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Prater Text: Indira Holzer

Chocolate Museum Vienna: Die süßeste Attraktion im Wiener Prater

Ja, der Valentinstag steht sprichwörtlich vor der Tür, und ganz besonders vor der Tür des Schokolademuseums im Wiener Prater. Denn was wäre romantischer, als handgemachte Pralinen von seiner oder seinem Liebsten geschenkt zu bekommen und diese noch dazu gemeinsam zu fabrizieren.

hand die Schokodrops hält, viel Schokolade im Hintergrund
© Mario Mayer | Die süßeste Verführung Wiens, das Schokoladenmuseum.

Ein Besuch im Chocolate Museum Vienna

Adresse: Wiener Prater / Riesenradplatz 5, 1020 Wien

Öffnungszeiten: Oktober bis April 10.00 – 18.00 Uhr und Mai bis September 10:00 – 20:00 Uhr. 
Letzter Einlass ist um 17:00 beziehungsweise um 19:00 Uhr!

Anmeldung: Für Privatpersonen ist keine Anmeldung notwendig. Schulklassen bittet das Museum darum, sich im Voraus anzukündigen. Workshops müssen gebucht werden. Das Museum sieht vor, in Zukunft ihren Roboter Pepper, der derzeit noch als Empfangsdame angestellt ist, für Führungen verantwortlich zu machen. Derzeit bietet die Geschäftsführerin Jovana Misaljevic auf Anfrage auch Führungen an.

Tel.: +43 66011 38336.

Was unterscheidet das Wiener Schokolademuseum von anderen?

Was die meisten Österreich nicht wissen: Österreich hat in der Geschichte der Schokolade eine große Rolle gespielt. So wurde unter anderem der Kopfschmuck des Aztekenherrschers Montezuma II in Wien aufgefunden. Außerdem war seit dem die ein oder andere Habsburgerprinzessin den Kakao bis zum französischen Hof geschmuggelt hatte, die Schokolade als Getränk in adeligen Kreisen en vogue. Deshalb wurde es höchste Zeit, dass neben Berlin und Hamburg auch Wien eine umfassende Schokolade-Ausstellung erhält.

Das Wiener Schokolademuseum klärt über die Herkunft der Schokolade auf
Das Schokomuseum im Wiener Prater © Mario Mayer

Von den drei Museen über Schokolade, die es mittlerweile in Wien gibt, zeichnet sich das jüngste durch die moderneste Technik aus. Die Erfahrung geht dort weit über reine Information hinaus, denn schon am Eingang erwartet einen ein Robotermädchen namens Pepper für einen kurzen Smalltalk. Der erste, informative Bereich, erzählt die Geschichte des Kakaos und wie dieser kostbare Rohstoff in der Zeit der Kolonialisierung von Südamerika und Afrika nach Europa kam. Das Wiener Schokolademuseum ein Erlebnis
© Mario Mayer

Weiter im Inneren des Museums verbirgt sich ein imitierter Regenwald und interaktive Spiel-Stationen zur Geschichte der Kakaopflanze und der Herstellung von Schokolade. Im Bereich des Kakao- und Schokoladehandels ist für die Zukunft eine Spendensammlung geplant, die den Schokoladebauern und dem Fairtrade-Handel zugutekommen soll. 

Die Wiener Firma Miscal teilt mit dem Museum ihre große Begeisterung für Schokolade, die nicht beim Kakaoimport und der Schokoladeproduktion Halt macht. Das Unternehmen engagiert sich für die Zugänglichkeit der Schokoladebranche für andere Neugierige. Seit der Eröffnung vor drei Monaten wird das Museum als Vergnügungsort für interessierte Touristen und als Networking-Gelegenheit für Professionelle in der Schokoladeindustrie genutzt. Ein Workshop, bei dem man seine eigenen Pralinen herstellen und im Nachhinein mit nach Hause nehmen kann, kostet 50 Euro pro Person, wenn man online bucht.  Auf Anfrage lässt sich das Museum auch für Geburtstagsfeiern und andere Events als Veranstaltungsort reservieren. Dieses interaktive Museumskonzept wurde von Bojan Misaljevic entwickelt. Stefan Kern lieferte mit seiner „Smart Mom“-Software die nötige Technologie für die interaktiven Spiel-Stationen.  So konnte aus einer visionären Idee schließlich Wirklichkeit werden.

Das Wiener Schokolademuseum ein Erlebnis © Mario Mayer

Das Chocolate Museum Vienna bemüht sich darum, ein lebendes Museum zu sein und sich ständig weiterzuentwickeln. Schon am Namen erkennt man, dass das Chocolate Museum Vienna auch auf anderen Sprachen über Schokolade informieren will. Die zweite Geschäftsführerin Jovana Misaljevic spricht außer Deutsch fließend Englisch und auch mit den Chocolatiers in der „Schokoladewerkstadt“ am Ende der Ausstellung ist die Kommunikation auf Englisch und weiteren Sprachen wie Arabisch kein Problem. Im Zentrum steht das sinnlichen Erlebnis, das für Chocolatiers und Schokoladegenießer verbunden ist. Nachhaltigkeit wird hier als Grundprinzip in allen Bereichen geschätzt. Als Zukunftsprojekt will das Museum vertiefende Informationen darüber anbieten, wie Kakaobutter ganz wie Kokosöl in der Küche und zur Körperpflege vielseitig eingesetzt werden kann.

Aber auch die künstlerischen Nutzungsmöglichkeiten von Schokolade werden voll und ganz ausgekostet. Das Museum beherbergt nicht nur das ein oder andere Skulptur-Meisterwerk aus Schokolade, sondern auch Gemälde, die mit flüssiger, dunkler Schokolade gezeichnet wurden.

