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300 Jahre Fiakerkultur am Ende?

Die Fiaker-Pferdekutschen gehören zum Wiener Stadtbild wie der Stephansdom oder Schönbrunn. An beiden Orten gibt es auch Fiaker. In der Innenstadt wird heftig über ihren Verbleib diskutiert. Das Ende einer Kultur? Ein Pro & Contra

Fiaker mit Gästen fährt durch Wiener Hofburg
© pixabay/domeckopol | Bald nur mehr im Grünen? Ob das Touristen sehen wollen?

Fiaker: verbannt an den Stadtrand?

In einem der wichtigsten Filme über Wien, „Der dritte Mann“, sieht man in der Abblende einen Wiener Fiakerwagen an der Kamera vorbeifahren. Die Szene spielt am zweitwichtigsten Wiener Wahrzeichen, dem Wiener Zentralfriedhof, und genau dorthin sollen die Wiener Fiaker zukünftig ihre Runden drehen, geht es nach einer neuen Initiative, die das „Ende der Tierquälerei“ fordert.

Die Fiaker sollen an den Stadtrand oder wie es Bezirksvorsteher Innere Stadt, Markus Figl (ÖVP) ausdrückt, sei ein Einsatz von Fiakern in anderen Gebieten der Stadt „etwa dort, wo es mehr Grünraum gebe“ sinnvoll. 

Dem widerspricht der Obmann der für das Fiakergewerbe zuständigen WKW-Fachgruppe „Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen“, Gökhan Keskin:

„Die Fiaker prägen seit mehr als 300 Jahren das Wiener Stadtbild Die meisten Sehenswürdigkeiten, die von Wien-Besuchern von der Kutsche aus bewundert werden, sind nun mal innerhalb des Rings zu finden - eine Verbannung aus der Innenstadt ist darum abzulehnen.“

Gesetze zum Schutz der Pferde

Aber die Fiaker sind nicht nur ein wichtiges Traditions- und Kulturgut für die österreichische Hauptstadt, sondern werden sowohl von WienerInnen als auch TouristInnen geliebt und verehrt. Außerdem unterliegen sie strengen Gesetzen, die die Pferde auch schützen. So darf ein Fiakerpferd bei Außentemperaturen über 35 Grad nicht mehr fahren, nicht länger als 18 Tage im Monat arbeiten, müssen in der Woche an zwei nicht aneinander folgenden Tagen frei haben und haben im Jahr fünf Wochen Urlaub. Wohlgemerkt die Pferde, nicht ihre Herren und Kutscher. Denn letztere müssen Jahr aus Jahr ein ihre Pferde im Stall pflegen, 24 Stunde, 365 Tage im Jahr bei Wind und Wetter.

Was kosten die Fiaker der Stadt?

Abgesehen von den Vorwürfen der Tierschützer gibt es aber auch handfeste finanzielle Probleme, die die Fiaker der Stadtverwaltung verursachen. Nach der Einführung der sog. Pooh-Bags oder Pferdewindeln geht es nun auch um die finanzielle Belastung der Fiaker für das Bezirksbudget.

Die Eisen-Hufe der Fiakerpferde würden jährlich 750.000 Euro Schaden verursachen. 300.000 Euro muss der Bezirk selbst bezahlen. Gummihufe sollen nun die Beschädigungen der Straßen vermindern. Anrainer und BewohnerInnen des Ersten Bezirks beklagen sich aber auch über die Lärm- und Geruchsbelästigung. Außerdem sind 116 Stellplätze in der Innenstadt vielleicht doch zu viel?

Droht jetzt das Aus einer 300 Jahre alten Tradition?

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