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Kinderbetreuung in Wien: Von der Kinderkrippe bis zur Leihoma

Die Dichte an Kinderbetreuungsangeboten in Wien ist hoch und noch dazu vergleichsweise kostengünstig bzw. kostenlos. Neben den klassischen Angeboten von Kindergarten bis Hort gibt es aber viele weitere Möglichkeiten. Für wie viele Stunden soll die Betreuung sein und wo? Wie viel darf’s kosten? Wir geben Ihnen einen Überblick.

Kind freut sich beim Malen
© 123rf.com | Kinderbetreuung in Wien ist so vielfältig, wie die Bedürfnisse der Kinder.

Kinderbetreuung und Betreuungsplätze sind zentrale Themen für jede Familie mit Kindern. Vor allem, wenn beide Elternteile wieder in den Beruf zurückkehren wollen, braucht es verschiede Betreuungsformen für alle Bedürfnisse und jedes Alter des Kindes. Neben den staatlichen Institutionen kann Kinderbetreuung auch mittels Babysitter oder einer Leihoma erfüllt werden. Bevor wir dazu kommen, jedoch vorerst ein Überblick über die staatlichen Angebote.

In diesem Artikel finden Sie:

» Institutionelle Kinderbetreuung

  • Kinderkrippen
  • Kindergärten
  • Hort
  • Ganztägige Schulformen
  • Betreuung an den Universitäten in Wien

» Nicht-institutionelle Kinderbetreuung

  • Babysitter
  • Leihomas
  • Tageseltern
  • Kindergruppen

Institutionelle Kinderbetreuung

Folgenden Einrichtungen sind gereiht nach dem Eintrittsalter für Kinder. So bekommen sie einen guten Überblick welche Betreuung für ihr Kind in welchem Alter in Frage kommt.

Kinderkrippen

Kinderkrippen oder auch „Krabbelstuben“ sind Betreuungsformen für Kinder bis zu 3 Jahren. Die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern werden dort bestens erfüllt. Neben der Betreuung verpflichten sich Kinderkrippen auch der Bildung und Erziehung der Kinder, wobei in einer Gruppe jeweils nur eine kleine Anzahl von Kindern unterkommt. Die genaue Anzahl kommt auf die Altersstruktur der Kinder an, wobei aber nie mehr als 15 Kinder in einer Gruppe sind, bei vier Betreuern.

Die städtischen Kindergrippen sind ganzjährig von 6:30 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet. Durch die Förderung der Stadt Wien sind Krabbelstuben beitragsfrei – außer der Essensanteil von 68,23 Euro muss übernommen werden.

Kindergärten

Bei der Wahl des Kindergartens gibt es einiges zu bedenken: Die Lage des Kindergartens, das dort gelebte pädagogische Konzept, öffentlich oder privat. In manchen Kindergärten werden auch mehrere Fremdsprachen gesprochen, was für viele Familien genauso relevant ist wie beispielsweise flexible Abholzeiten.

» Mehr zu bilingualen Kindergärten

Kosten: Der Kindergarten ist in Wien für alle Kinder bis zur Schulpflicht beitragsfrei, wenn das Kind und mindestens ein Elternteil/ eine Obsorge berechtigte Person den Hauptwohnsitz in Wien haben. Auch privat elementare Einrichtungen sind stark vergünstigt. In den städtischen Kindergärten muss nur der Essensbeitrag übernommen werden, der pro Monat 68,23 Euro beträgt. Sie können eine Befreiung vom Essensbeitrag über folgenden Link bei der Kinder- und Jugendhilfe beantragen.

Um einen städtischen Kindergartenplatz zu besetzten, können Sie sich direkt an die Servicestellen der Abteilung Kindergärten MA10 wenden, wo Ihnen eine Kundennummer vergeben wird und die Anmeldung für Sie erledigt wird. Anmeldezeit ist jeweils im November und Dezember für das folgende Kindergartenjahr.

» Anmeldung für den Wiener Kindergarten

Entscheiden Sie sich für einen privaten Kindergarten, müssen sie die Kundennummer im Vorhinein selbst beantragen. Danach können Sie sich mit ihren Daten direkt an den Kindergarten ihrer Wahl wenden. » Zur Beantragung

Hort

Für Volksschulkinder wird nach der Schule die Betreuung in deinem Hort angeboten – in der Regel ab 11 bis 17:30 Uhr. Neben der Unterstützung bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Prüfungen bieten diese Einrichtungen altersgemäße Freizeitaktivitäten. In einer Gruppe befinden sich bis zu 25 Kinder.

