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News Text: Katharina Widholm

Spitzenkandidat wählen: Wer soll Die Grünen in Wien führen?

Zu den bereits bekannten Kandidaten Birgit Hebein, David Ellensohn und Peter Kraus kommen nun noch sechs weitere, der Öffentlichkeit teils noch unbekannte Bewerber für die Nachfolge der Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou dazu. Wie die "Grüne Spitzen-Wahl 2018" abläuft und wer die Bewerber sind, lesen Sie hier.

Birgit Hebein, David Ellensohn, Peter Kraus, Marihan Abensperg-Traun, Harald Frassine, Benjamin Kaan, Bernhard Redl, Jovan Stoilkovic und Ruth Trefny
Die Bewerber für die neue Führung bei den Wiener Grünen

Nun steht fest wer für die Nachfolge von Maria Vassilakou für die Wiener Landesspitze der Grünen kandidiert. Zu denen am politischen Terrain bereits bekannten Anwärtern Birgit Hebein, David Ellensohn und Peter Kraus werben nun auch Marihan Abensperg-Traun, Harald Frassine, Benjamin Kaan, Bernhard Redl, Jovan Stoilkovic und Ruth Trefny um Unterstützung. Welche Positionen vertreten die Kandidatin und welche Visionen haben sie für Wien? Übrigens, an der Wahl kann jeder teilnehmen!

Im Impressum und hier im Speziellen nochmals erwähnt: Wir erlauben uns grundsätzlich im Dienste des Leseflusses auf die gendergerechte Formulierung zu verzichten. Alle Leser und Leserinnen, Bewerber und Bewerberinnen sowie mögliche Wähler und Wählerinnen mögen bitte dies im Geiste mitbedenken, danke.

Spitzenkandidat wählen: Jeder kann Stimme abgeben

Jeder, Grüne-Mitglieder wie Grüne-Nicht-Mitglieder können bereit bei der Nominierung, sowie in weiterer Folge an der Wahl teilnehmen. Nicht-Mitglieder müssen sich hierfür online registrieren und 15 € Spitzenwahlbeitrag bezahlen. Letzte Deadline für die Nominierung ist der 27. September, letzte Deadline für die Teilnahme an der Wahl ist der 18. Oktober. 

  1. 5. September bis 2. Oktober: Nominierungsphase
    Jeder Bewerber muss, um an der Wahl teilnehmen zu können, mindestens 100 Unterstützungserklärungen sammeln. Langjährige Abgeordnete brauchen sogar mehr als 200 Nominierungen.
  2. Ab 3. Oktober bis 8. November: Hearing
    Die Nominierten stellen sich online und in vier Hearings den Fragen der Wahlberechtigten.
  3. Ab 8. November: Briefwahl
    Es wird per Briefwahl gewählt. Deadline ist der 26. November.
  4. 27. November: Wahlergebnis und neue/r Obmann/Obfrau für Die Grünen in Wien

So kann man an der Wahl teilnehmen:

Die Spitzenkandidaten für Die Grünen Wien

Während Birgit Hebein und David Ellensohn als Vertreter des linken Flügels der Grünen gelten, hat Peter Kraus den Ruf als gemäßigter Grüne inne. Folgendes lässt sich über den Werdegang sowie die Ansichten der drei Kandidaten sagen:

Birgit Hebein

Hebein ist diplomierte Sozialarbeiterin, sowie TCM Therapeutin. Die gebürtige Villacherin setzt sich für klassisch-grüne Themen ein, wie Klima- oder Umweltpolitik oder Sozial- und Integrationspolitik. Bekannt ist ihr Kampf gegen die Kürzung der Mindestsicherung, die sie abwenden konnte und sich in dieser Frage gegen den Koalitionspartner SPÖ durchsetzte. Im Frühling 2018 positionierte sie sich auch gegen das Alkoholverbot am Praterstern. Sich selbst bezeichnet sie als "grüne Fundi". Ihre Politkarriere begann 1996 als sie sich - ohne zu studieren - für die ÖH engagierte. 2003 trat sie in den Bezirksrat Rudolfsheim-Fünfhaus ein. Seit 2010 ist sie im Gemeinderat als Sozialsprecherin der Grünen aktiv. 2015 brachte sich Hebein anlässlich der Ankunft zahlreicher Geflüchteter am Wiener Westbahnhof maßgeblich in die Verhandlungen mit den Behörden und der ÖBB ein. Blog von Birgit Hebein

