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ARGE Papageienschutz gibt exotischen Vögeln ein neues Zuhause

Papageien sind zwar keine Zugvögel, dennoch müssen die Exoten zu Jahresende umsiedeln. Wer einen Anflug von Wohltätigkeit verspürt, kann das Papageienschutzheim dabei unterstützen. Von der Arbeitsgemeinschaft gibt's dafür Infos rund um Haltung, Futter und Partnervermittlung.

Grün Blauer Ara der in die Kamera schaut
© ARGE Papageienschutz | Ares der Ara im Papageienschutzhaus

ARGE Papageienschutz: Über den Verein

Unter der Federführung von Vereinsgründerin Nadja Ziegler engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz seit 1996 für die in Gefangenschaft lebenden Vögel. Das Team besteht vorwiegend aus Zoologen und Zoologie-Studierenden, die sich laufend über Unterstützung freuen. Eingemietet im Komplex des Wiener Tierschutzverein befindet sich die davon unabhängige Papageienschutzstation seit 2008 in Vösendorf. Da der Mietvertrag mit Jahresende ausläuft, siedelt der Verein bald in ein großräumiges Übergangsquartier um, bis der Neubau am Wiener Stadtrand finanziert und fertiggestellt ist.

So könnt ihr gefiederte Kameraden unterstützen:

  • Geldspende
  • Sachspende (vorher anrufen)
  • Mitgliedschaft abschließen
  • Patenschaft (Urkunde gibt's auch als Geschenk)
  • Kalender bestellen
  • Feder mit Herkunftsnachweis erwerben
  • Spende über Amazon Smile für ARGE Papageienschutz
  • Amazon Wunschliste der ARGE erfüllen
  • Christkind für Tierheime spielen

ARGE Papageienschutz
Triester Straße 8, A-2331 Vösendorf
Tel.: +43 (0) 676 499 0506
E-Mail: arge(at)papageienschutz.org
http://www.papageienschutz.org/

Telefonberatungszeiten:
Dienstag und Donnerstag von 14:00 bis 15:30 Uhr

Herausforderung für den Papageienschutz

Seit mehr als zweieinhalbtausend Jahren werden Papageien in Europa als Haustiere gehalten, trotzdem gelten die Exoten bis heute als weitgehend missverstanden. Selbst bei sorgsamer Haltung können die hohen Ansprüche dieser Wildvögel kaum erfüllt werden. Obwohl gesetzliche Mindeststandards gelten, landen viele Papageien wegen nicht artgerechter Haltung in der Fürsorge der Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz.

orange Papageien auf Baum © ARGE Papageienschutz - Jendayasittiche in der Außenvoliere

Problematik der Züchtung auffliegen lassen

Derzeit bietet das Papageienschutzheim zwischen rund 180 Papageienvögel ein Zuhause. Im Unterschied zu vielen anderen Auffangstationen im deutsch-sprachigen Raum kooperiert das Tierheim allerdings nicht mit Zuchtvereinen. "Bei uns steht wirklich der Tierschutz im Vordergrund", betont Heimleiterin Julia Bellmann. "Wir sind fast die einzigen, die Vögel aufnehmen, sie an gute Plätze weiter vermitteln, aber nicht weiterverkaufen." Viele andere Organisationen finanzieren sich mitunter durch den Verkaufserlös, die ARGE Papageienschutz ist hingegen auf Spenden angewiesen. Diese Entscheidung kann Bellmann gut begründen:

"Papageien sind Wildtiere. Wenn man erlaubt, Nachwuchs zu produzieren, hat man am Ende viele junge Vögel, die ihr Dasein wieder in Menschenobhut fristen werden. Oft ist das nichts Lebenswertes."

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, verlangt es nach Aufklärung. Es gebe durchaus seriöse Züchter, wo Laien Papageien erwerben können. Doch der Anreiz, möglichst viele Tiere zu verkaufen, steht der umfassenden Information meist im Weg. Deshalb rät die Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz, Vögeln ein neues Zuhause zu geben, die ihres verloren haben – es gibt genug davon.

