Agoraphobie – Symptome und Therapie bei Platzangst

schwarzer Gitterturm
© Martin Berk/ pixelio.de | Agoraphobie ist die Angst vor öffentlichen Plätzen und äußert sich in generellem Unwohlsein bis hin zu regelrechten Panikattacken.

Die Angst, die ans Zuhause fesselt! Agoraphobie bezeichnet die Angst vor bestimmten Orten, aber auch vor weiten Entfernungen nach Hause. Allgemein gesagt: vor Situationen in denen es keine Fluchtmöglichkeiten gibt, sich bedrohlichen oder auch nur peinlichen Szenarien zu entziehen. Hier finden Sie alles von den Symptomen der Agoraphobie über Ihre Beziehung zu anderen Angststörungen bis hin zu therapeutischen Maßnahmen.

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Die Symptome einer Agoraphobie

Platzangst äußert sich beim Betroffenen in einem ausgesprochenen Unwohlsein in bestimmten Situationen, im Speziellen vor Plätzen, von denen es keine Rückzugsmöglichkeit an einen „sicheren“ Ort gibt. Erkrankte vermeiden es, in die Öffentlichkeit zu gehen. Einige verlassen die Wohnung überhaupt nicht mehr. Die genauen Angstauslöser können sehr verschieden sein:

  • Menschenmengen
  • öffentliche Plätze
  • Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause
  • Reisen alleine

Bei manchen Patienten kommt die Agoraphobie nur zum Tragen, wenn sie alleine sind. Andere erleiden Ihre Angstattacken gerade, wenn sie sich unter Menschen befinden. Wie für die meisten Angsterkrankungen nimmt man psychische Traumata als Ursache für Agoraphobie an.

Agoraphobie und andere Angststörungen

Die eigentliche Agoraphobie tritt oft in Kombination mit anderen Angsterkrankungen auf und ist nicht immer leicht von anderen Krankheitsbildern zu unterscheiden.

Panikstörung

Agoraphobie tritt zu 95% zusammen mit einer Panikstörung auf. Die wenigsten Agoraphobiker fühlen bloßes Unwohlsein, sondern bekommen regelrechte Panikattacken an bestimmten Orten. Der Körper verfällt in extremen psychischen Stress. Adrenalin wird ausgeschüttet und beschleunigt Herzschlag und Atmung. Der Betroffene verspürt Hitzeschübe oder Kälteschauer sowie inneren Kontrollverlust und Schwindelgefühle.

Generalisierte Angststörung

Viele Agoraphobiker leiden außerdem an einer generalisierten Angststörung. Angstattacken treten hierbei nicht ausschließlich in bestimmten Situationen auf, sondern schlagen willkürlich zu.

Sozialphobie

Ähnlich wie bei der Agoraphobie meiden die Betroffenen die Öffentlichkeit. Während aber Agoraphobiker in diesen Situationen unerklärliche Panikattacken erleiden, fürchtet der Soziophobiker sich „peinlich“ zu verhalten und dadurch zu blamieren.

Klaustrophobie

Die Klaustrophobie, in der Umgangssprache auch fälschlicherweise Platzangst genannt, ist gewissermaßen das Gegenstück zur Agoraphobie. Die Betroffenen erleiden ihre Angstattacken in engen Räumen wie Fahrstühlen, Flugzeugen aber auch, wie bei der Agoraphobie, vor Menschenmassen. Ähnlich wie bei der Sozialphobie ist die Abgrenzung hier nicht so sehr bei der gefürchteten Situation zu ziehen, sondern bei dem, was in dieser Situation gefürchtet wird. Bei der Klaustrophobie ist das die Enge, ja Vereinnahmung durch die Umgebung beziehungsweise durch die anderen Menschen.

>> Warum das Wort Platzangst immer falsch verwendet wird...

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Agoraphobie überwinden

Neben der Gesprächstherapie ist die Konfrontationstherapie die verbreitetste und auch erfolgreichste Behandlungsform. Die Konfrontationstherapie, auch Expositionstherapie genannt, wird im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie durchgeführt. Hierbei begibt sich der Betroffene mit seinem Therapeuten bewusst in die gefürchtete Situation und lernt so, dass die Angst unbegründet ist. Die Aufgabe des Therapeuten besteht hier vor allem darin, das Vermeidungsverhalten des Erkrankten zu unterbinden. Der Betroffene beherrscht vermutlich Techniken um sich von der Angstsituation abzulenken. Diese können helfen die Ängste kurzzeitig zu verdrängen, aber nicht sie zu überwinden.
Die Konfrontationstherapie kann schrittweise, in Kombination mit einer vorbereitenden Imaginations- und Gesprächstherapie, durchgeführt oder auch direkt als sogenanntes „Flooding“  angesetzt werden.

Eine Agoraphobie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die dem Betroffenen viele Situationen des täglichen Lebens deutlich erschwert. Unglücklicherweise ziehen viele es vor, ihre Vermeidungs- und Ablenkungstechniken zu verbessern, anstatt sich ärztlichen Beistand zu holen. Dabei sind Phobien leicht zu überwinden, wenn man sich seinen Ängsten nur stellt und Unterstützung zulässt.

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