Autofinanzierung: Auto finanzieren, Kredit oder Leasing?

Turm aus Münzen im Vordergrund, dahinter ein kleines blaues Auto
© 123rf.com | Die richtige Finanzierung für den Neuwagen?

Ihr altes Fahrzeug ist nicht mehr nutzbar? Sie haben Ihr Traumauto gefunden? Ihre Familie hat Zuwachs bekommen und ein größeres Auto muss her? Wie man am günstigsten zu einem neuen Wagen kommt, wenn die Barmittel nicht ausreichen..

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Sich ein neues Auto zuzulegen, ist teuer. Laut DAT-Report aus dem Jahr 2023 betrug in Deutschland der Durchschnittspreis der Anschaffung eines Neuwagens 44.630 €. Ist der Autokauf jedoch unabdinglich, ohne die nötigen Barmittel auf einmal aufweisen zu können, gibt es die Optionen einen Wagen zu leasen oder das Fahrzeug mittels Kredit abzubezahlen.

Checkliste: Bevor Sie sich für eine Finanzierungsvariante entscheiden

Welche Variante der Autofinanzierung die beste Option ist? Das kommt auf die jeweilige, individuelle Situation an. Folgendes sollte man vorher bedenken:

  • Eigentum oder „Leihwagen“?

Die erste Frage beim Autokauf sollte immer sein: Will ich auf jeden Fall der Eigentümer des Wagens sein, oder will ich diese Entscheidung erst später treffen. Wenn das Auto in den Besitz des Käufers übergehen soll, ist ein Ratenkredit oder eine Barzahlung nötig. Soll das Auto nur genutzt werden, ist Leasing die attraktivere Möglichkeit.

Wer die Eigentumsfrage nicht geklärt hat, oder vor der regelmäßigen Nutzung des Wagens noch nicht beantworten kann oder möchte, ist mit der Drei-Wege-Finanzierung gut beraten. Bei dieser wird erst am Ende der Laufzeit (ähnlich wie bei gewissen Leasing-Varianten entschieden, ob die Schlussrate gezahlt, oder der Wagen der Bank übergeben wird.

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ACHTUNG: Beim Autokauf auf Kredit lassen sich manche Geldinstitute den Fahrzeugbrief (auch genannt: Zulassungsbescheinigung II) als Sicherheit aushändigen. Der Haken: Sollte das Auto während der laufenden Finanzierung weiterverkauft werden, kann das zu einem Problem werden, denn manche Institute verlangen, dass der Kredit komplett abgelöst wird, bevor die Zulassungsbescheinigung an den Kunden herausgegeben wird.

  • Wie groß ist die Summe der zur Verfügung stehenden Eigenmittel?

Als Eigenmittel bezeichnet man die vom Kredit- bzw. Leasingantragsteller selbst aufgebrachten Geldmittel, also die Geldsumme die für den Autokauf selbst bezahlt werden kann. Je höher das aufgebrachte Eigenmittel, umso niedriger Fallen die monatlichen Raten, sowohl bei Leasing als auch bei Bankkrediten aus.

Sollten absolut keine, oder nur wenig Eigenmittel zur Verfügung stehen, bieten Banken auch die Option die komplette Summe per Kredit abzubezahlen. Dies scheint jedoch wenig ratsam, da die einzelnen Raten dementsprechend hoch ausfallen und die Laufzeit des Kredites deutlich länger anfällt.

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Tipp: Experten empfehlen, die monatlichen Raten so zu kalkulieren, dass maximal 10 bis 15 Prozent des Nettoeinkommens für die Autofinanzierung aufgebracht werden muss.

  • Stehen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, um neben einer Kreditrate auch die anfälligen Nebenkosten des Wagens zu decken?

Was viele vergessen; mit der Finanzierungsrate alleine ist es nicht getan. Zusätzlich zu den monatlichen Raten kommen Nebenkosten wie; Versicherung, Service/ Wartung, Parkgebühren und natürlich die Betankung.

Bei vielen Leasing-Angeboten fällt jedoch ein Teil der Nebenkosten weg. So gibt es Verträge, bei denen bereits die Versicherung oder auch der jährliche Service (bei Neuwagen das erste Mal nach 3 Jahren) inkludiert ist.

Ein weiterer Vorteil des Leasings gegenüber der Kreditfinanzierung, ist die steuerliche Absetzbarkeit der Leasing-Wägen für Unternehmen. Privatverbraucher können die Leasingraten allerdings nicht steuerlich absetzen.