Kinder und ihre Eltern sitzen am Boden und spielen
© 123rf.com | Hortgruppen in Wien

Kosten: Die Hortbetreuung pro Monat liegt bei 176,73 €, das Mittagessen kostet extra 68,23 Euro.

» Anmeldung für einen Hortplatz in Wien

Ganztägige Schulformen

Bei ganztägigen Schulformen (möglich in Volks- und Mittelschule) werden Kinder nicht nur während der Unterrichtszeit beaufsichtigt und betreut, sondern auch darüber hinaus. Es kann zwischen zwei Formen unterschieden werden:

  • Es gibt offene Ganztagsschulen, wo der Unterrichtsteil vormittags passiert und davon getrennt die Zeit nachmittags für Hausübungen, Sport, Freizeit und Lernen genutzt wird. Bei dieser Form können Kinder das Nachmittagsangebot auch nur an einzelnen Schultagen nutzen.
  • Andererseits gibt es auch die verschränkte Betreuungsform, wo sich Unterrichts-, Lern- und Freizeiteinheiten den ganzen Tag über abwechseln. Die Betreuungsstunden sind somit ein integrativer Bestandteil des Schulalltages, wodurch nicht nur einzelne Tage der Nachmittagsbetreuung genutzt werden können. In beiden Fällen sind die Kinder dort bis 16 Uhr aufgehoben, bzw. freitags 14 Uhr.

Kosten: An offene Ganztagsschulen kostet die schulische Betreuung am Nachmittag 6 Euro pro Tag und Kind, zusätzlich fallen 3,90 Euro für das Mittagessen an. Der Besuch einer verschränkten Ganztagsschule ist seit Herbst 2020 gratis. Das Mittagessen ist inkludiert. Zuvor wurden rund 180 Euro pro Monat an die Eltern verrechnet. Nur falls Spätbetreuung ab 15:30 Uhr erwünscht ist, werden 100 € pro Semester verrechnet.

» Zu den kostenlosen Ganztagsschulen

Betreuung an der Uni

Auch für Studierende mit Kindern, spielt Kinderbetreuung eine zentrale Rolle. Mithilfe diverser Angebote an Hochschulen, lässt sich Studium und Kind besser vereinen. An welcher Uni oder FH es welche Angebote gibt, lässt sich am einfachsten direkt beim Studienservice bzw. der Beratungsstelle der jeweiligen Hochschule erfahren. Die Unterstützungen unterscheiden sich teilweise je nach Hochschule. Oft gibt es eigene Kinderbetreuungsstätten. Hier ein kleiner Überblick über das Angebot an der Universität Wien und der Technischen Universität:

  • Universität Wien: Besonders flexibel ist das Angebot der „Flying Nannys“, wo Studierende aus den Studienrichtungen Pädagogik, Psychologie, Lehramt, Ernährungswissenschaften, Soziologie u. a. die Kinder anderer Studierender betreuen. Die Betreuung findet stundenweise, an einzelnen Tagen oder auch ganzwöchig statt. Bezüglich der Kosten muss sich hier an das „Kinderbüro“ der Uni Wien gewandt werden.

    Neben den „Flying Nannys“ gibt es auch Kindergruppen – vorrangig jedoch für Familien mit einem Elternteil, der in den Universitätsbetreib an der Universität Wien eingebunden ist, als auch für Studierende in der MA-Abschlussphase. Die Kindergruppen sind für Kinder bis zum Schuleintrittsalter. Die Kosten für Ganztagsbetreuung belaufen sich auf 195 € monatlich, das Halbtagsangebot kostet 85 € pro Monat. Zusätzlich beträgt die einmalige Anmeldegebühr 150 €
  • TU Wien: An der TU gibt es einen Betriebskindergarten für Kinder von 1 – 6 Jahren, wo vier Gruppen zu je 20 Kindern gleichzeitig anwesend sein können. Ein Ganztagsplatz kosten 169 Euro im Monat, die Anmeldegebühr beträgt einmalig 129 Euro.  Zusätzlich gibt es eine Krabbelstube, sowie auch stundenweise Kinderbetreuung.