Das Wiener Schokolademuseum ein Erlebnis
© Mario Mayer

Das Schokomuseum: Der perfekte Ort für ein romantisches Valentinstags-Date?

Ja, der Valentinstag steht sprichwörtlich vor der Tür, und ganz besonders vor der Tür des Schokolademuseums. Denn was wäre romantischer, als handgemachte Pralinen von seiner oder seinem Liebsten geschenkt zu bekommen und diese noch dazu gemeinsam zu fabrizieren. Der reguläre Workshop wird am 14. Februar mit Kerzenlicht, romantischer Dekoration und weiteren Überraschungen aufgepeppt, wobei der Preis bei 55 Euro (in bar und 50 Euro bei Online-Buchung) bleibt. Auch ohne den Anlass des Valentinstags lässt sich im Chocolate Museum Vienna das ganze Jahr über als Paar ein romantischer Abend verbringen. Besonders zu dieser kalten Jahreszeit aber ist das Museum im Prater besonders attraktiv, weil es sich über die U-Bahnlinien U1 und U2 gut erreichen lässt und man dort im Warmen stundenlang die Zeit vergessen kann. Wenn man sich den Workshop nicht leisten will, ist der Museumsbesuch alleine schon einen Ausflug wert.

Kakao wurde in der Antike nur als Göttergabe verwendet und nur von den höchsten PriesterInnen und später den feinsten KaiserInnen und Adeligen tatsächlich konsumiert. Die raffinierte Schokolade, der Kakaosirup vermengt mit Zucker und Milch, wurde schon immer als sehr wertvolles und sinnliches Genussmittel verehrt. Schokolade schmilzt erst bei etwa 36 Grad Celsius, was der menschlichen Körpertemperatur entspricht. Das Chocolate Museum Vienna beherbergt überdimensionale Versionen von berühmten Statuen, die voll und ganz aus Schokolade bestehen. Spätestens ab da fühlt man sich wie in einer Führung durch die Schokoladenfabrik von Willy Wonka oder wie Alice im Wunderland höchstpersönlich.

Das Wiener Schokolademuseum ein Erlebnis
© Mario Mayer

Je weiter man im Museum geht, desto näher kommt man an die Schokoladen-Küche und desto mehr beginnt es nach und nach Schokolade zu riechen. Im Grande Finale kann man dann, wenn man den Workshop bucht, selbst zum „Schokokünstler“ oder zur „Schokokünstlerin“ werden und fast so wie im Romantik-Klassiker „Ghost“ gemeinsam mit seinem Partner seine eigenen Schokopralinen formen. Endlich kann man auch herausfinden, ob man derselbe oder vielleicht doch ein anderer Schokoladetyp als sein Partner ist, damit ein für alle Mal klar ist, welche Schokolade man in Zukunft schenken sollte, um den anderen glücklich zu machen.

Das Schokolademuseum mit Kindern und interaktiven Video-Spielen erleben

Man erwartet nicht, es in einem Schokolademuseum gleich von Anfang an mit künstlicher Intelligenz zu tun zu bekommen. Das Robotermädchen Pepper begrüßt einen am Eingang und ein Mitarbeiter aus Fleisch und Blut erklärt einem dann, wozu man das elektronische Armband in der Ausstellung benutzen kann. Für viele Menschen ist so etwas wie virtuelle Realität noch ein Fremdwort, obwohl sich diese Technologie auf dem Entertainment-Markt schön langsam gegen traditionelle Spielkonsolen durchsetzt. Im Chocolate Museum Vienna fehlt zwar noch die 3D-Brille, aber die geräumigen Spiel-Stationen erlauben es, das eigene Spiegelbild auf der Leinwand in einem Dschungel tanzen zu sehen.

Das Wiener Schokolademuseum ein Erlebnis © Mario Mayer

Die Punkte, die man als Spieler gewinnt, kann man dann im Chocoshop beim Ausgang gegen ein Mitbringsel, zum Beispiel ein Glas Kakaobutter, einlösen. Währenddessen kann man sozusagen genussvoll über die verschiedenen Kakaobohnensorten und die anderen Inhaltsstoffe von Schokolade lernen. Für Schulen ist dieses moderne didaktische Konzept besonders attraktiv, weil hier Lernen mit Spaß verknüpft wird. Das steigert nicht nur das Interesse, sondern fördert auch nachhaltiges Wissen.

Das Wiener Schokolademuseum ein Erlebnis © Mario Mayer

Moderne Lerntheorien zeigen, dass der interaktive, produktive Teil einer Übung Gehirnprozesse am wirkvollsten steuert und wichtig für richtiges Lernen ist. Deshalb bringt ein Besuch im Museum nicht nur mehr Wissen und Fähigkeiten im Bereich der Schokoladindustrie und der Geschichte Österreichs mit sich. Der Tag im Museum kann von Pädagogen auch als Möglichkeit genutzt werden, die SchülerInnen an körperlich und mental aktive Lernstrategien heranzuführen, die sie dann auch im Schulalltag einsetzen können. Außerdem ist der regelmäßige Umgang mit neuen Medien ganz im Sinne des offiziellen Lehrplans für so gut wie alle Schulfächer. Der Deutschlehrer sowie die Geschichtelehrerin könnten für einen modernen Unterricht einmal gemeinsam mit der Klasse das Schulhaus verlassen. Noch dazu kommt, das Kakao durch dne biologischen Prozess in unserem Körper die Konzentration anregt. Kakao in seiner reinen Form oder als hochprozentige Schokolade kann von Schülern und Lehrern definitiv als motivierender Lernbegleiter genutzt werden. 

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