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Rezepte Text: Annabella Khom

Leckeres Erdäpfelgulasch nach Wiener Art

Mit diesem Erdäpfelgulaschrezept nach Wiener Art haben Sie ein einfaches und schnelles vegetarisches Gericht, dass auch bei Kindern sehr beliebt ist. Aufgewärmt schmeckt das Gulasch nochmals um einen Tick besser.

Kartoffelgulasch in einem Topf
© Dr. Bernd Gross/Wirtshaus Steirerstöckl, Wien | Wiener Erdäpfelgulasch

Das Wort gulyás bedeutet im Ungarischen Rinderhirte und war vor seinem Vormarsch in die Küchen jeglicher Gesellschaftsschichten eine typische Hirtenspeise, die in großen Kesseln gekocht und immer wieder aufgewärmt wurde. In Ungarn selbst heißt der Eintopf mit dem sämigen, dicken Saft aber Pörkölt, bestellt man in Ungarn gulyás, bekommt man eine Suppe.

Erdäpfelgulasch Rezept

Obwohl das Gulasch bekanntlich ein typisches Eintopfgericht ist, zählt es zu den gedünsteten Ragouts und kommt in verschiedensten Varianten auf den Tisch. Neben dem beliebten Rindsgulasch mit diversen Abwandlungen, gibt es das Bohnengulasch, Würstlgulasch, Szegediner Gulasch und natürlich das Erdäpfelgulasch, welches eines der am schnellsten zubereiteten Varianten ist!

Zutaten für 4 Personen

  • 800 g mehlige Erdäpfel
  • 500 ml Rindsuppe
  • 40 g Butterschmalz
  • 200 g Zwiebel, weiß
  • 20 g Paprikapulver (edelsüß)
  • 2 Stück Knoblauchzehen
  • 1 EL Kümmel, 1 TL Majoran
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Essig
  • 2 EL Sauerrahm
  • Salz, Pfeffer
  • Petersilie, fein gehackt zum Bestreuen

Zubereitung Wiener Erdäpfelgulasch

Zuerst Erdäpfel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebeln fein hacken und in einer Pfanne in heißer Butter anrösten, dann mit dem Paprikapulver bestreuen und weiter rösten, anschließend mit dem Essig ablöschen und mit der Suppe aufgießen.

Jetzt Erdäpfel einlegen und mit Knoblauch, Kümmel und Majoran sowie mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Das Erdäpfelgulasch solange auf reduzierter Hitze weiter kochen, bis die Erdäpfel gar und das Gulasch schön sämig geworden ist.  Die Sämigkeit des Erdäpfelgulaschs entsteht durch die ausgekochte Stärke der mehligen Erdäpfel.

Kurz vor dem Servieren den Sauerrahm einrühren und mit fein gehackter Petersilie bestreuen.

Tipp: Im Original ist das Erdäpfelgulasch Wiener Art ein leichtes, vegetarisches Gericht. Wer es deftiger und mit Fleisch haben will, kann geröstete Speckwürfel, Frankfurter, Debreziner oder andere Würstel, geschnittene Extrawurst, Knackwurst oder Leberkäse hinzufügen.

>> Wiener Rindsgulasch Rezept

Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch gut!

Diese Redewendung bekommt jeder zu hören, der es nochmal mit dem Ex-Partner versuchen möchte oder es versucht hat und erneut erkennen musste, dass da nichts Gutes dabei rauskommt.

Im Gegensatz dazu kommt beim aufgewärmten Erdäpfelgulasch etwas richtig Gutes dabei raus. Wenn man gleich ein bisschen mehr Gulasch kocht und es immer wieder aufwärmt, hat man vorgekocht und gleichzeitig eine immer besser werden Mahlzeit. Durch das wiederholte Erhitzen entfalten die Gewürze ihr volles Aroma, die Konsistenz des Eintopfes wird immer sämiger und bei Varianten mit Fleisch, wird das Fleisch immer weicher und zarter. Stellt man das Gulasch nach dem erneuten aufwärmen kalt, kann man diesen Vorgang problemlos drei Tage lang wiederholen!

Gulaschvarianten

Neben dem Originalrezept wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Varianten des ursprünglichen Fleisch Ragouts aus Rindfleisch kreiert und es wurde auch andere Fleischsorten wie Schwein, Kalb, Schöps (männliches, kastriertes Schaf), Hammel, Geflügel oder Fisch und Wild verwendet. Auch Vegetarierer kommen mit den fleischlosen Gulaschrezepten für Erdäpfelgulasch, Bohnengulasch, Fisolengulasch, Paradeisgulasch, Gurkengulasch und Schwammerlgulasch geschmacklich voll auf ihre Kosten!

Hier könnt ihr einen kleinen Ein- oder Durchblick über die verschiedensten Gulaschvariationen gewinnen:

Wiener Saftgulasch: Wadschinken, Schmalz, Zwiebel, Essig, Wasser, Paprika edelsüß, Knoblauch, Majoran, gemahlener Kümmel, Salz

Bosnisches Gulasch: Rind- und Hammelfleisch, mitgegarte Erdäpfelwürfel

Debreziner Gulasch: mit grünen Paprikastreifen, geschnittene Debreziner Würstel, Salzerdäpfel als Beilage.

Frankfurter Gulasch: geschnittene Frankfurter werden mit Gulasch und hartgekochtem, gehacktem Eidotter serviert

Fiumer Gulasch: Gulasch mit Erdäpfelwürfeln, geröstete Speckwürfel und in Salzwasser gekochten Kohl als Beilage

Italienisches Gulasch: Gulasch mit Schöpsenfleisch mit Erdäpfel in Scheiben, Erbsen und Gemüsewürfeln aus gelben Rübe, Sellerie, Kohl und Fisolen

Karlsbader Gulasch: Verwendet wird Rind-, Kalb- und Schweinefleisch, das Gulasch wird mit Rahm und Essiggurken ergänzt und mit Weißwein abgeschmeckt, Nockerln kommen als Beilage dazu

Ofener Gulasch: Hier wird das Gulasch mit Rotwein statt Wasser gekocht, als Garnitur dienen harte Eier, dazu werden Tarhonya (ungarische Teigware, deutsch: Eiergraupen) serviert

Pester Gulasch: Einfaches Gulasch mit grünen Paprikawürfeln und Tarhonya

Fiaker Gulasch: Gulasch mit Spiegelei, Einspänner (nicht der Kaffee, sonder ein Würstchen) gebraten und Semmelknödel als Beilage

Pressburger Gulasch: Gulasch mit Bandnudeln in Butter oder Butterschmalz versehen

Triestiner Gulasch: Gulasch mit Polentanocken

Znaimer Gulasch:  Gulasch mit Julienne geschnittenen (sehr feine, quadratische Streifen) von Znaimer Gurken

Kaisergulasch: Hier wird Kalbsflesich verwendet, ohne Majoran, mit gewürfeltem Speck und Champignons, als Beilage werden Erdäpfel-Grießknödel serviert

Szekely Gulasch: Gulasch mit Schweinefleisch und Sauerkraut

Türkengulasch: Gulasch mit gewürfeltem Beinschinken und gedünsteter Reisbeilage

Szegediner Gulasch: Gulasch aus Schöps (in Österreich Schweinefleisch), Erdäpfelwürfeln und Sauerkraut

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