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Albertina Text: Alemannò Partenopeo

Keith Harings Retrospektive zum 60. Geburtstag

16.3.-24. Juni 2018: Keith Haring (1958–1990), berühmt für seine Subway Drawings und eine Kunst, die oft als Graffiti und Pop-Art bezeichnet wird, bekommt in der Albertina eine umfassende Retrospektive: 2018 wäre Haring 60 Jahre alt geworden.

Keith Haring wäre 2018 60 Jahre alt geworden
© Keith Haring Foundation/Albertina | Zum 60. Geburtstag eine Keith Haring Retrospektive in der Albertina Wien

Keith Haring Retrospektive

16. März - 24. Juni 2018

Albertina

Keith Haring: Der ganzen Welt

An der Außenwand der Kirche Sant'Antonio in Pisa befindet sich das letzte bekannte Gemälde des 1990 an der Immunschwächekrankheit verstorbenen Künstlers. Es trägt den Titel „Tuttomondo“, zu deutsch also so viel wie „Die ganze Welt“ oder „Der ganzen Welt“ und wurde im Sommer 1989 fertig gestellt. Es hat die Ausmaße von 180 Quadratmeter (10x18m) und ist zumindest in Europa das größte existierende Wandgemälde. In seinem Tagebuch hat er den Schaffensprozess seines Werkes verewigt, mit den Worten, dass es wohl einer der wichtigsten seines Lebens gewesen sei - wenn das nicht, so zumindest der letzte. Damals habe er vis a vis in einer Pension gewohnt, das Essen und Arbeiten in Italien genossen und sei jeden Morgen quasi mit Blick auf sein Gemälde aufgewacht. Was für ein schöner Abschied von dieser Welt, für einen Künstler!

Werkausstellung des Pop und Graffiti Artists

Der in Kutztown/Pittsburgh aufgewachsene Künstler kam durch seinen Vater Allen mit Comic-Figuren in Berührung, die wohl auch seine Art zu zeichnen stark beeinflusste. Nach einem kurzen Werbegrafik-Studium an der Ivy School of Professional Art in Pittsburgh, brachte er es schon 1978 zu seiner ersten Einzelausstellung im Pittsburgh Arts and Crafts Center. Durch einen Umzug nach New York lernte er auch die Künstler Kenny Scharf und Jean-Michel Basquiat und wohl auch Andy Warhol kennen. Keith Harings Kunst trug zu Anfang aber noch sehr politische Züge, so soll er etwa mit einer Schriftschablone die Gentrifizierung seiner Hood aufhalten wollen („Clones go home!“) und später in Collagen die New York Post Titelseite nachgeahmt haben mit Headlines wie „Reagan Slain by Hero Cop“ (zu deutsch etwa: „Präsident Reagan von heldenhaftem Polizisten erlegt“). U-Bahn-Bilder, Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen und auch diese fünf Werke werden in der Ausstellung in der Albertina zu sehen sein:

  • Ohne Titel, 1982
  • Ohne Titel, 1983
  • Ohne Titel, 1985
  • Ohne Titel, 09/1985
  • Andy Mouse, 1985 
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Haring: Kunst ohne Titel

Keith Haring war auch einer der ersten Künstler, der seinen Bildern bewusst keine Titel gab, was auch obige Liste erklärt. Er tat dies, um den BetrachterInnen keine vom Künstler vorgegebene Interpretation vorzusetzen, sondern den „stream of unconsciousness“ (zu deutsch etwa: (Un-)Bewusstseinsstrom) frei fließen zu lassen oder besser gesagt: in Wallung zu bringen. Denn wer Keith Harings Bilder länger betrachtet, dem könnte durchaus auch schwindlig werden. In der New Yorker U-Bahn malte Haring zwischen 1980 und 1985 etwa fünf- bis zehntausend Bilder, wie in der Publikation von Alexandra Kolossa: Keith Haring - Ein Leben für die Kunst, erschienen im deutschen Taschen-Verlag, nachzulesen ist. Aufgrund seines Engagements und Kooperationen mit anderen Künstlern wurde Keith Haring bald auch nach Europa eingeladen: Rotterdam, Amsterdam und Documenta 7 in Kassel. Auch die Biennale von São Paulo und die Biennale in Paris freuten sich über seine Beiträge.

Keith Haring malte auf Vinyl, Leinwand und ...

Andy Warhol widmete er seine „Andy Mouse“, die eine Mischung aus Andy Warhol und Mickey Mouse zeigt und auf der Ausstellung in der Albertina zu sehen sein wird. Eigentlich erst ab 1985 malte Haring auch auf Leinwand, Papier oder Vinylplanen. 1986 eröffnete Haring einen eigenen Shop namens Pop Shop im SoHo-Viertel von New York, das 2005 (lange nach seinem Tod) allerdings geschlossen wurde. Auch die Berliner Mauer oder Grace Jones soll er einmal als „Untergrund“ für seine Malerei benutzt haben: im Video zu „Vamp“ ist letzteres heute noch zu sehen. Auch damit hat er wohl seinen Beitrag zur "ganzen Welt" (Tuttomondo) geleistet.


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