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Ausstellungen Text: Sarah Kresser

Fake Truth – provokante Foto-Ausstellung im WestLicht

29.10.2019 – 26.01.2020: Die Queen auf dem Pott und Donald Trump ganz intim mit Miss Mexico – diese Ausstellung zeigt Promis, wie Sie sie noch nie gesehen haben.

Royals im Haarsalon
© Alison Jackson | Die Royals beim Tratsch und Klatsch: Alison Jackson zeigt die "Fake Truth"

Alison Jackson: Fake Truth

Wann: 29.10.2019 – 26.01.2020

Wo: WestLicht. Schauplatz für Fotografie

Gleich am Eingang der Galerie springt Besuchenden ein überdimensionaler Wandaufdruck ins Auge: Zu sehen ist US-Präsident Donald Trump, der sich mit Miss Mexico im Oval Office vergnügt, daneben prangt in großen Lettern die Aufschrift "Fake Truth". So spielen die Werke von Alison Jackson mit der Obsession der heutigen Gesellschaft mit Celebrities und deren Privatleben. Durch inszenierte Fotos befriedigt sie den Voyeurismus ihres Publikums und führt ihm gleichzeitig die Macht der Bildmanipulation vor Augen.

"I don't want to judge or condemn celebrities. I'm simply not interested in them. My work is about how obsessed we are with them." Alison Jackson

Private Promi- Schnappschüsse im Museum

Jacksons Blick hinter verschlossene Türen offenbart den Besuchern intime Momente aus Hollywood, provokante Posen der Royals und obszöne Vorgänge im Weißen Haus. Dabei ahmt sie mit unscharfem Fokus oder schrägen Kameraperspektiven die Ästhetik von Paparazzi-Fotos nach, um die Fälschungen noch überzeugender wirken zu lassen.

"The scenes we have all imagined but never seen before."

Dass Kim Kardashian, Queen Elizabeth und Donald Trump hier von Doppelgängern dargestellt werden, spielt laut Jackson gar keine Rolle. Damit umgeht die Fotografin zwar Urheberrechtsverletzungen, dennoch geriet sie in der Vergangenheit wegen solcher Provokationen mehrfach in Schwierigkeiten. Denn obwohl zusätzliche Making-of-Videos den aufwendigen Verwandlungsprozess transparent machen, prägen sich die täuschend echten Inszenierungen unweigerlich ein.

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"Truth is Dead": Kritik an Fake News & Co.

Jackson überführt ihr Publikum der Leichtgläubigkeit und kritisiert, dass trotz des Wissens um Bildmanipulation nur selten an der Wahrhaftigkeit von Fotos gezweifelt wird. Darüber hinaus mache es schlichtweg keinen Unterschied mehr, ob die Darstellungen nun echt oder gefälscht seien – mit der Zeit ersetze der Mythos eben das Original.

Diese alarmierende Entwicklung bietet den Nährboden für die Verbreitung alternativer Fakten, Fake News und Deep Fakes (Fotos oder Videos, in denen Gesichter digital ersetzt werden), wie Jackson in einem Interview warnt.

Deshalb wirft die Ausstellung die Frage auf, wie in einer mediatisierten Welt überhaupt noch mit visuellen Eindrücken umzugehen ist, wenn die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zusehends verschwimmen.

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Preise und Fotobuch zur Ausstellung

Tickets für die Ausstellung "Fake Truth" gibt es an der Kassa um € 8, gegen Vorlage eines gültigen Ausweises sind auch diverse Ermäßigungen verfügbar.

Tipp: Wer sich die Ausstellung nach der Arbeit ansehen möchte, kann dazu die verlängerten Öffnungszeiten am Donnerstag bis 21:00 Uhr nutzen.

Zusätzlich können Besucher Alison Jacksons Fotobuch "Private" sowie Kalender und Poster-Bücher zur Ausstellung vor Ort erwerben.

Über die Künstlerin

Ausschlaggebend für Alison Jacksons Arbeiten zum Massen-Voyeurismus war der Tod von Prinzessin Diana, über den 1997 geradezu pornografisch berichtet wurde. Seither beschäftigt sich die mehrfach ausgezeichnete Fotografin und Regisseurin mit dem Kult um Celebrities, der von Massenmedien angetrieben wird. Für ihre TV-Serie "Double Take" (2001-2003) erhielt Jackson den renommierten BAFTA-Award der British Academy of Film and Television Arts. Darin inszenierte sie das Leben der Reichen und Berühmten mittels Lookalikes, ähnlich der aktuellen Ausstellung "Fake Truth".

Abseits dieser Satire-Formate portraitierte sie auch Politiker und Schauspieler, darunter Benedict Cumberbatch. Über Authentizität und Sensationalismus hielt Jackson bereits TED-Talks und Vorträge an Universitäten. Zur Überraschung vieler wurde die scheinbar systemkritische Künstlerin im Mai 2018 in den Regierungsrat der britischen Conservative Party gewählt.


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