Mit der Einführung des Bestellerprinzps fällt die Maklergebühr für Mieter

Fassade eines Wohnhauses in Wien
© Pixabay: robertprax | Nach der Vergebührung von Verträgen fällt in Österreich nun auch die Maklerprovision für Mieter.

Auf die Wohnimmobilienbrache in Österreich kommen wesentliche Veränderungen zu: Die Einführung des Bestellerprinzips wurde beschlossen und soll mit 1. Juli 2023 in Kraft treten. Damit entfällt künftig die Maklerprovision bei Mietverträgen, was künftige Mieter entlasten soll. Welche Änderungen bringt die Novelle mit sich?

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Gesetz wird novelliert: Maklerprovision für Mieter fällt weg

Die von den Regierungsparteien ÖVP und Grüne geplante Reform der Maklergebühren ist nun fixiert worden: Ab 1. Juli 2023 wird bei der Wohnungsvermietung das Bestellerprinzip gelten und somit werden die Maklergebühr für Mieter abgeschafft.

Die Novelle enthält dabei auch Klauseln, die ein Umgehen der Gesetzesänderung für Vermieter und Hausverwaltungen weitgehend verhindern. Entsprechende Verabredungen zwischen Eigentümern und Maklern etwa werden unzulässig und folglich in Zukunft gesetzeswidrig sein. Verstöße werden mit einer Verwaltungsstrafe geahndet. Durch diesen Umgehungsschutz soll verhindert werden, dass Mieter beim Vertragsabschluss anstatt der Maklerprovision andere Zahlungen als Kompensation leisten müssen. 

Provisionsfreies Wohnen neuer Standard

Was bedeutet die Einführung des Bestellerprinzips bzw. "Erstauftraggeberprinzips" für die Mieter? Während bis dato dem (künftigen) Mieter von der Maklerfirma eine Provisionsgebühr in der Höhe von bis zu zwei Bruttomonatsmieten verrechnet werden konnte, hat mit dem Inkrafttreten der Novelle der Vermieter sämtliche mit dem beauftragten Makler verbundenen Kosten im Regelfall selbst zu tragen. Dies gilt für alle Mietwohnungen, die öffentlich beworben und von einem Makler an den Mieter gebracht werden. In Österreich soll damit provisionsfreies Wohnen zum Standard werden. Das Maklergesetz-Änderungsgesetz sieht eine künftige Ersparnis von rund 55 Millionen Euro im Jahr für Mieter vor. 

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Einführung des Bestellerprinzips schon lange gefordert

Laut Justizministerin Zadić sollen durch den Wegfall der Maklerprovision Wohnungssuchende entlastet werden: "Wer bestellt, der zahlt – und nicht umgekehrt." Die Novelle reagiert damit auf zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung, die in der Vergangenheit immer wieder laut geworden sind: Der Umstand, dass Menschen bei der Wohnungssuche für einen Service zur Kasse gebeten werden, den sie nicht selbst in Auftrag geben und von dem sie entsprechend – entgegen der Vermieter – auch nicht profitieren, sorgte in Österreich seit jeher für Unmut. 

Bisher wurde laut Mietrechtsgesetz dieser Argumentation entgegnet, dass der Verdienst des Maklers sei, das Geschäft, also den zustande gekommenen Mietvertrag, vermittelt zu haben, sodass dieser in den meisten Fällen als Doppelmakler tätig geworden sei und entsprechend die Provision von beiden Parteien – Vermieter und Mieter – einfordern könne. Dieser von der betroffenen Bevölkerung vielfach als fragwürdig wahrgenommenen Logik bereitet die beschlossene Gesetzesnovelle endgültig ein Ende. 

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Christian Steinmaurer

27. Jänner 2023 - 03:48 Uhr

Auf Grund der sehr ungenauen und schwammigen Formulierungen der Regierungsvorlage wird das Bestellerprinzip nicht vor 2024 - wenn überhaupt - kommen.

Alle Kommentare anzeigen

Lackner

22. Jänner 2023 - 13:17 Uhr

@BrucknerDie Vermieterin kann doch die Wohnung selber inserieren, herzeigen und sich um alles kümmern. Wenn sie das nicht tun möchte, kann sie für die Arbeit jemanden engagieren. Ich verstehe nicht, wofür Mieter Makler brauchen, die meisten würden sicher keinen zahlen, wenn sie die Wahl hätten. Das finde ich offensichtlich.

Bruckner

29. November 2022 - 12:51 Uhr

hätte gerne einige Fragen beantwortet1. Denken Sie wirklich, dass durch den Entfall der Provision das Wohnen leitsbarer wird2. warum müssen Mieteinnahmen versteuert werden - ohne Einkommensteuer könnten die mtl. Mieten deutlich geringer ausfallen3. können Sie mir beantworten wie bei einer Mietwohnung von € 750,-- incl. BK der Eigentümer sich bereichern kann.4. arbeitet der Makler nicht auch für den Mieter ? Besichtigungen, Aufklärung über seine Rechte, Mietverträge, Betreuung von Übernahme und Übergabe usw.5. Wieviel Geld verliert der Staat durch den Entall der Provision (Umsatzsteuer, Einkommensteuer)Denken Sie wirklich auf den richtigen Weg zu sein?

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