  • Das Auto entspricht doch nicht den Erwartungen?

Das Traumauto könnte ebenso schnell auch wieder zu einem Alptraum werden. Es entspricht nicht den Vorstellungen, oder ist doch größer als gedacht und in der Großstadt eher ein Hindernis, als eine Unterstützung?
» Bei den in der Praxis üblichen Verbraucherleasingverträgen gibt es kein Rücktrittsrecht gibt.

Bei einer Kreditfinanzierung räumt das sogenannte Verbraucherkreditgesetz im Gegenzug ein 14-tägiges Rücktrittsrecht ein. Diese Möglichkeit, sich  von den vielleicht abgeschlossenen Verträgen lösen zu können, ist damit gesetzlich nur bei Kreditverträgen, nicht aber beim Leasing möglich.

Welche Finanzierungs­möglichkeiten gibt es?

Sobald man sich über Eigentumsfrage, Nebenkosten und Rücktrittsrecht im Klaren ist, stellt sich nun die Frage: Barkauf, Leasing oder Kredit?

Tipp: Um die Vergleichbarkeit von Kredit- und Leasingangeboten für Konsumenten zu garantieren, wurden die Finanzierungsunternehmen per Verbraucherkreditgesetz verpflichtet, die Gesamtbelastung sowie die Summe aller Zinsen und Gebühren anzugeben.

Barkauf

Barzahlung wird von Leasingden Autohäusern gerne gesehen. Wenn es Ihnen möglich ist (z.B. durch Bank-Kredit) gleich den vollen Betrag auf den Tisch zu legen, kommen Ihnen die Händler preislich gerne entgegen und Sie haben ein handfestes Argument, den angegebenen Listenpreis des Autos neu zu verhandeln.

Hierbei ist wichtig, sollten Sie einen der nachstehenden Kredite durch das Autohaus selbst abschließen, fällt genau diese Verhandlungsoption aus. Bei einem Vertragsabschluss mit der Hausbank des Autohändlers, muss der Listenpreis des Autos gezahlt werden.

Leasing

Beim Leasing leiht sich der Leasing-Nehmer das Fahrzeug gegen einen monatlichen Betrag von der Leasinggesellschaft.

  • Achtung: Hier sind Sie nicht Eigentümer des Wagens. Bei dieser Form der Finanzierung geht das Auto erst dann in Ihren Besitz über, wenn sie dieses am Ende des Leasingvertrages auskaufen.
  • Absoluter Vorteil der Leasing-Finanzierung ist jedoch, dass bei vielen Leasingverträgen auch Nebenkosten (Versicherung, Service) in die Rate miteingerechnet werden.
  • Leasing stellt vor allem, sollten Sie das Auto nicht erwerben wollen, die günstigste Variante dar, an ein Kraftfahrzeug zu kommen.

Finanzierungsmöglichkeiten mit kleinen Raten und hoher Abschlussrate

Kredite die einen relativ kleine Rate versprechen sind sowohl die Ballonfinanzierung als auch die Drei-Wege Finanzierung. Hierbei fällt jedoch eine dementsprechend große Abschlussrate an, gegebenenfalls kann jedoch bei diesen Finanzierungsformen das Auto auch zurückgegeben werden.

  • Bei der Ballonfinanzierung wird, anders als bei einem Ratenkredit, nur ein Teil der Kosten finanziert. Der verbleibende Betrag muss am Ende der Finanzierungslaufzeit an die Bank zurückgezahlt werden. Bedeutet: Die Ballonfinanzierung ergibt kleinere, monatliche Raten, die Abschlussrate fällt in der Regel aber sehr hoch aus.
  • Eine besondere Form der Ballonfinanzierung ist die Drei-Wege-Finanzierung. Hier fallen ebenfalls kleine, monatliche Raten an, jedoch kann die Abschlussrate, im Gegensatz zur Ballonfinanzierung, weiter finanziert werden. Bedeutet, der Restbetrag kann ebenfalls in monatlichen Raten abbezahlt werden. Bei dieser Form der Finanzierung besteht die Option die Abschlussrate nicht zu zahlen und stattdessen das Auto zurückzugeben.

Der Vorteil gegenüber der klassischen Finanzierung: Der Kunde kann sich mit seiner Entscheidung Zeit lassen, ob er das Auto einmal besitzen oder nur nutzen will.

