Endlich fällt die Maklergebühr für Mieter

Fassade eines Wohnhauses in Wien
© Pixabay: robertprax | Nach der Vergebührung von Verträgen fällt in Österreich nun auch die Maklerprovision für Mieter.

Justizministerin Alma Zadic hat die Maklerprovision für Mieter in Österreich abgeschafft: Zur Entlastung vor allem von jungen und einkommensschwachen Menschen entfällt künftig die Maklergebühr bei Mietverträgen. Der ohnehin teure österreichische Wohnungsmarkt soll für Wohnungssuchende so leistbarer werden.

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Gesetz wird novelliert: Maklerprovision für Mieter endlich Geschichte

Mit diesen prägnanten Worten begründet Justizministerin Alma Zadic (Grüne) die Entscheidung zur Abschaffung der Maklergebühr für Mieterinnen und Mieter. Die Novelle, die frühestens Ende des Jahres bzw. Anfang 2023 umgesetzt werden soll, enthält dabei auch Klauseln, die ein Umgehen der Gesetzesänderung für Vermieter und Hausverwaltungen weitgehend verhindern. Entsprechende Verabredungen zwischen Eigentümern und Maklern etwa werden unzulässig sein – und folglich in Zukunft gesetzeswidrig. 

Provisionsfreies Wohnen neuer Standard

Während bis dato dem (künftigen) Mieter von der Maklerfirma eine Provisionsgebühr in der Höhe von bis zu zwei Bruttomonatsmieten verrechnet werden konnte, hat mit dem Inkrafttreten der Novelle der Vermieter sämtliche mit dem beauftragten Makler verbundenen Kosten in jedem Fall selbst zu tragen. Dies gilt für alle Mietwohnungen, die öffentlich beworben und von einem Makler an den Mieter gebracht werden. In Österreich soll damit provisionsfreies Wohnen zum Standard werden.

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"Wer bestellt, der zahlt – und nicht umgekehrt."

Die Novelle reagiert damit auf zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung, die bereits in der Vergangenheit immer wieder laut geworden sind: Der Umstand, dass Menschen bei der Wohnungssuche für einen Service zur Kasse gebeten werden, den sie nicht selbst in Auftrag geben und von dem sie entsprechend – entgegen der Vermieter – auch nicht profitieren, sorgte in Österreich seit jeher für Unmut. 

Bis zuletzt wurde laut Mietrechtsgesetz dieser Argumentation entgegnet, dass der Verdienst des Maklers sei, das Geschäft, also den zustande gekommenen Mietvertrag, vermittelt zu haben, sodass dieser in den meisten Fällen als Doppelmakler tätig geworden sei und entsprechend die Provision von beiden Parteien – Vermieter und Mieter – einfordern könne. Dieser von der betroffenen Bevölkerung vielfach als fragwürdig wahrgenommenen Logik bereitet die geplante Gesetzesnovelle, die am Dienstag (22.03.2022) von Justizministerin Zadic, Staatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP), Abgeordneter Nina Tomaselli (Grüne) und Abgeordnetem Johann Singer (ÖVP) vorgestellt wurde, endgültig ein Ende. 

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