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Neues Denkmal für Trümmerfrauen sorgt für Aufsehen

Grünes Denkmal zeigt eine Frau davor rote und weiße Rosen
© Mike Ranz | Das Denkmal in der Mölker Bastei sorgt für Diskussionen

Am 1. Oktober enthüllte Vizekanzler Heinz-Christian Strache ein Denkmal für „Trümmerfrauen“ – wiederspiegeln soll es die harte Arbeit, die viele Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau geleistet haben. Einige Historiker kritisieren hingegen das Denkmal.

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Vizekanzler Heinz-Christian Strache, der bei der Enthüllung Festredner war, betonte den Wert des Denkmals. Das Denkmal in der Mölker Bastei in der Inneren Stadt gegenüber der Hauptuniversität soll an den Einsatz jener Frauen erinnern, die beim Wiederaufbau während und nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen haben. Diese hätten „buchstäblich mit bloßen Händen“ und unter „unvorstellbaren Bedingungen“ Trümmer der Stadt beseitigt. Bereits seit 1986 versuchte die FPÖ Initiativen im Wiener Landtag und Gemeinderat einzubringen, um ein derartiges Denkmal zu errichten.

Initiiert wurde das Denkmal von dem Cajetan-Felder-Institut. Bei der Enthüllung am Montag waren zahlreiche FPÖ-Politiker anwesend, darunter Innenminister Herbert Kickl und Verkehrsminister Norbert Hofer.

Kritik am Denkmal in der Mölker Bastei

Die Stadtregierung spricht sich hingegen gegen die Errichtung des Denkmales aus. Wie zahlreiche Medien berichten, heißt es seitens der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ), man werde das Denkmal auch nicht in Obhut nehmen. Auch deshalb steht das Denkmal nicht auf einem öffentlichen Platz, sondern auf dem privaten Grundstück des Investors Siegmund Kahlbacher, der auch für die Kosten in Höhe von 60.000 Euro aufkam.

Das Büro der Kulturstadträtin betont, dass sich das Bild der „Trümmerfrauen“ in den vergangenen Jahren gewandelt habe. Historiker und Wissenschaftler kritisierten in der Vergangenheit den Begriff. Untersuchungen ergaben, dass es sich bei den Frauen häufig um ehemalige Nationalsozialistinnen handelte, die zum Wiederaufbau zwangsverpflichtet wurden.

Doch auch andernorts werden dem Mythos der „Trümmerfrauen“ Denkmäler gesetzt. In Deutschland gibt es mittlerweile acht, vier davon sind in Berlin.

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Der Bildhauer Magnus Angermeier, der die 1,80 Meter große Bronzeskulptur geschaffen hat, betonte bei der Präsentation jedoch, dass es sich dabei aus seiner Sicht nicht nur um ein Denkmal für die "Trümmerfrauen", sondern für „alle Frauen“ handelt, die seit tausenden von Jahren an Kriegsleid „die größten Opfer“ bringen mussten.

Mehr dazu im Web:

Filmaufnahme zu den Trümmerfrauen, Juli 1945

Bildergalerie Trümmerfrauen (Süddeutsche Zeitung, 03.12.2014)

Buch: Leonie Treber "Mythos Trümmerfrauen"

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