Sie Hilfe bei der Küchenplanung? Die besten Wiener Küchenstudios finden Sie hier. 

Egal welche Anforderungen an die jeweilige Küche gestellt werden, ein paar grundsätzliche Dinge gilt es immer zu beachten:

  • Alle Lebensmittel, Arbeitsgeräte und sonstigen Utensilien sollten so verstaut werden, dass man sich nicht übermäßig bücken oder strecken muss, um sie zu erreichen.
  • Der Abstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank mindestens 60 cm betragen.
  • Bei der Planung darauf achten, dass die Türen der Schränke auf der richtigen Seite aufgehen. 
  • Für Unterschränke eignen sich Auszüge bzw. Schubladen besser als einfache Regale mit Schranktüren. 
  • In der modernen Küche gibt es auch die Möglichkeit höhenverstellbare Arbeitsplatten zu installieren. Diese nehmen per Knopfdruck die richtige Höhe für den jeweiligen Nutzer an. 

Ergonomie ist wichtig, aber nicht alles. Lesen Sie nach welche Gestaltungsmöglichkeiten bei der Kücheneinrichtung im Trend sind.

Ergonomie und Barrierefreiheit in der Küche

Meist beginnt man erst im Alter über ein barrierefreies Haus Gedanken zu machen, aber auch junge Leute oder Menschen mit Behinderung betrifft dieses Thema. Gerade in der Küche ist es wichtig selbstständig arbeiten zu können, auch wenn man in irgendeiner Form eingeschränkt ist. 

Tipp: Bei der Planung einer neuen Küche gleich an Barrierefreiheit denken und Vorkehrungen treffen. Denn wenn man dann wirklich eine barrierefreie Küche benötigt ist der Umbau einer bereits bestehenden Küche meist mühsam und teurer.

Als Zugang zur Küche sollte eine Schiebetür statt einer Flügeltür gewählt werden, da so keine Tür in das Zimmer ragt und dadurch mehr Bewegungsfreiheit gewährleistet ist. Gleichzeitig sollte der Abstand zwischen den Küchenzeilen mehr als 150cm betragen.

An den Arbeitsflächen bzw. schränken sollte man Handläufe oder einen Auffahrschutz für Rollstühle einplanen. Spezielle Sensoren im Boden können einen Sturz erkennen und melden diesen dann per App aufs Smartphone. Damit es gar nicht erst zu einem Sturz kommt sollte der Bodenbelag antistatisch, rutschfest und rollstuhlgerecht sein. Auch Notfallknöpfe, abgerundete Ecken, Rauchmelder und ein Induktionsherd sorgen für zusätzliche Sicherheit. 

Damit die Arbeitsplatte und alle Geräte auch für Rollstuhlfahrer zugänglich sind sollte die Arbeitsfläche höhenverstellbar und unterfahrbahr sein. Auszüge bzw. Schubladen sorgen für einfachere Erreichbarkeit.

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