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Zähne Text: Selina Lukas

Zahnspange: Kosten im Vergleich, festsitzend oder herausnehmbar

Gerade Zähne und ein schönes "Zahnpastalächeln" sind der Traum vieler Menschen. Egal ob festsitzende Zahnspangen/Brackets oder herausnehmbare Zahnspangen - viele Wege führen nach Rom!

Wir vergleichen für euch die Preise, Dauer und Vorgehensweisen der gängisten Methoden zur Korrektur von leichten bis schweren Zahnfehlstellungen. Das Ergebnis ist immer das gleiche - endlich selbstbewusst Lächeln!

Festsitzende Zahnspange mit unsichtbaren Brackets
© pixabay.com | Festsitzende Zahnspange mit unsichtbaren Brackets

Methoden der Zahnkorrektur

Grundsätzlich werden bei der Korrektur von leichten bis schweren Zahnfehlstellungen zwei Methoden unterschieden, die für alle Altersgruppen ohne Milchzähne geeignet sind:

  • festsitzende Zahnspange
  • herausnehmbare Zahnspange

Festsitzende Zahnspange

Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um eine Zahnspange die fest auf den Zähnen fixiert ist und den gesamten Behandlungszeitraum über im Mund bleibt. Bei regelmäßigen Kontrollterminen verstellt der jeweilige Kieferorthopäde mithilfe von Drähten die Zahnspange so, dass die Zähne verschoben werden. Je nach Fehlstellung dauert die Behandlung ca. 2-3 Jahre.

Herausnehmbare Zahnspange

Egal ob beim Essen, beim Sport oder bei besonderen Anlässen - die herausnehmbare Zahnspange kann zur Not in der Aufbewahrungsbox verschwinden. Konsequentes Tragen ist aber dennoch wichtig für eine erfolgreiche und schnelle Zahnkorrektur. Je nach Fehlstellung beträgt die Behandlungsdauer 2-4 Jahre. Die herausnehmbare Zahnspange betseht aus einer Kunststoffplatte mit Schrauben oder Federn und Drahtklammern. Damit übt der Kieferorthopäde dann gezielten, schonenden Druck auf die Zähne aus, um sie in die gewünschte Position zu bringen.

Durchsichtige Zahnschienen

Für Personen ab 18 Jahren hat sich in den letzten Jahren ein neuer Trend entwickelt - unsichtbare Zahnschienen. Sie eignen sich für leichte bis mittelschwere Fehlstellungen und sind perfekt für all jene, die sich gerade Zähne wünschen, aber keine "Schneekette" im Mund haben wollen. 9-18 Monate dauert die Behandlung mit den durchsichtigen Kunststoffschienen.

Festsitzende Zahnspange - Nachteile und Vorteile

Der größte Nachteil festsitzender Zahnspangen ist die Ästhetik. Vor allem Metallbrackets sind unübersehbar. Abhilfe kann mit bunten Gummibändern geschaffen werden und die Alternativen aus Keramik oder Kunststoff sind unauffälliger.

Ein weiterer Minuspunkt sind die Schmerzen, die auftreten können. Vor allem kurz nach dem Nachstellen der Drähte ist der Druck auf die Zähne besonders stark, was unangenehm sein kann.

Allgemein können festsitzende Zahnspangen auch beim Essen stören, da zum Beispiel klebrige Speisen vermieden werden müssen. Oft verfangen sich auch Essenreste in den Drähten, daher kommt es zu erhöhtem Reinigungsaufwand.

Trotzdem ist die festsitzende Zahnspange die beliebteste Methode zur Zahnkorrektur. Das liegt vor allem daran das man mit dieser Methode die Zähne in jede Richtung bewegen kann und eine sehr genaue Prognose möglich ist. Durch die Fixierung der Zahnspange im Mund wirkt sie außerdem ständig auf die Zähne, was zu einem schnelleren Ergebnis führt. 

Herausnehmbare Zahnspange - Nachteile und Vorteile

Der größte Vorteil der herausnehmbaren Zahnspange ist, dass sie je nach Bedarf entfernt werden kann. Außerdem werden Kiefer- und Zahnfehlstellungen einfach und effizient korrigiert und es treten weniger Schmerzen auf, als bei festsitzenden Zahnspangen.

