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Zähne Text: Zahnärztin DDr. Anna Piotrowski

Parodontose: Zahnfleischrückgang rechtzeitig behandeln

Was ist Parodontitis und warum besteht schneller Handlungsbedarf bei Zahnfleischentzündung? Erfahren Sie hier, welche Behandlungen bei Parodontose wirkungsvoll sind.

Nahaufnahme Mund mit Entzündung im Zahnfleisch
Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung kann in weiterer Folge zu einer Parodontitis führen - rechtzeitige Behandlung und Vorsorge ist angesagt!

Bis zu 80 % der über 40-Jährigen sind vom Risiko der Volkskrankheit Parodontose (medizinisch Parodontitis) betroffen - und bemerken es nicht einmal. Eine durchwegs tückische Erkrankung, denn sie verursacht lange Zeit keine Schmerzen, kommt schleichend und macht sich „nur“ durch unangenehmen Mundgeruch oder Zahnfleischbluten bemerkbar.

Wenn Sie erst im Akutfall zum Zahnarzt gehen kann das unangenehme körperliche und finanzielle Folgen haben. Parodontitis ist im Alter die Ursache Nr. 1 für Zahnverlust, nicht, wie oft gedacht, Zahnkaries (Zerfall der harten Substanz des Zahnes).


Parodontosebehandlung Wien

Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates und wird durch Bakterien in den Zahnbelägen, versteckt in Zahnfleischtaschen, verursacht. Sie beginnt oft mit einer „einfachen“ Zahnfleischentzündung (medizinisch Gingivitis genannt) und baut folglich schrittweise Zahnfleisch und Kieferknochen ab. Gründliches Zähneputzen allein kann Parodontitis nicht eindämmen.

Wird die Entzündung im Zahnfleisch nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie sich weiter über das Zahnbett auf den gesamten Zahnhalteapparat ausbreiten. Dies kann über den Zahnverlust hinaus Folgewirkungen für den gesamten Körper haben!

Parodontose und Parodontitis werden oft gleichbedeutend verwendet. Genau genommen ist die Parodontose ein nicht-entzündeter Zahnfleischschwund, der mit unter auch genetische Ursachen haben kann. Wenn bereits der gesamte Zahnhalteapparat entzündet ist, dann spricht man medizinisch von einer Parodontitis.

Ursachen für Parodontitis

Ursachen dafür können Zahnstein, Vitaminmangel und mangelnde Pflege sein. Durch eine falsche Zahnputz-Technik oder das Vernachlässigen der professionellen Zahnpflege (Mundhygiene beim Zahnarzt) kommt es zur Zahnsteinbildung und in weiterer Folge zum Bakterienbefall. Dies sind sehr häufig die Ursachen für eine Zahnfleischentzündung und der mögliche Beginn einer Parodontitis (Zahnbettentzündung). In chronischen Fällen oder bei einem aggressiven Verlauf kann dies sogar zum Zahnverlust führen.

Wie merkt man, dass man Parodontose hat?

  • bläulich-rot verfärbtes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten und Schwellungen
  • Zahnfleischtaschen (Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch) mit einer Tiefe von mehr als 3 mm
  • Zahnwanderung, Lückenbildung
  • Zahnfleischschwund
  • Lockerung der Zähne bis Zahnausfall

Was tun gegen Parodontose: Behandlung beim Zahnarzt

Das Wichtigste bei einer Behandlung von Parodontitis ist zuerst das Stoppen der Zahnfleischentzündung und in weiterer Folge die dauerhafte Erhaltung des Zahngewebes. Durch eine konsequente Therapie kann die Parodontose angehalten werden, jedoch nicht die aggressive Form davon.

Eine individuelle zahnärztliche Beratung versteht sich von selbst. Die österreichischen Krankenkassen übernehmen leider keine Kosten für eine Parodontitisbehandlung, daher sollten Patienten bei ersten Anzeichen von Zahnfleischproblemen einen Zahnarzt konsultieren.

Was wird bei einer Behandlung von Parodontitis gemacht?

Der erste Schritt einer zahnärztlichen Behandlung ist die Initial-Therapie mit einer professionellen Zahnreinigung, Taschenkürettage sowie Desinfektion mit CHX (Chlorhexidin). Die Zahntaschen werden gründlich gereinigt und anschließend desinfiziert.

Eine wichtige Unterstützung hierbei liefert die Laser-Therapie (Laserdesinfektion) der Zahnfleischtaschen. Die Laserbehandlung ist schmerzfrei und führt, neben der Desinfektion, zur Schliessung von Blutgefäßen, wodurch unser Immunsystem im Kampf gegen Bakterien und die von ihnen erzeugten Toxine unterstützt wird.

