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Rezepte Text: Elisabeth Rauter

Motivtorten selber machen

Vielbeachtet in den sozialen Medien und immer gern gesehenes Geschenk: Selbst gemachte Motivtorten liegen im Trend. Und die Möglichkeiten sind quasi unerschöpflich – es gibt keine Grenzen, außer die der eigenen Fantasie.

Eine hübsche Torte in weiß mit zwei Herzen und unzähligen Blüten drauf
© pixabay.com/twinklelacsamana | Eine mögliche Variation der Motivtorte

Bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Taufen, Hochzeiten, will man gewisse Personen hochleben lassen und ihnen etwas ganz besonderes schenken. Wie wäre es denn mal mit einer selbstgemachten Motivtorte?
Das Thema kann jedes sein, dass Ihnen in den Sinn kommt: Von einfachen Marzipanrosen und Regenbogen-Torten über gruseliges Halloween-Backwerk: der Fantasie werden keinerlei Grenzen gesetzt. Und damit die Torte ihrer Träume Gestalt annehmen kann gibt es die verschiedensten Techniken und Tipps, um Sie zu unterstützen.
Wichtig ist dabei an erster Stelle die Torte, die unter der schönen Verzierung schlummern soll. Hier bekommen Sie drei wohlschmeckende Vorschläge, denn es isst eben nicht nur das Auge mit.

Tortenrezepte

Torte nach Sacher-Art

Der Klassiker auf Kindergeburtstagen und zu unzähligen anderen Gelegenheiten. Wenn man eine Torte mit Fondant- oder Marzipandecke machen will, ergibt sich hier auch noch der Vorteil, dass man auf Cremen unter der Torte verzichten kann, da die Marmelade bereits als ‚Kleister‘ für die Hülle genutzt werden kann.

Allerdings sollte man die fertige Torte nicht zu lange stehen lassen, die Flüssigkeit in der Marmelade kann dazu führen, dass sich der Fondant – was grundsätzlich ja nichts anderes als eine Zuckerpaste ist – langsam aber sicher auflöst. Es sollte auch nicht zu warm werden, da sonst dieselbe Gefahr droht.

Rezept der Sachertorte nach Ewald Plachutta

Dieses Rezept kommt ohne Treibmittel wie Backpulver oder Rum aus, was zu einem kompakten und saftigen Ergebnis führt.

Was dafür gebraucht wird:

  • 130g handwarme Butter
  • 110g Staubzucker
  • 6 Eidotter
  • 6 Eiklar
  • 130g Schokolade
  • 130g Mehl
  • 110g Kristallzucker
  • Marillenmarmelade
  • Butter und Mehl zum Ausstauben

Zuerst werden Butter und Staubzucker miteinander zu einer schaumigen Masse verrührt, um dann langsam die Eidotter hinzuzugeben. Danach wird die Schokolade geschmolzen und beigemengt.

In einem weiteren Gefäß wird das Eiklar zu einem festen Schnee geschlagen und dann vorsichtig unter den Abtrieb gemengt. Als nächstes folgt das Mehl, welches ebenso vorsichtig untergerührt wird.

Nach etwa einer Stunde bei 180 Grad Celsius im Backrohr lässt man die Torte erkalten, nimmt sie aus der Form und schneidet sie anschließend mittig horizontal in zwei Hälften und bestreicht beide dünn mit der Marillenmarmelade.

Tipp: Wenn man die Marmelade vorher passiert und/oder leicht erhitzt, lässt sie sich leichter verstreichen.

Biskuittorte im Regenbogen-Stil

Ein weiterer Dauerbrenner – nicht zuletzt aufgrund seiner Vielseitigkeit und Einfachheit in der Herstellung – ist die einfache Biskuit-Torte. Aber wir wollen uns dem Klassiker heute einmal aus einer farbefroheren Richtung nähern, auch wenn das in Summe etwas zeitintensiver ist. Für den Wow-Effekt ist es das auf jeden Fall wert.

Für die Torte kann natürlich jedes beliebige andere (Familien-)Rezept verwendet werden, der Unterschied besteht dann in weiterer Folge im Einfärben des Teiges. Das hier vorgestellte Rezept stammt von der Website Kuchen-hit.

Zum Verbinden der einzelnen Böden und mit der Fondant-Decke bietet sich eine fondant-taugliche Buttercreme an.

Was dafür gebraucht wird:

Torte (für circa 1,3 kg Teig)

  • 375 g Mehl
  • 4 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 225 g Butter
  • ½ Vanilleschote
  • 220 g Zucker
  • 5 Eiklar
  • 335 g Milch

Fondant-taugliche Buttercreme

  • 500 g Butter (Raumtemperatur)
  • 150 g Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Pkg Vanillezucker

Herstellung der Torte
Zuerst sollte man die Form(-en) enfetten und mit Backpapier auslegen, sowie das Backrohr auf 190 Grad Celsius vorheizen. Danach geht es an den Teig:
Sieben Sie Mehl, Backpulver und Salz gemeinsam ein eine Schüssel und verrühren sie anschließend die Butter und das Mark der Vanille miteinander, bis eine cremige Masse entsteht. Dies sollte ungefähr sechs Minuten dauern.