Unterschätzung der Lebenserwartung

Einer der häufigsten Gründe, warum die Vögel im Papageienschutzheim landen, ist wohl die enorme Lebenserwartung, die selbst bei den kleineren Sittichen meist unterschätzt wird. Bei Kakadus sind sogar fünfzig bis sechzig Jahre durchaus realistisch, vorausgesetzt man hält sie gut. Doch mit zunehmendem Alter übersiedeln viele Vogelbesitzer in kleinere Wohnungen, können sich die Vogelhaltung nicht mehr leisten oder sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um die Vögel kümmern. "Man kann die eigenen Lebensumstände einfach nicht Jahrzehnte in die Zukunft vorausplanen", so Bellmann.

Papageienschutzzentrum: Zu Besuch bei den Plappermäulern

Wer mit den bunten Vögeln persönlich plaudern möchte, kann ihnen jeden Freitag von 14:00 bis 17:00 Uhr einen Besuch abstatten. Patenkinder dürfen sogar in ihren Volieren besucht werden. Die Graupapageien sind die wohl talentiertesten Redner, der freche Nasenkakadu hingegen ahmt die Besucher gekonnt beim Lachen oder Husten nach. Außerdem finden regelmäßig öffentliche Veranstaltungen, Workshops oder Exkursionen im Papageienschutzheim statt.

Öffentliche Besuchszeiten:
Jeden Freitag von 14:00 bis 17:00 Uhr

» Patenschaft für einen Papagei abschließen

Richtige Haltung von Papageien

Während Papageien prinzipiell unter Schutz stehen, gelten einzelne Arten, wie Nymphensittiche, per Gesetz als domestiziert. Darum unterliegen sie, als übliche Haustiere, anderen gesetzlichen Bestimmungen und können auch im Käfig gehalten werden (Mindestgröße beachten). Die gesetzlichen Vorgaben entsprechen lediglich den erforderlichen Mindeststandards, es gibt stets Raum nach oben.

» Papageienhaltung, eine Checkliste zur Vorbereitung und Verbesserung

Raum und Unterbringung

Für alle nicht-domestizierten Vogelarten ist ein Käfig jedenfalls unzureichend. Deshalb sollten Papageien eine Voliere, also einen durch Gitter abgetrennten, in der Regel begehbaren Bereich zum Fliegen zur Verfügung haben. Diese müssen je nach Art ausreichend groß und zumindest zwei Meter hoch sein. Für Amazonen darf die Grundfläche beispielsweise nicht weniger als zwei mal drei Meter betragen.

Tropisches Klima

Als Vögel der Tropen brauchen Papageien eine hohe Luftfeuchtigkeit und viel UV-Strahlung. Da sie im Regenwald einen Zwölf-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus gewohnt wären, muss das Licht mittels Zeitschaltuhr angepasst werden. "Aber auch die Lebensweise der Menschen ist ausschlaggebend", meint Bellmann, "ist der Besitzer voll berufstätig, sind die Vögel im Morgengrauen wach, haben aber keine Beschäftigung. Wenn der Mensch abends nach Hause kommt, schenkt er den Vögeln Aufmerksamkeit, obwohl sie dann schon wieder schlafen gehen würden."

roter Papagei frisst Beeren© ARGE Papageienschutz - Edelpapageien-Dame Amy verspeist genüsslich die frischen Ebereschen

Richtiges Futter

Beim Futter scheiden sich innerhalb der Community die Geister. Eine Seite möchte das Ganze möglichst natürlich halten, indem Papageien nur bekommen, was sie auch in freier Wildbahn vorfinden würden. Bellmann und ihr Team setzen hingegen auf Regionales: "Wir füttern den Vögeln im Grunde alles, was ihnen schmeckt und was nicht schädlich ist – nur mit blähenden Sachen wie Kohl passen wir auf. Zusätzlich zum Grundstamm an Obst und Gemüse gibt's jeden Tag Nudeln, Reis oder Kartoffeln  und manchmal auch ein bisschen Käse. Sowie gequollenes Müsli und Joghurt."