David Ellensohn

David Ellensohn wurde in England geboren und ist in Vorarlberg aufgewachsen. 1996 begann seine politische Karriere als Bezirksobmann, wie bei Hebein in Rudolfsheim-Fünfhaus. Der ehemalige Sportjournalist hat sich dem Kampf gegen Korruption verschrieben und erstattete beispielsweise Anzeige gegen soziale Wohnbauträger im Burgenland. Sein Fokus liegt auf gesellschaftspolitischen Fragen. Ellensohn ist unter anderem für seine deftige Ausdrucksweise bekannt. Im Interview mit Thomas Schäfer-Elmayer meinte er, dass man zur Kenntnis nehmen müsste, dass sich Sachlichkeit längst aus der politischen Debatten verflüchtigt hätte. Ende Juni 2018 schmetterte er der Wiener FPÖ anlässlich einer Rede von Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits im Landtag entgegen: "Ich sage das jetzt einfach: Sie sind den Kindern gegenüber empathielose Arschlöcher!" Was die Spitzen-Wahl anbelangt plädiert Ellensohn dafür, dass der Sieger unmittelbar nach der Wahl sofort das Amt an der Spitze der Grünen übernehmen soll. Website Die Grünen/David Ellensohn

Peter Kraus

Mit seinen 31 Jahren ist Kraus der Jüngste unter den Spitzenkandidaten. Der Volkswirt hat als stellvertretender Büroleiter von Maria Vassilakou gearbeitet und gilt als enger Vertrauter und politischer Ziehsohn von Vassilakou. 2010 wurde er im Bezirksrat Brigittenau aktiv, ab 2015 wurde er Mitglied des Wiener Landtags. Als Obmann der grünen Organisation "Andersrum" setzt er sich für die Rechte der LGBTQIA+-Community ein. Auf seiner Website setzt Kraus vor allem leistbares Wohnen auf seine politische Agenda. Im Unterschied zu seinen Mitbewerbern, die nie um deutliche Worte verlegen sind, zeigte sich Kraus bislang diplomatisch, zurückhaltend und kompromissbereit. Zudem wird ihm nachgesagt, dass er die Politik von Maria Vassilakou unmittelbar fortsetzen würde. Website von Peter Kraus

So stehen sie zur Koalition mit der SPÖ

Auch wenn alle drei Kandidaten - mal mehr und mal weniger - Kritik am Koalitionspartner SPÖ geübt haben, lehnt keiner von ihnen eine Koalition dezidiert ab. Das dürfte unter anderem am Mangel an Alternativen liegen: sowohl ÖVP als auch FPÖ liegen in wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen mit den Grünen diametral auseinander. Wo es bei den NEOS in gesellschaftspolitischen Fragen durchaus noch Berührungspunkte gibt, zeigen sich bei der Wirtschaftspolitik zu große Diskrepanzen. Peter Kraus steht der SPÖ vor allem positiv gegenüber und lobt die Errungenschaften des rot-grünen Wiens. Sowohl Hebein als auch Ellensohn zeigten sich angesichts des Alkoholverbots am Praterstern alles andere als glücklich, Ellensohn gilt als Kritiker von Bürgermeister Michael Ludwig. Die stärkste Kritikerin der SPÖ ist Hebein, die auch schon mal vom "Machtmissbrauch der SPÖ" spricht. Dessen ungeachtet stellt sie die Koalition dennoch nicht infrage und plädiert für eine sachliche Zusammenarbeit, um gemeinsam an der Realisierung des Koalitionsabkommens zu arbeiten.

Das sind die Positionen der weiteren Bewerber 

Marihan Abensperg-Traun

Harald Frassine

Benjamin Kaan

Bernhard Redl

Jovan Stoilkovic 

Ruth Trefny

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