Zu dieser Buttercreme nun nach und nach den Zucker und anschließend langsam das Eiklar unterheben und ausgiebig Rühren lassen. Ebenfalls ohne große Hast werden auch jeweils abwechselnd etwas Milch und etwas von dem Mehlgemisch hinzugefügt, bis die volle Menge von beidem im Teig ist.

Danach wiegen Sie den Teig und teilen ihn in gleichgroße Teile – je nachdem wieviele Farben ihr Kuchen später haben soll. Bei diesem Rezept können Sie mit einer beachtlichen Menge von 1,3 kg Teig rechnen. Wenn sie also die sechs Farben des Regenbogens verwenden wollen, teilen Sie die Masse in sechs Teile zu je ungefähr 220g. Wenn eine kleinere Torte gewünscht wird, muss das Rezept umgerechnet werden.

Nun färben Sie die Teile des Teiges in den Farben ihrer Wahl, indem sie die Lebensmittelfarben unterheben. Achtung: Die Farbe wird meist bei Backen noch intensiver.

Jeder der bunten Böden wird bei 190 Grad für etwa 15 bis 20 Minuten gebacken.

Herstellung der Buttercreme

Butter langsam mit Salz und Vanillezucker unterrühren und daraufhin das Tempo erhöhen. Ungefähr 10 bis 15 Minuten schlagen lassen und dann den Puderzucker hinzufügen und diesen wieder langsam unterheben (um ein Chaos zu vermeiden).

Mit einer Teigkarte den Zucker, der sich am Rand sammelt so lange unterheben, bis wirklich alles Teil der Masse geworden ist. Dabei empfiehlt es sich die Küchenmaschine auszuschalten. Dann wird die Creme nochmal circa zehn Minuten lang geschlagen, bis sie schön hell wird und schon ist die Creme fertig.

Diese Creme können Sie sich auch in einem Video auf ausgesprochen sympathische Art und Weise über den Kanal ‚KonditorShow‘ erklären lassen.

Es gibt natürlich noch zahlreiche andere fondant-taugliche Varianten, die man verwenden kann, wie zum Beispiel Schokoladenbuttercreme und klassische Ganache, aber auch fruchtige Spielarten wie eine Italian Meringue Buttercream.

Red Velvet Cake

Ein samtener US-amerikanischer Klassiker, der sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut.

Was dafür gebraucht wird:

  • 280 g Mehl
  • 2 EL Backkakao
  • 1 Prise Salz
  • 110 g Butter (Raumtemperatur)
  • 250 g  Zucker
  • 2 Eier
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 225 ml Buttermilch
  • Rote Lebensmittelfarbe (Gel)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL heller Essig

Der Ofen wird auf 180 Grad Celsius vorgeheizt und anschließend zwei Kuchenformen (Durchmesser von 23 cm) mit Butter und Backpapier vorbereitet.

Danach werden Mehl, Kakao und Salz in einer Schüssel gemischt und zur Seite gestellt. In einer anderen Schüssel schlägt man die Butter cremig und gibt den Zucker in zwei Portionen langsam hinzu. Danach passiert dasselbe mit je einem Ei und ganz zum Schluss der Vanille. Die Mehlmischung wird schrittweise untergehoben und gut gemischt, damit ein zäher Teig entsteht.

Erst jetzt kommen Buttermilch und auch Lebensmittelfarbe in’s Spiel und zaubern aus all diesen Zutaten einen glatten Teig, der noch um eine Kleinigkeit ergänzt werden muss: in einem kleinen Gefäß werden Essig und Backnatron bzw. –pulver vermischt und dann rasch unter den Teig gehoben.

Der Teig wird nun auf die beiden vorbereiteten Formen verteilt und für 25 bis 30 Minuten gebacken. Nachdem der nun gebackene Kuchen kurz in der Form auskühlen durfte, wird er noch warm gestürzt und darf dann komplett erkalten.
Daraufhin wird der Kuchen mithilfe von Frosting – klassischerweise in einer Variante mit Frischkäse bestrichen, zusammengesetzt und auch noch rundherum bestrichen.

Die Verzierung

Nun, da die Basis unserer Motivtorte gebacken wurde, stellt sich die Fragen aller Fragen: Wie soll ich mich nur für ein Design entscheiden? Welche Möglichkeiten gibt es?

