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News Text: Maria Mayrhofer

Turrini kritisiert Bundesregierung: Arschlöcher bedrohen Österreich

Anlässlich einer Rede bei einer Festveranstaltung der SPÖ im Palais Epstein übte der Schriftsteller Peter Turrini heftige Kritik an der aktuellen Bundesregierung. Der Literat sprach deutliche Worte in Richtung Türkis-Blau und warnt vor einem Siegeszug des “Arschlochtums”.

Peter Turrini
© APA/Herbert Neubauer | Peter Turrini

Wutrede des Autors Peter Turrini

„Ein Gespenst geht um in Europa. Nichts Unmenschliches ist ihm fremd. Es scheint, als sei ein Wettrennen darüber ausgebrochen, wer der größere Feind des Nächsten ist, wer die Schwächeren am besten verhöhnen kann.“

Nach der Wutrede des österreichischen Autors Michael Köhlmeier meldet sich nun auch der heimische Autor Peter Turrini im Zuge einer Festrede mit heftiger Kritik an der Regierung zu Wort:

„Der Weg in die Erkaltung der Herzen, dieser allerneueste Klimawandel, hat einen symbolischen Anfang und kein absehbares Ende.“

ÖVP und FPÖ würden Fremdenhass propagieren, Arbeiterrechte reduzieren, Postenschacherei betreiben, Frauenvereinen die Unterstützung verwehren und Organisationen abdrehen, die sich für Migranten einsetzen. Unter dem Titel „Nachrichten aus Österreich oder was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher, sondern die Arschlöcher“ ortet Turrini in seiner Ansprache einen „moralischen Umsturz vom Anstand zur Unanständigkeit“. Es wäre ein „Staatsstreich in Zeitlupe gegen die Zivilgesellschaft“ in Gange, so Turrini. „immer ein bisschen weiter nach rechts ins Menschenfeindliche, bis man dort ist, wo Herr Salvini und Herr Orban schon sind.“

Turrini spricht von politischer Fantasielosigkeit

„Beinahe täglich sind von der Regierung Vorschläge zu hören, was man den Flüchtlingen noch alles wegnehmen und welche Unterstützungen man immer weiter kürzen könnte. Eine Sozialministerin ist der Meinung, dass ein Flüchtling nicht mehr als 150 Euro im Monat braucht, um überleben zu können. Das ist übrigens laut Statistik jener Betrag, den Hundeliebhaber monatlich für Hundefutter ausgeben.“

„Diese Regierung ist politisch fantasielos und frei von Moral“, so Turrini. „Sie kommt ständig mit dem Anspruch des Neuen daher und ist uralt. Die rechten Regierungen nehmen den Schwächeren etwas weg und geben es den Stärkeren. Unter der lächelnden Maske verbergen sich Postengier und Herzenskälte. Das Rennen um Vermehrung der Kältegrade läuft.“

Schriftsteller Peter Turrini und Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger
© APA/Herbert Neubauer | Schriftsteller Peter Turrini und Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger

Wer ist Peter Turrini?

Peter Turrini wurde 1944 in Sankt Margarethen im Lavanttal geboren und gehört zu den größten lebenden Schriftstellern Österreichs. Er hat die Drehbücher für die Fernsehserien „Alpensaga“ und „Arbeitersaga“ und 36 Theaterstücke verfasst. Von Turrini gibt es drei Opernlibretti, 55 Buchausgaben, 17 Hörspiele sowie Sprechplatten und CDs. Er versucht mit seinen Werken mit romantisierten Heimat-Klischees aufzuräumen und widmet sich Themen wie Ungleichheit und Ausgrenzung von Menschen. 

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