Je nach Fortschritt der Erkrankung werden neben der ersten Initial-Therapie weitere spezielle Behandlungsmethoden eingesetzt. Mit Ultraschall, Laser, photodynamischer Therapie sowie als letzten Schritt anhand von chirurgischen Eingriffen kann die Parodontitis bekämpft werden.

Wie lange dauert eine Parodontosebehandlung?

Nach einem ersten Diagnose-Screening beim Zahnarzt wird für den Patienten ein Heil- und Behandlungsplan erstellt. Die genau Behandlungsdauer lässt sich leider nicht pauschal definieren sondern hängt vom individuellen Zustand (Physiologie, Biochemie) und compliance des Patienten ab.

Was kostet eine Parodontosebehandlung?

Die Behandlung bezieht sich in erster Linie auf den Erhalt der gefährdeten Zähne bzw. Prophylaxe einer Parodontitis. Diese Investitionen für die Zahn-Vorsorge zahlen sich auf jeden Fall aus. Denn ist der eigene Zahn einmal verloren, stehen die Kosten für die Parodontosebehandlung nicht mehr im Verhältnis zu den Kosten für einen neuen künstlichen Zahn ob Implantat, Zahnkrone, Brücke oder Zahnprothese.

Die Wiener Krankenkassen (zB. WGKK) übernehmen leider nicht die Kosten für eine Parodontitisbehandlung. Die Kosten müssen somit privat bezahlt werden. Deshalb rechtzeitig bei ersten Anzeichen gegensteuern.

Krankheitsverlauf: von der Zahnfleischentzündung bis zum Zahnausfall

Im Kieferbereich kommt es zur Bildung eines Spalts zwischen Zahn und Zahnfleisch, einer Zahnfleischtasche. In dieser setzen sich Beläge und Bakterien fest, die mit Zahnbürste und Zahnseide nicht mehr erreichbar sind und somit selber nicht mehr entfernt werden können. Im weiteren Verlauf kann der Kieferknochen angegriffen werden und der Zahn seinen natürlichen festen Halt im Knochen verlieren.

Nebenwirkungen von Parodontitis

In Studien wurde überdies nachgewiesen, dass eine Parodontitis nicht nur die Zähne gefährdet. Wegen der dauerhaft bestehenden Entzündung im Mund wird das Immunsystem geschwächt, was Herz- und Kreislauferkrankungen begünstigen und in seltenen Fällen sogar eine Schwangerschaft gefährden kann. Diese bakteriellen Entzündungsherde im Mund können über die Blutbahn in den ganzen Körper gelangen.

Es finden sich auch weitere Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Arteriensklerose und Ostheoporose hinweisen.

Weitere mögliche Folgen einer Parodontitis können von einem ständigen Müdigkeitsgefühl über eine erhöhte Virusanfälligkeit reichen. Wenn die schädlichen Mikroorganismen das Herz erreichen, besteht das Risiko, dass sie sich an den Herzklappen festsetzen und so eine Herzklappenentzündung, die zu einer Herzinsuffizienz oder einem Herzinfarkt führt, verursachen.

Einzige sichere Vorsorge: Professionelle Mundhygiene

Es gibt verschiedene Methoden um Parodontitis Einhalt zu gebieten, doch eine halbjährliche professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt ist dabei unumgänglich.

Dabei werden neben Zahnstein und Karies auch tiefer sitzende Beläge unter dem Zahnfleisch entfernt. Dort wo die Zahnbürste oder Mundspühlung nicht mehr hinkommen, haben Bakterien Zeit und Nahrung um sich zu vermehren. Das wird mit einer professionellen Mundhygiene rechtzeitig vermieden und ist eine Prophylaxe für frühzeitigen Zahnausfall. Optimal ist eine professionelle Mundhygiene mindestens 2 x pro Jahr.

Ein langfristiger Heilungserfolg bzw. beste Vorsorge ist allerdings zum größten Teil vom Patienten abhängig, da dieser daheim die wichtigste Aufgabe hat: Regelmäßige Zahnpflege mit Zahnbürste, Zahnseide, Mundspülung etc.

Ein gesunder Zahnhalteapparat ist der Inbegriff eines gesunden Körpers!

Mit freundlicher Unterstützung von Zahnärztin

DDr. Anna Piotrowski
Sanfte Zahnmedizin

Kolonitzgasse 6/5
1030 Wien

Tel: 01 713 33 66

www.sanfte-zahnmedizin.at

Weblinks:

Patienteninformation von der Österreichische Gesellschaft für Parodontologie

Zahnärztlicher Interessenverband Österreichs

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