Achtung: Avocados sind für Papageien giftig, Erdnüsse können zu Pilzerkrankungen führen!

Ausreichend Beschäftigung

Papageien sind hochintelligente Tiere und langweilen sich in der Gefangenschaft schnell. Gerade Futtermittel bieten eine gute Möglichkeit zur Beschäftigung an: "Unsere Aras haben einen hohen Fettbedarf, deshalb bekommen sie jeden Tag Walnüsse. Die halbierte Nuss bleibt in der Schale, damit die Papageien sie selber aufknacken. Für die kleineren Arten werden zuckerfreie Kekse gebacken und in einem Intelligenz-Spielzeug versteckt."

Partnervermittlung: Parship für Papageien

grünes Vogelpaar kuschelt miteinander
© ARGE Papageienschutz | Das Venezuelaamazonen-Pärchen Kurti (trotz ihres Namens ein Weibchen) und Santiago

In Österreich dürfen Papageien nur paarweise gehalten werden – Einzelhaltung ist verboten. Denn die Plappermäuler sind hochsoziale Tiere und leben in der Regel monogam. Wenn Jungtiere nach fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif werden, kann sich mit ein wenig Glück eine Beziehung entwickeln. Es kann aber auch sein, dass sich die beiden lediglich dulden oder gar nicht leiden können.

"Deshalb haben wir Papageiengruppen, in die sie eine Zeit lang übersiedeln können. Dort kann sich der Papagei einen Partner aussuchen, mit dem es wirklich klappt. Die freie Partnerwahl ist dabei sehr wichtig. Damit sich echte Paare bilden, die viele Jahrzehnte zusammenbleiben. Parship für Papageien quasi", scherzt Bellmann.

Häufige Krankheiten bei Papageien

Da die hohen Anforderungen der Tropenvögel auf Dauer nur schwer zu erfüllen sind, landen immer wieder verstörte, vernachlässigte oder zu sehr vermenschlichte Vögel im Schutzzentrum.

Federrupfen

Wird man den Bedürfnissen der Papageien nicht gerecht, äußert sich das früher oder später. "Wir haben ganz, ganz viele Federrupfer", berichtet Bellmann, "das kann viele Ursachen haben, meist ist aber es psychisch bedingt. Werden die Ursachen rechtzeitig beseitigt, können sie auch wieder aufhören, ansonsten wird das Rupfverhalten irgendwann zur Gewohnheit."

Achtung: Kahle Stellen sind kein Anzeichen für die Mauser – Rupfverhalten deutet meist auf eine Störung im Umfeld hin.

Aspergillose

Als Aspergillose bezeichnet man eine Pilzerkrankung der Lungen und Luftsäcke, die häufig durch Erdnüsse übertragen werden. In freier Wildbahn würde die Lunge beim Fliegen mit Luft durchflutet werden. In Gefangenschaft wird sie jedoch nie richtig durchlüftet, weshalb sie als eine der häufigsten Todesursachen von Vögeln in Gefangenschaft gilt.

Vogelkundige Tierärzte

Die Behandlung von Krankheiten kann aufwendig sein und die Medikamente kommen teuer. Dann ist wichtig, einen fachkundigen Tierarzt in der Nähe zu haben. "Die wenigsten Tierärzte kennen sich mit Papageien aus. Da sollte man sich rechtzeitig informieren. Unser vogelkundiger Arzt empfiehlt ohnehin, alle zwei Jahre eine Vorsorge-Untersuchung mit dem gesunden Vogel zu machen."

Tipp: Auf Vögel spezialisierte Tierärzte sind auf der Homepage der ARGE nach Bundesländern aufgelistet.

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