"Nehmen Sie Platz" im MUSA: Wem gehört der öffent­liche Raum?

Fotografie Parkbank in schwarz/weiß: Anastasiya Yarovenko: For Humans by Humans, 2020
© Anastasiya Yarovenko | Anastasiya Yarovenko: For Humans by Humans, 2020

"NEHMEN SIE PLATZ! Die Parkbank als soziale Skulptur" wirft einmal mehr die berechtigte Frage auf: Wem gehört eigentlich der öffentliche Raum?

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Die Ausstellung "Nehmen Sie Platz!" von Alina Strmljan und Vincent Elias Weisl – beide sind Curatorial Fellows im Wien Museum – versteht sich als Kommentar zur Ausstellung "Augenblick! Straßenfotografie in Wien", die gleichzeitig im Wien Museum MUSA zu sehen ist. Sie widmet sich einem alltäglichen und zugleich omnipräsenten Bestandteil der Stadt: der Parkbank

NEHMEN SIE PLATZ!

Die Parkbank als soziale Skulptur

Wann: 7. Juli bis 23. Oktober 2022
Wo: Wien Museum MUSA, 1010 Wien, Felderstraße 6–8

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr

EINTRITT FREI!

Die Parkbank als Sinnbild Wiener Gemütlichkeit

Die Parkbank – Symbolbild der Wiener Gemütlichkeit: 19.884 Bänke gibt es in den Parkanlagen der Stadt. Dazu kommen unzählige weitere Sitzgelegenheiten an Halteställen, in den Straßen und auf den zahlreichen Plätzen Wiens. Durchaus können sie als Ausdruck einer hiesigen Laissez-faire-Mentalität Gemütlichkeit verstanden werden: als Einladung zum Verweilen, Ausruhen, Beobachten. 

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Als unscheinbare Konstante der Stadtmöblierung ist die Parkbank aber nicht etwa nur reine Sitzgelegenheit, sondern auch potentielles Designobjekt. Sie repräsentiert einen Mikrokosmos des öffentlichen Lebens und erzählt als sozialer Ort von den unterschiedlichsten Nutzungen des Stadtraumes durch seine Protagonistinnen und Protagonisten.

Hostile Design: Du bist hier (nicht) erwünscht

Sitzmöbel sind allerdings auch ein Organ der Ordnung. Sie strukturieren den öffentlichen Raum und limitieren seine Nutzung, vor allem durch die immer häufigere Verwendung von "Hostile Design": Damit sind gestalterische Maßnahmen gemeint, die unerwünschte Nutzungen, etwa das Übernachten auf Parkbänken, verhindern sollen. 

In dieser Galerie: 2 Bilder
Ausstellungsplakat: "Nehmen Sie Platz! Die Parkbank als soziale Skulptur"
© Wien Museum | Ausstellungsplakat: "Nehmen Sie Platz! Die Parkbank als soziale Skulptur"
Alina Strmljan und Vincent Elias Weisl, Kuratoren Parkbank-Ausstellung
© Ina Aydogan | Alina Strmljan und Vincent Elias Weisl: Die beiden Kurator:innen wollen wissen, wem eigentlich der öffentliche Raum gehört.

Wem gehört der öffentliche Raum?

Während nun in der Straßenfotografie in der Regel die Menschen im Vordergrund stehen und  eine Parkbank maximal als Bühne fungiert, drehen Strmljan und Weisl für "Nehmen Sie Platz! Die Parkbank als soziale Skulptur" in der Startgalerie NEU die Rollen um und rücken den Hintergrund nach vorne.

Die beiden Kurator:innen luden junge Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit der Stadtmöblierung Wiens auseinanderzusetzen. Die Parkbank wird zum Fotomotiv, zum Installationsobjekt und benutzbaren Möbelstück gleichermaßen. Das Resultat wiederum wirft Fragen und Positionen zur hochaktuellen Debatte auf: Wem gehört der öffentliche Raum?

Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen

  • Aurianne Chevandier & Gerd Sulzenbacher
  • Iklim Doğan
  • mirabella paidamwoyo* dziruni
  • Anna Jermolaewa
  • Leopold Kessler
  • Moritz Matschke
  • Anastasiya Yarovenko
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Zur Startgalerie NEU

Seit 1987 hatten junge in Wien arbeitende Kunstschaffende in der Startgalerie im MUSA die Möglichkeit, in Form einer Einzelausstellung an die Öffentlichkeit zu treten. 2022 wurde die
Startgalerie als Raum für Experimente innerhalb des Wien Museums Bühne für junge Kurator:innen, die ihre Ideen in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern realisieren.

Damit dient die Startgalerie sowohl als Anker für zeitgenössische Kunst als auch der Förderung neuer kuratorischer Positionen. Startgalerie NEU startete im Februar 2022 mit "Gegen den Strich. Interventionen im öffentlichen Raum" die erste von zwei Ausstellungen, nun folgt "Nehmen Sie Platz! Die Parkbank als soziale Skulptur".

Danach geht es weiter mit den Gewinnerinnen des Open Calls vom September letzten Jahres. Zwanzig Konzepte wurden eingereicht, vier kuratorische Positionen wurden von einer Jury ausgewählt, die das Programm von Startgalerie NEU bis Ende 2023 bestreiten werden.

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