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Märkte Text: Margareta Sandhofer

Naschmarkt: Restaurants und Lokale mit Bazar-Feeling

Der Naschmarkt in Wien ist nach wie vor beliebter Anziehungspunkt zum Einkauf von Lebensmittel aller Art, als Treffpunkt für ein zwangfreies Essen unter freiem Himmel, auf ein Gläschen Wein oder eine Tasse Tee oder samstags für einen Bummel über den Flohmarkt und anschließendem Besuch der zusätzlich über 30 Verkaufsstände der Bauern, die ihre saisonale Ware anbieten.

Bild von Gemüse- und Obstständen am Naschmarkt in Wien
© Boehringer Friedrich | Vielfalt an regionalen und exotischen Waren

Internationales Angebot

Das kulinarische Angebot ist an den über 170 Verkaufsständen, Geschäften und Restaurants international durchmischt, mit Lebensmitteln und Speisen aus der Türkei, Italien, Spanien, Japan, China, Indien, dem früheren Jugoslawien wie aus Griechenland. Österreichische Qualität ist nur eine unter vielen anderen, dafür gibt es stets neuartige Ware, seltene, kaum zuvor gesehene Früchte zu entdecken und andersartige Geschmäcke und Gerichte zu probieren.

Am Naschmarkt mischen sich die Gesellschaftsschichten, die sonst viel mehr beachtete Etikette spielt keine Rolle: Geschäftsleute im maßgeschneiderten Anzug genießen den besonderen Flair des Naschmarkt genauso wie ihre Begleitung im eleganten Kostüm auf high heels, emsige Hausfrauen oder verschlafene Studenten, die in der Nacht zu viel gefeiert oder zu viel gelernt haben. Der Naschmarkt lebt, verändert sich und wird sich weiter entwickeln, ist ein pulsierender Stadtteil von Wien – und deswegen geliebt.

Aus dem Wiener Treiben ist das Naschmarkt - Leben nicht wegzudenken – auch nicht, wenn er immer zunehmender von Touristenschwärmen heimgesucht und mitunter fast vereinnahmt wird. Einen Besuch wert ist auch der Flohmarkt am Naschmarkt, der jeden Samstag stattfindet. Vom Sammlerstück bis hin zu Krims Krams kann man dort alles finden.

Essen gehen am Naschmarkt: Restaurants, Lokale

Manchmal muss man Glück haben, um noch einen Platz in einem der zahlreichen Lokale am Naschmarkt zu ergattern - aber es zahlt sich aus! Das Zusammenspiel aus dem orientalischen Flair des Marktes und den Düften und Geschmäcken der internationalen Küche machen das Ganze zu einem einzigartigen Erlebnis. Wer sich nicht für ein Lokal entscheiden kann, bekommt hier ein paar Tipps aus der stadt-wien.at-Redaktion:

Deli

Szenetreff mit DJs an drei Tagen in der Woche (Donnerstag, Freitag und Samstag). Hier kann man nach einem Markteinkauf bei italienischem Espresso oder einer Mahlzeit hervorragend ausspannen - und genießen!

Küche: türkisch, amerikanisch

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8:00 bis 23:00 Uhr

www.naschmarkt-deli.at

Neni

Das einzige Lokal am Naschmarkt mit erstem Stock - und dementsprechend guter Überblick über das bunte Marktreiben. Besonderheiten: Holzofen zum Brotbacken, Wintergarten (nicht direkt ans Lokal angeschlossen). Es besteht die Möglichkeit das Neni für Feiern zu mieten!

Küche: israelisch, orientalisch, aber auch amerikanisch, karibisch

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8:00 bis 24:00

neni.at

Umar

Das Fischrestaurant bietet mittags Menüs an, abends können sich die Gäste den Fisch "ihrer Wahl" zubereiten lassen. Der Fisch wird täglich frisch aus u.a. Griechenland, Dubai, dem Oman oder Neuseeland geliefert! Im anliegenden Fischgeschäft werden auch Kundenbestellungen aufgenommen. Übrigens: Das Familienunternehmen achtet darauf, dass die Fischereimethoden und ihre Anwendungsweisen bestandserhaltend sind.

Küche: Fisch und Meeresfrüchte

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8:00 bis 18:30 Uhr, Samstag 8:00 bis 17:00 Uhr

www.umarfisch.at

Orient & Occident

Die Speisekarte als Brückenschlag zwischen Kulturen: "ob aus dem Orient oder Occident- im ‚Orient Occident‘ ist jeder willkommen, der verstehen, teilen, und genießen will…", ist auf der Homepage des Lokals zu lesen. Dieser Einladung zu folgen zahlt sich auf jeden Fall aus!

Küche: international

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7:00 bis 23:00 Uhr, Frühstück von 7:00 bis 16:00 Uhr

www.orientoccident.at

Toko-Ri

In diesem Lokal bekommt man asiatische Spezialitäten und eine besonders große Auswahl an Sushi, Maki und Co! Tipp: Bento-Boxen mit Suppe, Salat, Hauptspeise und Nachspeise.

Küche: moderne neoasiatische Küche mit japanischem Einfluss

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11:30 bis 23:00 Uhr

www.tokori.at

Kim kocht (Shop & Studio)

Starköchin Kim Sohyi hat sich den Naschmarkt als Location für eines ihrer Lokale ausgesucht und gleich noch einen kleinen Shop angehängt, in dem man verschiedene Produkte aus Kims Küche kaufen kann. Kim kocht übrigens nach den 5 Elementen und legt viel Wert auf gesunde Küche und biologischem Anbau der verwendeten Produkte.

