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Seestadt bekommt die ersten autonomen Busse Österreichs

Wien baut weiter den öffentlichen Personennahverkehr aus. In einem österreichweit einzigartigen Projekt befahren autonome E-Busse die Straßen der Seestadt. Ab sofort bedienen zwei E-Busse zehn Haltestellen und zwei Kilometer Strecke, rund um die U2-Station Seestadt. Dabei fahren die Busse zwar autonom, es ist zur Sicherheit jedoch immer ein speziell geschulter Operator mit an Bord. 

E-Bus in der Seestadt Aspern, davor Michael Ludwig und Ulli Sima
© KFV/APA-Fotoservice/Tesarek | Bürgermeister Michael Ludwig und Öffi-Stadträtin Ulli Sima bei der Testfahrt

Die Testphase geht in die zweite Runde

Am siebten Juni war es dann soweit, bei der ersten offiziellen Testfahrt durften Bürgermeister Michael Ludwig, Stadträtin für den ÖPNV Ulli Sima und das Projektteam auto.Bus – Seestadt in den Genuss der automatischen Fahrgastbeförderung kommen. Davor wurden die zwei Busse, die ab sofort im Einsatz sind, von den Wiener Linien in der Garage Leopoldau umfangreich getestet.
Jetzt geht es darum, die Meinung der Öffentlichkeit für das Projekt einzuholen. Dazu werden die Busse vorerst kostenlos die Strecke abfahren. Interessant ist dabei, dass es vorerst keinen klassischen Fahrplan gibt. Stattdessen wird mittels QR-Code oder auf der Website ersichtlich, wo sich die Busse aktuell befinden. Es wird jedoch daran gearbeitet einen regelmäßigen Fahrrhythmus zu etablieren. 

Die Busse bieten Platz für zehn Fahrgäste, denn aus Sicherheitsgründen dürfen mitfahrende Personen nur sitzend transportiert werden. Sollte ein größeres Objekt, wie etwa ein Kinderwagen mit in den Bus hineingenommen werden, verringert sich die Anzahl der Sitzplätze und dementsprechend die Kapazität des Busses.  Eine Lösung für den Ausfall der Busse, welcher z.B. wetterbedingt oder technischer Natur sein könnte, gibt es vorerst ebenfalls nicht. In diesem Fall muss dann wohl zu Fuß gegangen werden.

Neues Potenzial und High-Tech

Unter der Leitung der Wiener Linien haben sich das Austrian Institute of Technology, das Kuratorium für Verkehrssicherheit, der TÜV, Siemens Mobility und der Bushersteller Navya zusammengetan, um das Projekt zu ermöglichen. Man ist sich einig, dass es aufgrund der Neuartigkeit des Projekts in einigen Bereichen noch der Verbesserung bedarf. Das Projekt leiste Pionierarbeit und die Erfahrungswerte in der automatischen Fahrgastbeförderung seien in Österreich äußerst spärlich. Daher bitten die Experten und Expertinnen der Wiener Linien um Nachsicht; das Projekt befinde sich schließlich noch im Aufbau.

Sicher ist jedoch, dass sich durch den Ausbau des Netztes und der Weiterentwicklung der Technologie neue Berufsfelder auftun. So ist zum Beispiel das Innenleben der Busse Subjekt neuer Entwicklungen und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wiener Linien erhielten eine Zusatzausbildung zum Operator. Die Busse fahren zwar autonom, sind aber nicht in der Lage eigenständig unvorhergesehene Hindernisse zu überwinden. Dazu gehören zum Beispiel falsch geparkte Autos oder etwa Baustellen und Straßensperren.

Der Bus navigiert sich selbst durch die Seestadt aufgrund eines exakt eingespeicherten Streckenverlaufs. Dabei wurden markante statische Objekte wie Haltestelle-Stangen, Häuserecken und Gehsteigkanten exakt via Abstandsmessungen über 3-Dimensionale Aufzeichnungen in den Speicher des Busses eingespeist. Diese wurden vorab von speziellen Messfahrzeugen mittels 3D LiDAR Sensoren aufgezeichnet. Ulli Sima hält fest, dass ohne den ausgezeichneten ÖPNV Wien nicht die Lebenswerteste Stadt wäre. Das Projekt auto.Bus – Seestadt ist die nächste Stufe der Entwicklung.

E-Bus in der Seestadt Aspern, Seitenansicht
© KFV/APA-Fotoservice/Tesarek | So sehen die neuen Busse in der Seestadt aus. Platz ist für zehn Personen.
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