» Weitere Informationen

Nicht-institutionelle Kinderbetreuung

Wer sein Kind noch nicht in einen Kindergarten schicken möchte oder nach der täglichen Betreuung in Schule/Kindergarten/ etc. noch Betreuung braucht, kann sich über verschiedene Betreuungsformen außerhalb institutioneller Einrichtungen schlau machen. Babysitter, Leihomas und Tagesmütter sind eine Möglichkeit dafür.

Babysitter

Als Babysitter arbeiten oft Studenten oder junge Menschen, die sich nebenbei Geld verdienen möchten. Verschiedene Online Plattformen helfen dabei, eine Betreuung für das Kind zu Hause zu finden. Jede/r Betreuer/in hat dabei ein eigenes Profil, in dem eine kurze Information über die Person zu finden ist. Das Stundenhonorar legt hier jede Person in der Regel selbst fest.

Leihomas

Wo keine Oma für die Kinder einspringen kann, gibt es das Konzept der Leihomas. Verschiedene Portale vermitteln ältere Frauen, meist in Pension, die gerne Zeit mit Kindern verbringen würden. Portale, wie der Omadienst des katholischen Familienverbandes, berichten von langjährigen Betreuungsverhältnissen, wo generationsübergreifend eine liebevolle Beziehung aufgebaut werden kann. Wie die Betreuung aussehen soll, vereinbaren Sie mit der jeweiligen Leihoma.

» Mehr zum Omadienst

Die Kosten variieren, mit jeder Leihoma wird individuell die Aufwandsentschädigung vereinbart. Die Vermittlung beläuft sich auf 120 € bzw. auf 60 € für Mitglieder des katholischen Kirchenverbandes. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 65, 45 oder 25 € jährlich je nach Selbsteinstufung.

Tageseltern

Video

Eine Tagesmutter oder auch ein Tagesvater betreut ein oder mehrere Kinder bei sich zu Hause. Neben der Kinderbetreuung, sorgen Leiheltern auch für - in der Regel – selbst gekochte Mahlzeiten. Das Spiel- und Bewegungsangebot, wie auch Spielsachen werden von den Betreuern selbst organisiert.

Die Kosten sind unterschiedlich. Die MA 10 fördert Kinder bei Tageseltern. Die Förderung deckt jedoch in der Regel die Kosten nur teilweise ab. Bei den meisten Tageseltern bleibt ein Restbetrag, der von den Eltern beglichen werden muss. Derzeit sind Kinderbetreuungskosten allerdings bis zu einem Fixbetrag steuerlich absetzbar.

Über zum Beispiel das Wiener Hilfswerk können Tagesmütter/-väter gesucht werden, die Kinder in Gruppen von maximal fünf betreuen und spielerisch lernen. Bis zu 20 Wochenstunden ist die Betreuung gratis bzw. sehr kostengünstig.

Kindergruppen

Kindergruppen werden auf Elterninitiative gegründet und geführt, wobei alle teilhabenden Eltern einen Beitrag leisten und gemeinsam die Betreuung ermöglichen. In kleinen Gruppen – sechs bis 15 Kinder, je nach Alter, wird auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen.

Kosten: Elternbeitrage, öffentliche Förderungen und teils Kinderbetreuungshilfen übernehmen einen Teil der Kosten, der Rest variiert und muss privat getragen werden.

» Zu den Wiener Kindergruppen

Die Möglichkeiten sind also zahlreich. Vor allem in Wien, wo die Angebotsdichte sehr hoch ist, kann man die Vor- und Nachteile für den individuellen Fall abwägen. Bei institutionellen Einrichtungen ist es besonders wichtig, die Anmeldephasen nicht zu verpassen, um auch in einer der gewünschten Einrichtungen unterzukommen.

Für jede Betreuungsform gibt es zahlreiche Faktoren, die berücksichtigt werden sollten: Gruppengröße, Flexibilität oder die räumlichen Gegebenheiten sind einige der Faktoren. Am besten man macht sich vor Ort ein Gesamtbild und lernt im Falle von institutionellen Einrichtungen auch die Betreuungspersonen etwas kennen. So läuft nach einer kurzen Eingewöhnungsphase für das Kind hoffentlich alles glatt!

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