Die Herausnehmbarkeit sorgt auch für einige Nachteile: Der Zahnspangenträger muss sehr konsequent und diszipliniert sein, denn wenn die Zahnspange mehr Zeit in der Aufbewahrungsbox verbringt, als im Mund kann die Behandlung nicht funktionieren. Gleichzeitig kann man die Zahnspange auch verlegen, wenn sie nicht im Einsatz ist.

Herausnehmbare Zahnspangen können nicht so vielseitig eingesetzt werden, wie festsitzende, da für manche Fehlstellungen nur feste Zahnspangen geeignet sind. Darüber klärt aber im individuellen Fall der Kieferorthopäde auf.

Zahnspange für Erwachsene: Was übernimmt die Krankenkasse?

In den meisten Fällen übernimmt die Krankenkassa die Korrektur von Zahnfehlstellungen (Grad 4 oder 5 auf der IOTN-Skala) nur bei Kindern und Jugendlichen. (z.B. Gratiszahnspange bis 18) Für Erwachsenen ist keine komplette Übernahme der Kosten vorgesehen. Es ist jedoch möglich einen Kostenzuschuss pro Behandlungsjahr zu beantragen. Dazu muss im Vorfeld ein Antrag auf Bewilligung bei der Krankenkasse eingebracht werden und die Versicherung legt dann denn Selbstbehalt fest.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass nur besonders schwere Fehlstellungen (Grad 4 oder 5 auf der IOTN-Skala) für Zuschüsse der Krankenkassa in Frage kommen. Rein ästhetische Zahnkorrekturen müssen selbst übernommen werden. 

Selbst wenn Sie keinen Zuschuss für Ihre Zahnspange bekommen, können Sie die Kosten zumindest als "außergewöhnliche Belastung" von der Steuer absetzen!

Ablauf der Behandlung von Zahnfehlstellungen

Egal um welche Zahnfehlstellung es sich handelt - alles ist behandelbar. Gemeinsam mit dem Kieferorthopäden ihres Vertrauens steht den geraden Zähnen nichts im Weg. Die Behandlung läuft in etwa so ab:

  1. Auswahl des Kieferorthopäden: Lassen Sie sich hierbei Zeit! Sie werden häufigen Kontakt mit Ihrem Kieferorthopäden haben, also vergleichen Sie einige Anbieter bevor Sie sich entscheiden. Oft hilft es auch im Bekanntenkreis Vorschläge einzuholen.
    Wichtig: der Kieferothopäde sollte unbeding Mitglied der ÖZAK (Österreichische Zahnärztekammer) oder der VÖK (Verbund österreichischer Zahnärzte) sein.
  2. Erstberatungsgespräch: Nun klärt Sie der Kieferorthopäde über die verschiedenen Möglichkeiten der Zahnkorrektur, die Dauer, Kosten und Erfolgschancen auf. Dabei kommt es auch zu einer Untersuchung, einem Zahnabdruck und Röntgen.
  3. Analyse des Zahn- und Gebisszustandes und Behandlungsplan: Anhand des Zahnabdrucks und eines Panoramaröntgens wird der konkrete Plan erstellt.
  4. Behandlung: Die Behandlung beginnt und es gibt alle 3-4 Wochen Kontroll- und Anpassungstermine beim Kieferorthoäden.
  5. Retention: Nach erfolgreicher Korrektur beginnt die 1-3 jährige Retentionsphase, in der die Zähne an der neuen Position festwachsen sollen. Dies geschieht mit Zahnschienen oder einem Retainer-Draht.

