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Sehenswürdigkeiten Text: Rhea Temper

Prater Wien: kleiner Praterführer

Mitten im Wiener Zentrum befindet sich der Wiener Prater, der gleichzeitig Vergnügen und Erholung für Jung und Alt bietet. Für Spaß und Unterhaltung sorgt der Wurstlprater, ein Freizeitpark mit vielen spannenden Attraktionen, während im grünen Prater die Erholung an oberster Stelle steht. Hier erfahren Sie mehr über alle Bereiche des Praters - und dazu gehört weit mehr als das weltberühmte Riesenrad, die Hauptallee, das Lusthaus oder das berühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds!

Bild von Prater Hauptallee im Herbst: die Blätter sind schon gelb verfärbt und fallen ab.
© Diejun/Österreich Werbung | Prater Hauptallee im Herbst

Das Pratergelände wie der Wurstelprater sind rund um die Uhr (0-24 Uhr) frei zugänglich. Es ist kein Eintritt zu bezahlen.

Vergnügliches im Wiener Wurstelprater

Der Wiener Wurstelprater ist ein traditionsreiches Vergnügungsviertel im Herzen Wiens und gilt als ältester Vergnügungspark der Welt. Der Wurstelprater beheimatet nicht nur das weltberühmte Riesenrand, sondern bietet neben dem höchsten Kettenkarussell der Welt noch weitere 200 Attraktionen, die Jahr für Jahr für Begeisterung sorgen. Das Areal ist rund um die Uhr frei zugänglich und bietet eine Vielzahl Gastronomiebetrieben, Spielhallen, Vergnügungsbetrieben und Erholungsgebieten. Mehr zum Wurstelprater und seinen Attraktionen

Hauptsaison: 15. März bis 31. Oktober.
Öffnungszeiten der Attraktionen: 10.00 - 24.00 Uhr

Calafati: ist eine Holzfigur im Wurstelprater, die als Symbol für die alte Pratertradition steht.

Wiener Riesenrad: Anlässlich der Weltausstellung wurde es in den Jahren 1896/97 vom englischen Ingenieur Walter Basset auf dem Areal des Kaisergartens errichtet. Obwohl schon von Anfang an ein Wahrzeichen der Stadt, wurde es durch die Schlüsselszene im Kinoklassiker "Der Dritte Mann" weltweit berühmt. 

Schweizerhaus: Berühmtes Stelzenlokal im Wurstelprater. Verwendet wurde der Schweizer Pavillion der Weltausstellung, der abgebrochen und an dieser Stelle wieder aufgebaut wurde.

Madame Tussauds: 2011 eröffnete auch in Wien eine Zweigstelle des berühmten Wachsfigurenkabinetts. Internationale und heimische Stars warten auf einen Besuch und ein gemeinsames Foto!

Geschichte des Praters

Der Prater wurde erstmals im Jahr 1162 urkundlich unter Kaiser Friedrich I. erwähnt. Im Jahre 1766 schenkte Kaiser Josef der II das Gebiet den Wienern. Erst ab diesem Zeitpunkt war das Areal für jedermann frei zu gängig und es entstanden Bowlingbahnen, Kinos, Cafés und Ringelspiele.

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Kleiner Prater-Reiseführer: Von der Allee bis zum Stadion

Praterstern: Der Praterstern ist wohl der größte Verkehrsknoten der Leopoldstadt. Aus den Wegkreuzungen der Praterauen wurde insbesonders durch die Errichtung der Nordbahn ein Verkehrszentrum. Immer mehr wurde es der Treffpunkt des Bezirks, geradezu ein Tummelplatz von Straßenbahnen und Kutschen. 1961 brachte der Bahnhof Wien Mitte, bzw. Praterstern, wie er ursprünglich hieß, den nächsten Verkehrsschub. Leider wurde auch der Straßenverkehr, derart enorm, dass ihn nur noch ein vierspuriger Kreisverkehr aufnehmen konnte.  
1981 wurde die U1 bis zum Praterstern verlängert, nachdem im Jahr zuvor die neue Reichsbrücke fertig und die offene Baugrube der Lasallestraße wieder geschlossen wurde. 

Prater Hauptallee: Die Hauptallee verbindet den Praterstern und das Lusthaus. Auf der ca. 4,4 km langen Strecke kann man zwischen Kastanienbäumen hervorragend joggen, reiten, radfahren oder einfach spazierengehen! Auch Rikschas und Fiaker tummeln sich auf der beliebten Allee.

Lusthaus: Das Lusthaus ist ein stilvolles Café/Restaurant an der Prater Hauptallee, in dem auch schon Arthur Schnitzler und Felix Salten speisten! Das ehemaligen Jagdhaus wurde 1560 erbaut und kann heute auch für Feste und Veranstaltungen genutzt werden!