Man sieht vier verschiedene Torte: eine weiße mit großer orangefarbener Schleife, eine grüne mit Hase, Kücken und vielen Blumen, eine Topfentorte dekoriert mit viel frischem Obst und eine Torte mit Star Wars-Thema
© Elisabeth Rauter | Einige Selbstversuche der Autorin

Wenn man selbst noch keine Idee hat, in welche Richtung die Verzierung gehen soll: Das Internet bietet ein wahres Sammelsurium an Ideen und Tipps. Einer dieser Tummelplätze kreativer Ideen bietet die Plattform Pinterest, wie Sie hier sehen können. Spätestens an dieser Stelle ist klar -  es gibt Nichts, was es nicht gibt und Nichts, was nicht irgendwie geht. Egal ob das Motiv nun eine Handtasche, ein Bienennest oder einen Phallus darstellen soll.

Zusätzlich dazu gibt es sehr viele wirklich hilfreiche Video-Tutorials zum Thema, wo Ihnen genau Schritt für Schritt erklärt wird, wie sie zu Ihrer Traum-Motivtorte kommen. Damit Sie da mal reinschnuppern können, hier einige Beispiele für besagte Videos. Sie werden sehen: Wenn man eines dieser Bewegtbilder einmal angeklickt hat, kommt man gern von einem zum nächsten. ;)

Einhorntorte

Fondant-Torte mit selbstgemachten Rosen

Marmorierter Fondant

Geschenkstorte mit Schleife

Übrigens lassen sich auch andere Backwaren wie etwa Rouladen, Kekse oder Muffins wahnsinnig schön verzieren. Was dabei jedoch nicht unerwähnt bleiben darf sind der hohe Zeit- und Materialaufwand.

Selbstversuch - Star Wars-Motivtorte

Als Grundlage für diese Geburtstagstorte dienten eine Sachertorte nach Familienrezept und eine weiße Fondant-Decke.

Was hierfür außerdem verwendet wurde:

  • Spezielle Teigrolle und Glätter für Fondant, um die Torte zu bedecken
  • Modellierwerkzeug inklusive Fondantmesser
  • Maisstärke, damit der Fondant nicht an der Arbeitsfläche anklebt
  • Frische Kosmetikschwämmchen aus dem Drogeriemarkt
  • Verschiedene, flüssige Lebensmittelfarben
  • Lebensmittelkleber und passender Pinsel
  • Zeit und Geduld

Schritt eins war das Vorbereiten der Torte – also das Bestreichen mit Marmelade und das anschließende Eindecken mit dem Fondant. Dieser muss zunächst ausgerollt, dann auf die Torte gehoben und angedrückt werden.

Normalerweise werden diese Effekte hauptsächlich  mithilfe von Airbrush erzielt, jedoch sind diese Pistolen nicht sonderlich günstig, weshalb es sich nur bei häufigem Gebrauch rentiert, sich eine solche anzuschaffen. Aus diesem Grund fand hier eine einfachere und auch kostengünstigere Technik Anwendung: Um den Effekt des Farbverlaufes zu erzielen, verwendete ich zerrissene Kosmetikschwämmchen, die in – mit Alkohol leicht verdünnte, je nach gewünschter Intensität – Lebensmittelfarbe getunkt wurden. Die damit einhergehende Feuchtigkeit – und die Wahl besagter Sachertorte als Grundlage - hat jedoch den Nachteil, dass die Torte nicht ganz gerade bleibt.

Damit wurde dann munter drauflos getupft. Zuerst in hellen Farbtönen, die dann Schritt für Schritt von dunkleren überdeckt wurden, bis die gewünschte Färbung zu sehen war.

Für den Schriftzug kann man entweder Blütenpaste oder auch – wie in meinem Fall – die Reste des Fondants verwenden. Der Fondant wurde mit gelber Lebensmittelfarbe eingeknetet. Dann wurde mithilfe von Drucker und Papier eine Schablone in der richtigen Größe erstellt, womit ganz einfach mit einem scharfen Messer oder einem speziellen Skalpell der Schriftzug – oder auch so ziemlich alles andere – erstellt werden kann.

Die Sterne wurden aus weißem Fondant mithilfe eines Keksausstechers ausgestochen, für die weißen Punkte wurde eine spezielle, flüssige Zuckerpaste verwendet.

Nach weiterer Dekoration mit Kerzen und einem kleinen Schriftzug war die Torte fertig und bereit, vom Geburtstagskind bestaunt und verspeist zu werden.

Video

Fazit des Selbstversuches

Wie bereits erwähnt ist der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen. Rein die Dekoration des Kuchens dauerte zwischen fünf und sechs Stunden. Auch handelt es sich dabei um keine günstige Angelegenheit.
Aber diese Torte kam wahnsinnig gut an und hat dem Geburtstagskind ein dickes Lächeln auf’s Gesicht gezaubert. Damit war es für mich jede Minute wert.

Übrigens - Zuckerfondant kann man auch selbst herstellen. Informationen dazu und über die beliebte Zuckerpaste selbst können Sie hier weiterlesen.

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