Küche: regional, Crossover asiatisch

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12:00 bis 21:00 Uhr, Samstag 12:00 bis 18:00 Uhr, Feiertage geschlossen

tewa

Hier kommen (fast) nur biologische Lebensmittel und Getränke auf den Tisch. Beim tewa wird viel Wert auf Frische, Regionalität und fairen Handel Produkte gelegt - und das schmeckt man auch! Tewa gibts übrigens auch zum Mitnehmen!

Küche: international, orientalisch-mediterran

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8:00 bis 23:00 Uhr, Frühstück von 8:00 bis 14:00 Uhr, warme Küche bis 23:00 Uhr

www.tewa672.com

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Woher kommt der Name "Naschmarkt"?

Woher der Naschmarkt seinen Namen hat, ist nicht ganz geklärt. Zum einen könnte er von der Bezeichnung als Aschenmarkt herrühren, da sich zuvor an dieser Stelle vor dem Fürstlich Starhembergischen Freyhaus eine Aschen- und Müllablagerungsstätte befunden hatte und später ein kleiner Milchmarkt. Als Asch wurden traditioneller Weise auch die aus Eschenholz hergestellten Milcheimer bezeichnet. In der Folge mögen die am Markt vertriebenen Naschereien das ihre zum heutigen Namen des Naschmarkt beigetragen haben.

Im Mittelalter lag das Gelände am unregulierten Strom des Wienflusses inmitten von Weinbergen und beherbergte die beiden meist frequentierten Wiener Bordelle, das vordere und das hintere Frauenhaus, mit ihren ungefähren Standorten des heutigen Theater an der Wien und des Burgtors – schon damals war der Naschmarkt also der Lust und Lustbarkeit verschrieben.

Bis 1774 waren die landwirtschaftlichen Produkte, die auf Wägen in die Stadt Wien gelangten, auf der Freyung Feil geboten worden. Nachdem das dort ansässige Schottenkloster sich (wohl wegen der sogenannten Stubenmädchen, die hier ihrer geschäftlichen Tätigkeit nachgingen) durchgesetzt hatte, wurde der Markt vor die Tore Wiens, vor das Fürstlich Starhembergische Freyhaus verlegt, wo er sich schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Naschmarkt etablierte.

Er wuchs rasch an, 1905 erstreckten sich 900 Stände bis zum Resslpark, Knödelhütten und Bratlbrater schlugen ihre Zelte auf. Nach dem Vorschlag von Otto Wagner, den Naschmarkt zu verlegen, wurde das Freyhaus umgebaut, die Wien mit einem Gewölbe überdacht und die Stadtbahn (heutige U-bahn) überdeckt.

Während des ersten Weltkrieges wurden die Pläne geändert und nach Entwurf von Friedrich Jäckel die heute noch bestehenden und so charakteristischen Standbauten des Naschmarkt errichtet. Der sich außerhalb der Kettenbrücke befindliche zentrale Großmarkt wurde 1972 nach Inzersdorf verlegt und der neue freie Raum 1977 durch die Übersiedlung des Flohmarkts aus dem 1. Bezirk „Am Hof“ neu genutzt.

1993 bis 1998 bedurfte der inzwischen ziemlich herunter gekommene Naschmarkt einer Generalsanierung, bei welcher sämtliche Stützen neu fundamentiert wurden, die verzinkten Blechdächer erneuert, Wasserleitungen und elektrische Heizungen installiert wurden.

Das originale Erscheinungsbild des Naschmarkt aus der Jahrhundertwende blieb dabei in seiner ganzen, allen Wienern ans Herz gewachsenen, Charakteristik erhalten.

Seit seiner Entstehung lebt und verändert sich der Naschmarkt, an die ursprünglichen Standbauten reihen sich immer mehr moderne Lokalitäten, viele der Obst- und Gemüsehändler sind schicken Läden gewichen, die ihre ausgefallenen Spezialitäten in höheren Preisklassen anbieten.

So mancher alteingesessener Wiener klagt über den Wandel des traditionellen Naschmarkts, der eine ausgezeichnete und preiswerte Quelle für heimische Obst- und Gemüsesorten, wie anderen landwirtschaftlichen Produkte und Lebensmittel aus östlichen Ländern, wie Griechenland oder der Türkei gewesen war.

Zunehmend macht sich der gastronomische Betrieb am Naschmarkt breit. Kurzfristig, im Jahr 2005 sollte diese Entwicklung durch ein Verbot der Umwandlung von Geschäften in Gaststätten gestoppt werden, doch 2006 wurde dieses Gesetz wieder aufgehoben und den Betreibern der Lokale das Offenhalten bis Mitternacht gestattet. Von maffiöser Geschäftemacherei wird wohl gemunkelt – doch laut ausgesprochen kaum.


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Wir waren gestern dort zum essen . In diesem Restersaunte wurde mit einer Tafel für diese Speribs geworben . Es waren meine äckligsten Speribs meines ganzen leben!!. Nur gekocht und abschließend mit einer grausigen Soße bestrichen.Wenn dort soetwas einem Touristen vorgesetzt wird , ist es zum FREMDSCHÄMEN!!

, 14.09.2016 um 10:05

Alles gut und schön, ich vermisse aber einen Plan, wo die einzelnen Lokale zu finden sind. Der Naschmarkt ist groß und wenn man nicht so gut zu Fuß ist, wird aus der Suche ein Problem.

, 18.08.2016 um 06:38
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