In Österreich gibt es die IOTN-Skala (Order of Treatment Need), die den Grad der Kieferfehlstellung definiert:

Grad 1: Kaum Abweichungen der Zähne - keine Behandlung notwendig

Grad 2: Leichter Über- oder Kreuzbiss - keine Behandlung notwendig

Grad 3: Überbiss, der Lippen nicht schließen lässt - Behandlung auf Wunsch

Grad 4: Starker Überbiss oder große Lücken - Behanldung notwendig

Grad 5: überzählige Zähne oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte - Behandlung notwendig

Der Klassiker: Festsitzende Zahnspangen / Brackets

Diese Methode ist die am häufigsten angewandte, schnellste und billigste für die Korrektur von Zahnfehlstellungen. Sie eignet sich für fast jede Fehlstellung, egal ob Kreuzbiss, Vorbiss oder Überbiss.

Festsitzende Zahnspangen bestehen aus Brackets, die mit Gumibändern an den Zähnen befestigt werden und Drähten. Bänder halten auch den oberen und unteren Teil der Zahnspange zusammen. So können die Zähne dann in jeden Richtung bewegt werden.

Brackets können auch auf den Zahn geklebt und mit Drähten verbunden werden. Dabei haben die Brackets Ligaturen, die den Bogendraht festhalten und so die Stärke der Einwirkung auf die Zähne regulieren. Mithilfe von Gummizügen kann dies noch verstärkt werden.

Arten von festsitzenden Zahnspangen

  • Metallbrackets: Sie sind die günstigste Variante und für sie bekommt man auch Zuschuss von der Krankenkassa. Das Material ist Stahl oder nickelfreier Edelstahl und es gibt sie in unterschiedlichen Größen und mit Gummibändern in verschiedenen Farben.
  • Kunststoffbrackets: Diese Art ist in der Optik unauffälliger, da sie z.B. zahnfärbig oder durchsichtig sein können. Dafür kosten sie auch mehr.
  • Keramikbracktes: Sie punkten auch durch die Optik, haben eine glattere Oberfläche und verfärben nicht. Allerdings sind sie teurer und können leicht brechen oder springen.
  • selbstligierende Brackets: Hier gibt es keine Ligaturen, sondern kleine Klammern, durch die der Draht gefädelt wird. Die Behandlung wird dadurch schonender, da weniger Reibung zustande kommt, dafür sind sie teurer.
  • Lingualbrackets: Diese werden an der Innenseite der Zähne angebracht und sind somit unsichtbar. Umso kostspieliger sind sie und anfangs können Sprechprobleme auftreten.

Seit 1. Juli 2015 gibt es in Österreich die Gratis-Zahnspange (Metallbracktes) für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren bei einer Kieferfehlstellung der Stufe 4 oder 5 bei entsprechenden Vertragsärzten.

Herausnehmbare Zahnspangen: Erfolg durch Konsequenz

Herausnehmbare Zahnspange auf Form
© pixabay.com | Making of: Herausnehmbare Zahnspange

Eine herausnehmbare Zahnspange ist ein kieferorthopädisches Gerät, das selbst eingesetzt und entfernt werden kann und Kieferfehlstellungen korrigiert. Mithilfe einer Kunststoffplatte, Schrauben oder Feder und Drahtklammern werden die Zähne bewegt und gekekippt.

Die Herausnehmbarkeit ist ein Vorteil, aber nur, wenn man es nicht übertreibt. Für den Erfolg der Zahnkorrektur ist es sehr wichtig, dass man hier Disziplin zeigt!

Arten herausnehmbarer Zahnspangen

  • Aktive Platten: Sie eignen sich für leichte Fehlstellungen und können die Zähne nur neigen.
  • Aktivatoren: Hier werden Ober- und Unterkiefer gleichzeitig behandelt. Die Platte liegt locker im Mund und durch Kauen oder Zungenbewegungen schieben sich Zähne in richtige Position.
  • Wachstumsbügel/Oberkieferbügel: Sie werden eingesetzt, wenn der Ober-Kiefer zu schnell wächst.
  • Doppelspange: Wenn die Lagebeziehung zwischen Ober- und Unterkiefer nicht mehr stimmt, kommt diese Form der Zahnspange zum Einsatz. Meist geht es darum, dass der Unterkiefer zu klein ist.

Eine Zahnkorrektur klingt verlockend, aber sie wollen nicht zum Zahnarzt? Lesen Sie hier mehr zum Thema unsichtbare Kunststoffschienen.

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