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Drei neue Schulstraßen: Temporäres Fahrverbot vor Schulen

Der Weg zur Schule soll sicherer werden und vom Individualverkehr befreit werden. Das ist die Idee hinter den Schulstraßen. Was letztes Jahr mit einem Pilotprojekt begann, wird nun fortgesetzt.

Schulweg Schild
© Bjoern Wylezich | Der Schulweg soll sicherer werden.

Schulstraße, hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Konzept, nachdem zu Schulbeginn und in manchen Fällen auch zu Schulschluss des jeweiligen Tages, die Straße unmittelbar vor der Schule für den Verkehr gesperrt ist. Im letzten Jahr wurde die Vereinsgasse in der Leopoldstadt zum Pilotprojekt in Wien.

Schulstrassen haben sich bewährt

So lautet Petra Jens‘ Resümee des Pilotprojekts Vereinsgasse, stadt-wien.at berichtete. Jens ist Beauftragte für Fußgängerinnen und Fußgänger in der Stadt Wien und macht im Namen der Mobilitätsagentur Wien auf die Wichtigkeit von Bürgersteigen und öffentlichen Plätzen aufmerksam.

Die Vereinsgasse in der Leopoldstraße wurde Montag bis Freitag morgen für eine halbe Stunde von 7.30 – 8.00 Uhr zur Schulstraße umdefiniert, indem durch sichtbare Gitter der Verkehr am weiterfahren gehindert wurde. Das Konzept verhindert, dass es unmittelbar vor der Schule zu einem Verkehrschaos kommt, da es den Eltern nun nicht mehr möglich ist, ihr Kind bis zum Gebäude vorzufahren.

Drei neue Schulstraßen in Wien

Aufgrund der positiven Resonanz werden nun auch in drei weiteren Straßen temporäre Fahrverbote von 7.30 – 8.00 Uhr eingerichtet und zwar in der Gilgegasse im Alsergrund, der Fuchsröhrengasse in Simmering und der Deckergasse in Meidling. Diese sollen im Herbst eingerichtet werden und es ist durchaus möglich, dass noch weitere hinzukommen, meint Jens.

Bei der Fuchsröhrengasse möchte man sogar noch einen Schritt weitergehen und die Schulstraße auch am Nachmittag zwischen 15:30 und 16:00 einrichten. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme soll dann im Anschluss, wie bei der Vereinsgasse auch, bewertet und daraufhin eventuell als reguläre Maßnahme implementiert werden.

Bundesweite Pilotprojekte

Die wohl erste Schulstraße, auch wenn nicht explizit so benannt, wurde 1990 in Klagenfurt errichtet. Das Schulzentrum Mössingerstraße befindet sich auf beiden Seiten ebenjener Straße und mit dem Bau der Schule im Jahr 1990 wurde auch gleichzeitig beschlossen, dass zwischen 7.00 und 13.30 Uhr nunmehr der dort geführte Linienbus den Straßenabschnitt befahren darf. Seit 2001 dürfen in Telfs, Tirol, keine Autos mehr am Vormittag und am Nachmittag vor der Schule verkehren. Das gilt sogar für das dort angestellte Personal.

Telfs und Mössingergasse sind somit gewissermaßen Vorreiter für das, was in den letzten drei Jahren vielerorts als Projekt wieder aufgenommen wurde, wobei die verkehrsberuhigenden Maßnahmen durchaus auch auf Widerstand stoßen. In Innsbruck ist zum Beispiel eine Schulstraße an den vielen Anrainerbeschwerden gescheitert.

Dennoch gibt es in Salzburg, anderen Teilen von Tirol, Steiermark und in Vorarlberg seit 2017 immer mehr Projekte, die mit unterschiedlichen Maßnahmen den Verkehr um die Schulzentren herum minimieren. Die Konzepte reichen dabei von temporären Straßengittern über angelegte Wendekreise bis hin zu fast ganztätigen Sperren eines Abschnittes.

NÖ, OÖ und Burgenland setzen auf andere Konzepte

Die anderen Bundesländer hingegen haben derzeit keine Pläne für Schulstraßen. Man setze hier auf andere verkehrsberuhigende Konzepte, heißt es von offizieller Seite. Dazugehören beispielsweise Geschwindigkeitsschwellen und 30er-Zonen in Eisenstadt oder zeitlich begrenzte Tempolimits in Garsten, Steyr.  Wien sieht das ein wenig anders, das temporäre Fahrverbot gilt derzeit als favorisiertes Mittel und es gibt noch eine Reihe an Projekten, die der Schulstraße sehr ähnlich sind, aber anders heißen, betont Jens.

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Mobilitätsagentur

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