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Buschenschanken dürfen heuer täglich öffnen

Noch ist zwar nicht klar, wann die Gastronomie wieder aufsperren darf. Doch für die Wiener Buschenschanken steht schon jetzt fest: Sie dürfen jeden Tag aufsperren, nicht nur von Freitag bis Sonntag. Die erweiterten Öffnungszeiten sollen den Winzern aus der Krise helfen.

Buschenschank Brettljause
© pixabay.com | Ab April täglich in die Buschenschank?
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"Sobald der Lockdown für Gastronomiebetriebe beendet ist, können Winzerinnen und Winzer ihre Buschenschanken im Weinberg ab April täglich öffnen.."

hieß es in einer gemeinsamen Aussendung von Bürgermeister Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ).

So gut wie fix ist aber jetzt schon: Sollte die Gastronomie im April offen sein, dürfen die Wiener ab dem 15. des Monats die ganze Woche lang in den Weingärten trinken und essen – und nicht wie sonst nur am Wochenende.

Nur kalte Mahlzeiten und Getränke aus Betrieb

Mit der Möglichkeit, täglich zu öffnen, will die Stadt den kleinen Winzerbetrieben unter die Arme greifen, die, wegen der Corona-Pandemie in einer sehr schwierigen Situation sind. Im Unterschied zum Heurigen dürfen Buschenschanken ihren Gästen nur kalte Mahlzeiten sowie saisonal begrenzt Getränke aus dem eigenen Betrieb anbieten. Dazu zählen Wein und Obstwein, Trauben- und Obstmost, Trauben- und Obstsaft aus betriebseigener Ernte sowie selbst gebrannte alkoholische Getränke.

Buschenschanken: Eine Wiener Tradition

Die Wiener Heurigenkultur ist uralt: Vorläufer von Weinschenken gab schon im Mittelalter. Angesiedelt waren sie unweit der Stadtmauer. Bis dahin reichten damals nämlich die Weinbaugebiete an das dicht besiedelte Gebiet heran. Die eigentliche Geburtsstunde des Heurigen war eine Verordnung von Joseph II. vom 17. August 1784: Sie erlaubte es den Winzern, Wein und Obstmost auszuschenken.

Als im Vormärz günstige Verkehrsmittel entstanden, war die Voraussetzung für eine der Lieblingsbeschäftigung der Wiener geschaffen: Sie konnten nun in die Vororte fahren, um dort stundenlang beim Heurigen zu sitzen, zu essen und zu trinken. Auch Schriftsteller und andere Künstler ließen sich gerne dort blicken.

Mit der Eröffnung der Stadtbahn und dem Ausbau der Straßenbahn blühten die Weinschenken in den Außenbezirken dann so richtig auf. In dieser Zeit entstand die bis heute gepflegte Tradition, zusammengebundene Föhrenbuschen am Eingang aufzuhängen: Als Zeichen dafür, das geöffnet – oder wie man in Wien sagt: „ausg’steckt“ – ist.

Schrammelmusik gehörte fast verpflichtend dazu. Allmählich entstanden ganze Heurigendynastien: etwa die Familien Mandl, Grünbeck und Weigl.

Mehr zum Thema:

» Wiener Buschenschankgesetz

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