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Rezepte Text: Annabella Khom

Wiener Wäschermädel

Ahhh, wir Wiener lieben ja warme Mehlspeisen in Kombination mit Früchte. Palatschinken mit Marillen, Strudel mit Apfel, Mohnnudeln mit Apfelmus, Kaiserschmarren mit Zwetschenröster, Buchteln und Krapfen mit Marillenfülle, … und auch die Wiener Waschmädeln sind eine herrlich sanft-süße Mehlspeise mit Marillen. Hier gibt es das Rezept dazu!

Marillenknödel die noch nicht gekocht sind
© pixabay | Die Wiener Wäschermädel - ein Wiener Genuss.

Zutaten für 4 Personen

  • 8-10  Marillen
  • 20-30 g Zucker
  • 60 ml Marillenlikör
  • 80 g Marzipan oder 8-10 braunen Würfelzucker
  • Für den Backteig:
  • 1/4 l Weißwein
  • 250 g Mehl
  • 3 Eier
  • 2 EL neutrales Öl, weiche/flüssige Butter oder aromatisches Nussöl
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Backen
  • 2 EL Erdäpfel- oder Maisstärkemehl
  • 4 EL Staubzucker

Zubereitung

Marillen kurz blanchieren, halbieren, Kerne entfernen. Marillen mit Zucker und Likör marinieren. Kleine Kugeln aus dem Marzipan formen und sie zwischen zwei Marillenhälften setzen. Vorbereite Marillen bereitstellen.

Für den Backteig: Wein mit Mehl vermischen. Eier trennen und Dotter mit Salz, Zucker und Öl oder Butter in die Wein-Teigmasse einrühren. Das Eiklar mit ein bisschen Salz zu steifem Eischnee schlagen und behutsam unter den Teig heben.

Die gefüllten Marillen in Stärkemehl wenden, damit der Backteig besser haftet. Die Marillen auf einer Gabel aufspießen und durch den Teig ziehen. Die Wäschermädeln anschließend in heißem Fett goldbraun ausbacken und anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit dem Staubzucker bestreuen.

Wiener Wäschermädels Geschichte

Der Name „Wiener Wäschermädeln“ kommt von einem Berufsstand, der im Wien des 19. Jahrhunderts den Ruf hatte, fröhlich und lebenslustig zu sein. So wurden die „Wäschermädeln“ in Genre-Bildern, wie etwa von Josef Engelhart ebenso verewigt, wie in Filmen.

„Wiener Wäschermädeln“ ist ein Alt-Wiener Berufsstand, der bereits 1730 durch Frauen mit Wäschekörben am Rücken das Stadtbild prägten. Die Wäschermädeln holten schmutzige Wäsche meistens samstags aus den reichen Haushalten ab und brachten die saubere Wäsche meist nach einer Woche wieder zurück. Die Wäsche wurde vor allem beim Zusammenfluss des Währinger Baches und der Als, in der Nähe der heutigen Sechsschimmelgasse, welche damals Waschstadelgasse hieß, in einem "Waschhaus" gereinigt. Dort gab es auch geeignete Trockenflächen.

Das Säubern der Wäsche verlangte anno dazumal einiges an Arbeit, da sich der Reinigungsprozess  in verschiedenen Phasen vollzog: Trog, Kessel, Seifenlauge, Spülen, Wringen, Aufhängen, Glattwalken, Stärken, Bügeln. Als die Lieferung am Zeitplan stand, machten sich die Wäschermädel besonders fesch und transportierten die frisch gewaschene Wäsche  in einem auf einer Butte (ein hölzerner Rückentragekorb, auch Kiepe genannt)  befestigten Korb zu ihren Kunden.

In der heutigen Säulengasse gab es sogar die "Kaiserwäscherin", welche die zu säubernde Wäsche mit einem “Hofwagen” abholte und nach der abgeschlossenen Reinigung wieder in die Hofburg zum Kaiser brachte. Durch den  technischen Fortschritt wurdmese der Beruf des  Wäschermädels Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Stadtbild verdrängt.

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