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News Text: Katharina Widholm

Schulen raus aus dem Brennpunkt! NEOS bringen London Challange als Vorbild

Die NMS in den Ballungszentren brauchen dringend Hilfe! Wie das geschehen soll, haben die Wiener NEOS in einem Kriterienkatalog illustriert, der sich an die englische Bildungsmaßnahme "London Challenge" orientiert. So soll das Image sowie die Bildungsstandards an Neuen Mittelschulen verbessert werden. 

Kinder in der Schulklasse
NEOS wollen das Image der NMS aufwerten.

Denkt man an "Brennpunktschulen" (Definition Brennpunktschule) hat man überfüllte Schulklassen vor Auge, die hauptsächlich von Kindern mit Migrationshintergrund besucht werden. Diese Schulen werden mit schlechten Bildungschancen und Perspektivenlosigkeit in Verbindung gebracht. Aktuell dazu rückt die Debatte durch die Buchpräsentation der Wiener Mittelschullehrerin Susanne Wiesinger "Kulturkampf im Klassenzimmer" wieder ins öffentliche wie politische Rampenlicht. (Mehr dazu bei Addendum/Brennpunkt Schule)

NMS in Wien bildungspolitisch versagt

Neue Mittelschulen (kurz: NMS) sollten das Image von Hauptschulen aufwerten. Trotz umfangreicher PR-Maßnahmen seitens der Politik will das - zumindest in Wien - nicht so recht funktionieren. Zunehmend zeigt sich das Phänomen, dass immer mehr Eltern öffentliche Pflichtschulen meiden und sich dazu entscheiden, ihre Kinder an Privatschulen unterrichten zu lassen. Die Folgen: die soziale Durchmischung an öffentlichen Schulen ist gefährdet, die Zahl von sogenannten "Brennpunktschulen" vor allem im städtischen Umfeld steigt an. Das führt dazu dass laut NEOS rund 60 % der Pflichtschüler in der achten Schulstufe den Bildungsstandard in Deutsch nicht erreichen.

Da dieses Problem im Rest von Österreich lediglich auf 30 % der Schüler zutrifft, orten in Wien die NEOS das Versagen bei der rot-grünen Landesregierung. Christoph Wiederkehr sagt dazu: „Rot-Grün hat bildungspolitisch versagt – das belegen die Zahlen im Pflichtschulbereich eindeutig. Es wird vieles schön geredet, kritische Stimmen bekommen einen Maulkorb verpasst und der gesamte Bildungsbereich wird zum ideologischen Spielball zwischen Rot-Grün in Wien und Schwarz-Blau im Bund. Dieses ideologische Match wird auf den Rücken unserer Kinder ausgetragen. Es kann nicht so weiter gehen, Grundlegendes muss sich ändern – und zwar jetzt!“

NEOS fordern umfangreiche Maßnahmen für NMS

Um die Abwärtsspirale, in der sich die NMS, bzw. ihre Schützlinge befinden, haben die NEOS nun ein umfangreiches Konzept vorgelegt, um die Bildungschancen für die Schüler zu verbessern und die NMS wieder als attraktive Bildungsstätte für Eltern und Kinder zu präsentieren. Dieses gestaltet sich folgendermaßen:

Mehr Lehrer mit Top-Ausbildung

Die anstehende Pensionierungswelle sehen die NEOS als Chance: Für die besten Lehrer sollen Anreize geschaffen werden, sich dafür zu entscheiden, an einer NMS zu unterrichten. Darüber hinaus sollen regelmäßig Coachings abgehalten, sowie ein Netzwerk zum Austausch untereinander geschaffen werden.

Kleinere Klassen

Besonders in den unteren Schulstufen soll die Zahl der Schüler in den Klassen merklich reduziert werden. Dies soll vor allem bei Klassen mit hohem Migrationsanteil berücksichtigt werden. So soll die optimale Betreuung der Kinder sichergestellt werden. 

Sozialarbeiter für Brennpunktschulen

An Brennpunktschulen soll künftig zusätzliches Personal wie Sozialarbeiter oder Logopädinnen zur Unterstützung der Lehrer arbeiten. Mehr dazu "Verzweifeltes Warten auf mehr Krisenarbeiter"

London Challange - Vorbild für eine Bildungsoffensive

Als Vorbild nehmen sich die NEOS die sogenannte "London Challange". Dabei handelte es sich um eine Bildungsoffensive, die dazu führen sollte, dass der Bildungsstandard der Schüler in der englischen Hauptstadt angehoben werden. Bereits fünf Jahre nach Start der Maßnahme wurden merkliche Verbesserungen verzeichnet. Um die Ziele erfolgreich umsetzen zu können, wurden folgende  Unternehmungen umgesetzt: 

  • Daten wurden erhoben und als Basis für die bildungspolitischen Maßnahmen eingesetzt
  • Für die jeweiligen Schulen wurden mit der Hilfe von Experten individuelle Masterpläne konzeptioniert und umgesetzt
  • Fortbildungen und Coachings für Lehrer

Zur Finanzierung der Bildungsoffensive fordern die NEOS eine indexbasierte Förderung. Das bedeutet, dass vor allem jene Schulen mit einem großen Anteil an benachteiligten Schülern Geldmittel zur Umsetzung der Vorschläge des Kataloges erhalten sollen.

Mehr dazu:

The Telegraph (27.11.2013) - London schools are a UK education success story

BBC News (9.2.2015) - Plan to tackle schools gap inspired by London Challenge

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