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Museum Text: Sophia Lindner

Der Narrenturm: Pathologisch-anatomische Sammlung in Wien

Der Narrenturm, ursprünglich als größtes und modernstes Krankenhaus Europas gebaut, heute werden hier pathologisch-anatomische Präparate und Moulagen zu außergewöhnlichen Krankheiten, Missbildungen und Deformierungen aufgrund von Unfällen ausgestellt.

Ein rundes Gebäude auf einem Hügel, der Narrenturm in Wien
© wikicommons - Unukorno | Der Narrenturm im 9. Bezirk.

Die pathologisch-anatomische Sammlung

Am Campus der Universität Wien, also auf dem Gelände des alten AKH, kann man im fünfstöckigen Rundbau rund 49.000 Feucht- und Trockenpräparate betrachten. Unter den Präparaten sind unter anderem Fehlbildungen, missgebildete Embryos und Moulagen von Haut- und Geschlechtskrankheiten. Diese wurden zur Dokumentation und als Anschauungsmaterial für Mediziner verwendet und halfen so auch der Weiterentwicklung in der Medizin.

Für Besucher gibt es mehrere Möglichkeiten die Sammlung zu besuchen: Wer lieber alleine durch das Museum gehen möchte, kann dies während der Öffnungszeiten tun. Zusätzlich werden auch Rundgänge angeboten, bei denen Sie ein Medizinstudent oder Jungarzt durch die Geschichte des Narrenturms sowie die besonderen Krankheitsbilder führt. Es gibt auch die Möglichkeit eine geführte Besichtigung des Bereichs des Alten AKH und der pathologisch-anatomischen Sammlung des Narrenturms, zu unternehmen.

Menschen mit Behinderung können das Angebot des Museums genauso in Anspruch nehmen: Der Eingang ist stufenlos und es werden auch spezielle Führungen angeboten. Ein Blindenführhund ist jedoch nur teilweise gestattet.

Tipp der Redaktion: Machen Sie auch einen Spaziergang durch das Areal des alten AKH! Zu Ostern oder zu Weihnachten sind hier auch schöne Märkte aufgebaut, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Besucherinformation

Eintrittspreise:
Erwachsene - 4 €
Ermäßigt - 2 €

Führungen:
Erwachsene - 6 €
Ermäßigt - 4 €

Führungen Termine:
Mittwoch: 10.00 Uhr, 11.00 Uhr, 12.00 Uhr, 15.00 Uhr, 16.00 Uhr und 17.00 Uhr
Donnerstag: 11.00 Uhr
Samstag: 10.00 Uhr, 11.00 Uhr, 12.00 Uhr

Dauer der Führung: 45-60 Minuten

Führungen durch den Narrenturm

In den Führungen werden Ihnen die Geschichte zu Gebäude und Sammlung vorgestellt. Außerdem stellen Führer, meist Medizinstudenten oder Jungärzte, einzelne Präparate und Krankheitsbilder vor. Der Weg durch die Sammlung ist behindertengerecht, auch für seh- und hörgeschädigte Personen werden auf Anfrage Führungen veranstaltet.

Campusführung

Wer sich für den Unicampus, also das Areal des alten Allgemeinen Krankenhaus Wiens, sowie für den Narrenturm interessiert, für den ist die gemeinsame Führung eine sehr gute Alternative. Die Dauer beläuft sich hier auf ca. 2 Stunden, die Kosten sind zwischen 8 € und 10 € angelegt.

Die Termine können Sie dem Veranstaltungsprogramm entnehmen oder sich telefonisch oder per Mail an das Museum wenden.

Für Anmeldungen und Terminwünsche können sie sich an das Museum per Telefon (0152177-606) oder per Mail wenden.

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Der Narrenturm - Geschichte

Der Narrenturm wurde 1784 unter Kaiser Josef II. als weltweit erste Psychiatrische Klinik errichtet. Er gestaltete das Wiener Gesundheitswesen nach Besichtigungen von französischen sozialen Einrichtungen neu.
Zu adäquaten Heilversuchen zählte zu dieser Zeit der Aderlass und die Verwendung von Brechmitteln. Man wollte die Säfte des Körpers wieder in Gleichgewicht bringen.

Der Turm besteht aus 5 Stockwerken, auf denen jeweils 28 Zimmer zu finden sind. Zu Beginn hatten die Räume keine Türen. Friedliche Patienten konnten sich frei bewegen, „Tobende“ und „Unreine“ wurden angekettet und später auch in Zwangsjacken gesteckt oder mit Bettgurten festgeschnallt.

Um die Kranken von schaulustigen Personen zu schützen, wurde nach dem Tod von Kaiser Joseph II. eine Mauer um den Turm gebaut.

Nachdem im Jahr 1852 eine neue Anstalt in Bründlfeld im Alsergrund eröffnet und in Betrieb genommen wurde, wurden nur mehr die Unheilbarsten im Narrenturm, auch „Tollhaus“ genannt, behandelt. 1869 wurde der Narrenturm jedoch geschlossen und stand bis 1920 leer. Einige Zeit lang wurde der Turm als Wohnheim für Krankenschwestern, als Depot für Universitätskliniken, als Werkstätte und als Ärztewohnungen genutzt.

Seit 1971 ist die pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm untergebracht, seit 2012 ist er Teil des Naturhistorischen Museums Wien.
Heute ist der Narrenturm im Besitz der Universität Wien und als architektonisches Bauwerk denkmalgeschützt.

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