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Rezepte Text: Anja Haidenschuster

Wiener Rindsgulasch

Auch wenn das Gulasch ursprünglich nicht aus Wien kommt, ist es zu einem traditionellen Wiener Gericht geworden, das nicht nur Touristen schmeckt, sondern auch Wiener in die Lokale lockt. Das zarte Fleisch in Verbindung mit der sämigen Sauce und einer der großen Auswahl an Beilagen macht das Gericht perfekt. Mit unserem Rezept haben Sie auch die Möglichkeit, sich selbst daran zu versuchen.

Wiener Rindsgulasch auf einem Teller angerichtet
© wikimedia commons/ Kobako | Erfreuen Sie ihre Gäste mit einem selbstgemachten Wiener Rindsgulasch.

Woher kommt unser Gulasch?

Es ist eines der beliebtesten Gerichte in Wien und mittlerweile finden wir es nicht mehr nur auf den Speisekarten von Wirtshäusern, sondern auch in den gehobenen Restaurants: das Rindsgulasch. Doch woher kommt diese leckere Speise eigentlich? Das Gulasch kommt ursprünglich aus Ungarn und wurde dort von den Rinderhirten gegessen. Im 19. Jahrhundert kam es nach Wien. Da das Gulasch am besten wird, wenn man es in großer Menge kocht, wurde es im Militär zu einem Standartgericht, zubereitet in einer transportablen Küche, die daher auch Gulaschkanone genannt wurde.

Was die Zubereitung betrifft, wird es allerdings schwieriger: welches Fleisch wird verwendet? Welche Beilage passt zum Gulasch? Wie dickflüssig gehört der Gulaschsaft? Es gibt unendlich viele Variationen Gulasch zu kochen, wir haben uns auf das Wiener Rindsgulasch spezialisiert. 

Rindsgulasch Rezept

„Gut Ding braucht Weile“ – das sollten Sie sich zu Herzen nehmen, wenn Sie Gulasch zubereiten möchten, denn ein Rindsgulasch ist nicht in einer halben Stunde fertiggekocht. Nur durch die Zeit wird das Fleisch zart und vor allem der beliebte Saft benötigt seine Zeit um die perfekte Konsistenz und den einmaligen Geschmack zu bekommen. Die Zubereitungszeit beträgt ungefähr 5- 6 Stunden, Sie sollten sich also richtig Zeit nehmen, wenn sie das Rindsgulasch selber zubereiten möchten.

Zutaten für 4 Personen

  • 600g Rindfleisch von der Rindswade
  • 450g Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 EL Öl
  • 1 TL Essig mit etwas Wasser verdünnt
  • 2 EL süßer Paprika
  • 2 TL scharfer Paprika
  • 1 EL Tomatenmark
  • Prise Kümmel (gemahlen)
  • Prise Majoran
  • Prise Salz
  • Prise Pfeffer
  • ½ l Rinderbrühe zum Aufgießen
  • 1 TL Maizena

Zubereitung

Die Zwiebeln in Würfel schneiden, das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin goldgelb rösten. Wichtig ist dabei, dass Sie die Zwiebeln langsam (ca. 20 Minuten) rösten, um einen bitteren Geschmack zu vermeiden. Kümmel, Majoran, Salz und Pfeffer zugeben und kurz mitrösten. Süßes und scharfes Paprikapulver einrühren, Tomatenmark und den zerdrückten Knoblauch zugeben und rasch mit Essig und der Rinderbrühe ablöschen. Die Sauce ungefähr 20 Minuten unter mehrmaligem Umrühren kochen lassen.

Währenddessen das Rindfleisch in Würfel schneiden und es nach den 20 Minuten mit etwas Wasser in den Topf geben. Das Fleisch nicht unter brodelnder Hitze kochen, sondern auf niedriger Stufe dünsten. Wenn nötig noch einmal etwas Wasser nachgießen. Sobald sich die Sauce reduziert hat, wird etwas Wasser hinzugegeben – dieser Vorgang wiederholt sich bis zur fertigen Sauce einige Male und macht schlussendlich den braunen, dicken Saft aus, den die meisten Gulaschliebhaber so schätzen.