Krieau: Die Kriau war ursprünglich eine vom Heustadlwasser umflossene Insel, die ihre Besitzer mehrmals wechselte. Angeblich hieß sie wegen eines Prozesses zwischen der Gemeinde Wien und dem Stift Klosterneuburg neben Grünau auch Krigau. Das ursprüngliche Gelände war auch wesentlich größer, da die Kriau bis nach Kaisermühlen reichte. Nach der Donauregulierung und der Trockenlegung der Au ergriff der Wiener Trabrennverein die Initiative und baute in der Kriau den bekannten Trabrennplatz. Die Pferderennen, die bis dahin in der Prater Hauptallee stattfanden, konnten nun auf dem neuen Trabrennplatz abgehalten werden. 

Stadion: Das Praterstadion ist Österreichs größtes Stadion, obwohl es beim letzten Umbau nicht nur teilweise überdacht, sondern auch die Platzanzahl aus Sicherheitsgründen von knapp 100.000 auf die Hälfte reduziert wurde. Es wurde nach dreijähriger Bauzeit am 14. September 1931 mit einem Fußballmatch gegen Deutschland eröffnet. Das legendäre Wunderteam Österreichs gewann damals 5:0 

Stadionbad: Gemeinsam mit dem Stadion wurde 1931 auch das Stadionbad anläßlich der Arbeiter Olympiade eröffnet. Nach dem Krieg etwas vernachläßigt wurde es erst 1957 wieder eröffnet. Für die Schwimmeuropameisterschaft 1974 wurde es erweitert. Heute hat es 7 Becken, über 1500 Kabinen, über 3000 Kästchen und für Wettkämpfe eine Tribüne mit fast 5000 Plätzen. 

Heustadelwasser: Als ehemaliger Donauarm ist es heute ein stehendes Gewässer, ein Biotop im Prater, das im Winter gerne als Natur-Eislaufplatz Verwendung findet. 

Jesuitenwiese: Eine Praterwiese, die aus zwei Gründen berühmt wurde. Einerseits war sie der erste Trainingsplatz der ersten Wiener Fußballer, des "Vienna Cricket and Football Clubs", der "Cricketer". Da diese die Registrierung durch die Vereinsbehörde versäumten, kam ihnen der "First Vienna Football-Club", die heutige "Vienna", zuvor.- Weiters findet auf der Jesuitenwiese das berühmte "Volksstimme-Fest", das Fest der Kommunisten zum 1. Mai, statt. 

Mai-Aufmarsch: Seit der auf den 1. Mai 1890 angesetzten Manifestation für den 8-Stunden-Tag wurde der 1. Mai mit Maifesten und -aufmärschen von den Sozialdemokraten (damals Sozialisten) gefeiert. Diese erste Demonstration wurde in der Hauptallee abgehalten und verlief entgegen der Ängste und Befürchtungen der Bürgerlichen, absolut ruhig. Ab dem Jahr 1919 wurden die Maiaufmärsche der Sozialdemokraten vom Prater auf die Ringstraße verlegt. 

Planetarium: Anlässlich der Ausstellung "Wien und die Wiener" 1927 im Messepalast wurde auch ein kurz zuvor in Deutschland erfundenes Planetarium aufgebaut. Nach Ende der Ausstellung wurde die Holzkonstruktion und der Zeiss-Projektor ab- und im Prater wieder aufgebaut. Im Krieg wurde es zerstört und 1961 wieder aufgebaut. 1992 wiederum renoviert dient es vor allem Schulkindern. 

Pratercottage nobles: Wohngebiet zwischen Prater und Donaukanal, das vor allem von Engländern geschätzt wurde, die ihre geliebten Sportarten im nahen Pratergelände betreiben konnten. 

Praterkai: Um die Jahrhundertwende siedelten sich entlang der Donau am Praterkai verschiedene Industriebetriebe an. Der wirtschaftliche Aufschwung musste jedoch mit einem immer kleiner werdenden Grüngürtel bezahlt werden. 

Praterschlacht: während der Oktoberrevolution 1848 

Praterspitz: nennt man jene Landspitze, die am südöstlichen Ende der Leopoldstadt vom Donaustrom und Donaukanal gebildet wird. Die Donauuferbahn hatte dort die Endstelle 

Circus Gymnasticus: Der erste feste Zirkusbau in Wien. Ein von Kornhäusel für die Artistenfamilie de Bach entworfener Kuppelbau. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten bereits 1852 wieder abgerissen. 

Zirkuswiese: Gelände südlich der Prater Hauptallee, auf dem die Familie de Bach ihren Circus Gymnasticus errichten durfte.

