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Terroranschlag in Wien: Der aktuelle Ermittlungsstand

Bei einem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt sind am Montagabend gegen 20 Uhr (02. November), vier Zivilisten, sowie ein mutmaßlicher Täter getötet worden. 22 Menschen wurden verletzt, darunter ein 28-jähriger Polizist.

Polizisten am Fleischmarkt
© stadt-wien.at/Ehrgott | Die Wiener Innenstadt ist seit dem gestrigen Anschlag abgesperrt. Hier Polizeipräsenz in der Nähe der Tatorte.

Der Anschlag nahm Montagabend gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse, im Ausgehviertel "Bermudadreieck" seinen Ausgang. Zum jetzigen Zeitpunkt wurde folgendes bekanntgegeben:

Was wir bisher wissen: *Stand Mittwoch 4.11.; 16:00 Uhr

  • Beim Anschlag in der Wiener Innenstadt gab es keinen zweiten direkt beteiligten Täter. Das hat laut Innenminister Nehammer (ÖVP) die Sichtung von über 20.000 Videos durch die Polizei ergeben.
  • Der schwerbewaffnete Täter wurde von der Polizei erschossen. der 20-Jährige war Sympathisant der Terrormiliz IS. Im Vorjahr wurde er in diesem Zusammenhang bereits verurteilt und war in Haft.
  • Mit Dienstagabend reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat den Anschlag in Wien mit vier Todesopfern und 22 teils schwer Verletzen für sich. Ein „Soldat des Kalifats“ habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt. Einen Beleg dafür gibt es noch nicht.
  • Bei Hausdurchsuchungen im Umfeld des Täters wurden insgesamt 16 Personen festgenommen.
  • Spur in die Schweiz: Nach dem Anschlag in Wien wurden ein 18- und ein 24-jähriger Schweizer verhaftet. Die beiden Männer sollen in engem Kontakt mit dem Attentäter von Wien gestanden sein.

Täter war vorbestraft

Der erschossene Attentäter von Wien war 20 Jahre alt, Doppelstaatsbürger mit nordmazedonischen Wurzeln und nach einer Verurteilung wegen terroristischer Vereinigung im Dezember aus dem Gefängnis entlassen worden. Ursprünglich lautete das Gerichtsurteil 22 Monate Haft. Der Täter wurde jedoch aufgrund der Annahme er wäre rehabilitiert vorzeitig entlassen.

Slowakische Behörden warnten Österreich vor

Der Attentäter von Wien hatte im Sommer versucht, in der Slowakei Munition zu kaufen, der Kauf scheiterte jedoch an einem fehlenden Waffenschein. Die slowakische Polizei bestätigte den Kaufversuch am Mittwoch (4. November) und gab an, die österreichischen Behörden über den Fall informiert zu haben.

Genauer erhielt die slowakische Polizei im Sommer die Information, dass verdächtige Personen aus Österreich versuchten, Munition zu kaufen, es ihnen aber nicht gelungen sei diese auch zu erwerben. Daraufhin informierte die slowakische Polizei unverzüglich die österreichischen Behörden.

Kranzniederlegung in der Innenstadt

Mit einer "Minute des stillen Gedenkens" wurde heute den Opfern des schrecklichen Attentats von gestern Abend in Wien gedacht. In der Judengasse in der Inneren Stadt fand dazu am Tag danach eine Kranzniederlegung statt.

Knapp vor 13.00 Uhr wurden durch den Bundespräsidenten, die Regierung, die Nationalratspräsidenten sowie den Klubobleuten der Parlamentsparteien und den Bürgermeister zum Gedenken mehrere Kränze platziert und Kerzen angezündet. 

Das Geschehen wurden unter anderem von zahlreichen internationalen Presseteams begleitet, die live aus Wien berichten.

 

 

Michael Ludwig Kranzniederlegung
© stadt-wien.at/Ehrgott | Sichtlich betroffen, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig

Ausgangspunkt Seitenstettengasse: Insgesamt sechs Tatorte

Der Anschlag am Montagabend in Wien fand gegen 20.00 Uhr in der Seitenstettengasse mitten in der Innenstadt seinen Anfang. Dort fielen erste Schüsse, in unmittelbarer Nähe der Synagoge. In einem "zeitlichen Zusammenhang", so die Polizei, gab es dann Vorfälle an weiteren fünf Innenstadtorten: Salzgries, Fleischmarkt, Bauernmarkt, Morzinplatz und am Graben.

Berichte über eine Geiselnahme in einem Lokal auf der Mariahilfer Straße erwiesen sich als falsch.

Posten Sie keine Fotos oder Videos auf den sozialen Medien! Dies gefährdet den Einsatz der Polizei. Sie könnten den Tätern so unabischlich veraten, wo sich der Einsatztrupp gerade befindet!

Sie haben Bildmaterial oder Hinweise? Senden Sie diese direkt an: http://upload.bmi.gv.at

Unklar ist derzeit immer noch, ob die Synagoge tatsächlich Ziel des Attentats war. Zum Zeitpunkt des Anschlages dürften sich keine Menschen im Stadttempel in der Seitenstettengasse und in den Räumlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) befunden haben.

Video

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