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Null-Prozent-Finanzierung

Für gewisse Automodelle gewähren vor allem die Hausbanken der Autohändler zinsfreie Kredite, um Verkäufe anzutreiben. Hierbei kann jedoch auch wirklich nur das Auto finanziert werden, das vom Händler für eine Null-Prozent-Finanzierung angeboten wird.

Autokredit

Autokredite werden von allen Banken angeboten, Privatbanken sowie Hausbanken der Händler selbst. Nimmt man einen Autokredit auf, erhält man den vollständigen Betrag von der Bank. Der große Vorteil des Autokredites ist, dass das KFZ damit per Barzahlung erworben werden kann. Wenn es Ihnen möglich ist gleich den vollen Betrag auf den Tisch zu legen, kommen Ihnen die Händler oft preislich entgegen.

Tipp: Mit etwas Verhandlungsgeschick kann ein vom Autohändler gegebener Rabatt, auch die Zinsen für die Finanzierung übersteigen.

Kredit von Autohändler oder Bank: Vor und Nachteile

Grundsätzlich sollte die eigene Hausbank die erste Adresse sein, wenn es um einen Kredit geht. Denn, da der Wagen als Sicherheit gilt, bieten Banken für einen Autokredit in der Regel niedrigere Zinsen als für einen normalen Ratenkredit an.

Vorteile eines Kredites über die eigene Bank:

  • Die Bank kennt Sie und Ihre Finanzen
  • Sie treten dem Autohändler als Barzahler gegenüber
  • Haben Sie in der Vergangenheit bereits Kredite problemlos an die Bank zurückgezahlt, ist die Wahrscheinlichkeit höher eine Zusage zu erhalten

Eine frühere Ablösung des Kredits ist in den meisten Fällen außerdem möglich, wenn zwischendurch mehr Geld in die Haushaltskasse fließt.

Kredit über die Hausbank des Autohändlers

Auch der Autohändler selbst wird Ihnen natürlich gerne einen Autokredit vermitteln, beziehungsweise Sie tatkräftig bei der Finanzierung eines Fahrzeuges unterstützen. Kreditgeber ist, sollten Sie einen Finanzierungsmöglichkeit via den Autohändler in Betracht ziehen, immer die Autobank des Herstellers der angebotenen Automarke.

Vorteile einer Finanzierung über den Autohändler

  • Von der ersten Probefahrt bis zum Vertragsabschluss betreut einen immer die gleiche Ansprechperson; der Autohändler selbst
  • Bei Vertragsabschluss zahlt die Autobank den Kaufpreis direkt an den Autohändler, der Autokäufer wird Schuldner bei der Autobank und nicht beim Händler
  • Sehr niedrige Zinsen, teilweise sind Null-Prozent-Finanzierungen erhältlich

Kredit beantragen: Ablauf

Egal ob Autohaus oder Bank, der Ablauf einer Beantragung sieht immer wie folgt aus:

Kreditantrag

Sobald Sie sich für einen Finanzierungsweg entschieden haben, müssen Sie alle notwendigen Unterlagen eingereicht werden.

Welche Unterlagen werden für einen Autokredit benötigt?

Bevor Ihnen eine Bank den Kredit zusagt, braucht diese zur Prüfung Ihrer Liquidität und Bonität im Vorfeld genaue Informationen zu Ihrer Person und dem zu finanzierenden Kraftfahrzeug. Welche Unterlagen Sie für den Kreditantrag benötigen, kann von Bank zu Bank abweichen. Im Normalfall handelt es sich hierbei um folgende Dokumente:

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Kontoauszüge Ihres Girokontos
  • Gehaltsnachweis der letzten 3 Monate
  • Daten des zu finanzierenden Fahrzeugs (Marke, Modell sowie Erstzulassung und Kilometerstand bei gebrauchten Pkw)

Bonitätsprüfung

Egal ob Autohaus oder Bank, im zweiten Schritt wird die Bonität des Vertragsnehmers geprüft. Das bedeutet, dass die Bank versucht abzuschätzen wie kreditfähig der Antragsteller ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Person den Kredit auf Dauer auch zurückzahlen kann.

Vertragsabwicklung

Sobald sich der Vertragsnehmer als kreditwürdig erweist, wird der Vertrag aufgesetzt und ein Termin zur Unterzeichnung vereinbart.

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