Feuerwerkswiese: eine der Veranstaltungswiesen im Prater, auf der die früher üblichen Feuerwerke abgebrannt wurden. In einer Zeit des André Heller, der für seine Feuerwerke in aller Welt berühmt ist, könnte man sich wieder stärker dieser alten Wiener Tradition besinnen. Von haushohen Gerüsten wurden nach wochenlanger Vorbereitungszeit richtige Bilder aus Feuer in den Wiener Nachthimmel gezeichnet. 

Venedig in Wien: wird vielfach als ein Vorläufer von Eurodisney bezeichnet. Der erfolgreiche Theaterdirektor Gabor Steiner wollte den Londoner Vergnügungspark "Venice in London" in Wien kopieren. Dazu pachtete er das Gelände des Kaisergartens, das damals bereits Englischer Garten genannt wurde um einen horrenden Betrag. Im heutigen Bereich zwischen Bahnhof Wien Mitte und dem Riesenrad errichtete er innerhalb von zwei Jahren ein geradezu detailgetreues Abbild der Lagunenstadt, mit Kanälen, Palästen, Brücken und originalen Gondeln. Lokale, Handwerker und Artisten der Spitzenklasse ließen das Unternehmen scheinbar einen finanziellen Höhenflug antreten. Doch die Attraktionen verblaßten, Steiner versäumte offensichtlich eine Weichenstellung und die hohe Pacht tat das Übrige. 1911 war das Unternehmen pleite. 

Venediger Au: ist eine ungeklärte Bezeichnung für diesen Teil des Praters, der schon im 15. Jahrhundert dokumentiert wurde. Auf Grund von "Venedig in Wien" wurde diese Bezeichnung auch für das Gebiet des Englischen Gartens (ursprünglich: Kaisergarten) verwendet. 

Messe: Die erste Wiener Messe wurde im September 1921 in der Rotunde, einem Relikt der Weltausstellung und in den Hofstallungen im 7. Bezirk (vormals: Messepalast, heute: Museumsquartier) in heutiger Art abgehalten. In der Folge wurden die Messen zweimal jährlich als Frühjahrs- und Herbstmesse abgehalten. Nach dem Brand der Rotunde im Anschluss an die Herbstmesse 1937, wurden zuerst Zelte, später provisorische Hallen errichtet. Nach dem Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg fast gänzlich zerstörten Hallen, waren die Wiener Messen ein Spiegel des Wirtschaftsaufschwunges. Doch verloren die Mehr-Branchen-Messen immer mehr an Attraktivität und nachdem ab 1970 mit der IFABO die erste Branchenmesse ein toller Erfolg geworden war, wurden die Frühjahrs- und Herbstmessen 1992 eingestellt. Die Umgestaltung und der Bau von neuen Messehallen konnte bisher noch nicht richtig greifen.

Weltausstellung 1873: vielfach als Höhepunkt der Gründerzeit gesehen, hatte sie aber ebenso viele Gegner. Insbesonders der Wiener Bürgermeister Felder betrachtete das Unterfangen sehr distanziert und schlussendlich als Misserfolg, da nur ca. 20% der Ausgaben wieder hereinkamen. Der Börsenkrach und die Wirtschaftskrise blieben nicht ohne Auswirkungen. Heute betrachtet man solche Projekte auch unter dem Aspekt der Umwegrentabilität. Eine gewisse Ironie des Schicksals scheint es, dass über hundert Jahre später die skeptische Wiener Bevölkerung eine von der Stadtverwaltung propagierte Expo zu Fall bringt. Ganz gewiss war es für die Praterau ein Dolchstoß, als weite Bereiche abgeholzt und für die Ausstellung frei gemacht wurden.  
Das Gelände war fünfmal so groß, wie das der voraus- gegangenen in Paris und viermal so groß wie das heutige Messegelände.  
Herausragendes Prunkstück war die 1937 abgebrannte Rotunde. Bei einer Höhe von 83 m und einem Durchmesser von 102 m wäre selbst der Petersdom darin unterzubringen gewesen. Es war das Wunderwerk des Engländers Scott Russel, der schon den Kristallpalast in London gebaut hatte. Jahrelang diente sie noch als Ausstellungsgebäude der Wiener Messe.- Als das einzige wesentliche Relikt der Weltausstellung blieb uns das Riesenrad erhalten. 

Militärschwimmschule: 1813 wurde im Prater die k.k. Militär-Schwimmschule errichtet. In Zeiten, in denen sie nicht vom Militär genutzt wurde, stand sie Männern zum Schwimmen und Zusehen zur Verfügung. Nur am Sonntag konnten auch Frauen gegen eine geringe Eintrittsgebühr den sportlichen Schwimmern zusehen. 1874 fiel sie der Donauregulierung zum Opfer.


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