Umso mehr Zeit Sie ihrem Gulasch geben, umso feiner wird das Fleisch. Das kann 3 bis 6 Stunden dauern, je nachdem, wie viel Zeit sie investieren wollen.

Nach ungefähr 2,5 bis 3 Stunden sollte das Fleisch weich sein, dann sollte noch einmal so viel Wasser aufgefüllt werden, dass das Fleisch gerade mit dem Saft bedeckt ist.

Das Ganze noch einmal aufkochen bis die gewünschte Sämigkeit entsteht, dann noch etwas Salz und Pfeffer zum Abschmecken verwenden und wenn die Sauce noch nicht die Konsistenz hat, die Sie gerne hätten, etwas Maizena in kaltes Wasser einrühren (oder Mehl) und beigeben.

Am besten schmeckt Ihr Gulasch, wenn Sie es bereits einen Tag früher machen, es abkühlen lassen und am nächsten Tag neu aufkochen, dann wird es - wie der Wiener zu sagen pflegt - „g’schmackiger“!

Beilagen zum Rindsgulasch

Es gibt verschiedene Beilagen die zum Gulasch passen. Egal ob Kartoffel, Nudeln, Spätzle, Brot oder Knödel – jeder findet etwas nach seinem Geschmack. Wir wollen Ihnen das Rezept einer beliebten Beilage zeigen, und zwar das, der Semmelknödel.

Semmelknödel auf einem Teller angerichtet
© wikimedia commons/ Kobako | Semmelknödel als Beilage für ihr Wiener Rindsgulasch.

Zutaten für 12 Semmelknödel

  • 8 Semmeln vom Vortag (oder 500g Semmelwürfelbrot)
  • Prise Salz
  • 500 ml warme Milch
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Öl
  • Petersilie
  • 4 – 5 Eier
  • Salzwasser zum Kochen

Zubereitung

Für die Semmelknödel zuerst die Semmeln vom Vortag in kleine Würfel schneiden. Die Würfel mit einer Prise Salz in eine Schüssel geben. Die Milch erwärmen, auf die Semmeln gießen und das Ganze gut umrühren. Mit einem Tuch abdecken und ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Zwiebel würfelig schneiden, etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin rösten bis sie goldgelb sind.

Nun können Sie die Petersilie fein schneiden und gemeinsam mit den gerösteten Zwiebeln und den Eiern zu den eingeweichten Brötchen geben. Den Teig kneten und dann noch einmal ca. 10 Minuten rasten lassen.

Die Hände nass machen, aus dem Teig Knödel formen, in kochendes Salzwasser geben und sie dort ca. 20 Minuten ziehen lassen. 

Sobald die Knödel auf der Oberfläche des Wassers schwimmen sind sie fertig und können herausgeholt werden.

Hier gibt's das beste Gulasch Wiens

Sollte es auch mit diesem Rezept nicht klappen, bleibt noch immer die Möglichkeit in eines der zahlreichen Wiener Wirtshäuser und Beisl einzukehren, wo man das Gulasch in uriger Atmosphäre und bei einem kühlen Bier genießen kann. Das sind unsere Empfehlungen:

Restaurant Fasanl Wirt
Rennweg 24, 1030 Wien

Restaurant Wiener Wirtschaft im Hotel Erzherzog Rainer
Wiedner Hauptstr. 27-29, 1040 Wien

Gasthaus zur Eisernen Zeit
Am Naschmarkt Stand 316-320/C7, 1060 Wien

Gasthaus Quell
Reindorfgasse 19, 1150 Wien

Gulasch-Hütt‘n
Herziggasse 8, 1230 Wien

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